Nothelferkurs, wichtig für Reiter und Pferd

Vor zwei Wochen nahm ich an einem Pferde- Nothilfekurs teil. Da ich natürlich nicht nur beim Reiten ein Angsthase bin, sondern auch beim Autofahren, musste mich Michel wohl oder übel begleiten, doch wie sich herausstellte, ist solch ein Kurs nicht nur solchen zu empfehlen, die sich beruflich weiterbringen wollen. Denn auch dem „normalen“ Pferdebesitzer bringt dies viel, da auf alle typischen Pferdekrankheiten eingegangen wird und viel Praxis unter Aufsicht von Profis ausgeübt werden kann.
Aber nun alles von Anfang an…

Die Vorbereitung
Immer wieder höre ich von meinem Umfeld: „das ist doch viel zu viel, du übernimmst dich noch!“ und tatsächlich habe ich es vor dem Kurs etwas bereut, ihn genau vor die Phytotherapie- Intensivwoche inkl. grosser Prüfung zu legen. Weshalb ich den Vorbereitungsauftrag vom Pferde-Nothilfekurs (Pferde- Anatomie auswendig können) etwas nach hinten in der Prioritätenliste setzte. Während Michel vorbildlich Muskeln, Knochen u. v. m. büffelte, studierte ich lieber an unseren Therapieplänen für Husten oder dem Sommerekzem herum. Schliesslich arbeite ich ja täglich mit den Pferden, weshalb mir ihre anatomischen Besonderheiten ja sicherlich ins Auge stechen würden…

Auch wenn meine Vorbereitung nicht gerade vorbildlich war, passte ich dafür während des Kurses umso mehr auf: 

 

Der grosse Tag
Natürlich war ich dann schon ziemlich nervös, als der Kurstag näher rückte. Glücklicherweise begleitete mich mit Michel ja ein Verbündeter, welcher mir im Notfall die Begriffe zuflüstern könnte.
Dort angekommen begutachteten wir natürlich zuerst einmal den Hof bzw. die Fohlenweide. Leider spielte das Wetter etwas verrückt, weshalb wir dann noch zeitig in den Schulungsraum flüchteten.
Und dann ging es auch schon los.

Der erste Block – die Theorie
Am Vormittag widmeten wir uns intensiv der Theorie. Zuerst stand nochmals die Anatomie- Repetition auf dem Plan. Danach gingen wir einzeln die wichtigsten Krankheitsbilder/ Verletzungen (mit deren Symptomen, Ursachen) und Behandlungsmöglichkeiten durch. Vieles kannte ich natürlich entweder von meinen eigenen Pferden, oder dann von meinem Studium her. Dennoch fand ich es kompakt zusammengefasst und dennoch wurde das wichtigste aufgezeigt. Speziell spannend finde ich es immer wenn die Dozenten (hier eine Tierärztin) gleich von ihren eigenen Erfahrungen berichten!
Danach war der Kopf schon ziemlich voll, weshalb es dann auch eine ausgiebige Mittagspause gab

 

Die Theorie am Vormittag: 

Der zweite Block – die Praxis
Bevor wir das Gelernte anwenden durften, bekamen wir nach der Mittagspause noch eine Einführung in die Verbandslehre: Worauf muss man bei den Verbänden achten, welcher Verband wird wann eingesetzt, ist es sinnvoll eine sterile Gaze zu verwenden, oder nicht? All diese Fragen wurden dabei noch geklärt. Danach ging es ans Eingemachte…

Zuerst zeigte der Profi alles genau vor... 

 

Speziell erstaunten mich die Pferde bzw. wie geduldig diese Freiberger doch sind! Es stürmte ziemlich und natürlich mussten alle Teilnehmen je einen Röhrenverband und einen Hufverband dem Pferd verpassen und dennoch blieben sie einfach brav stehen.

Mein erster Versuch scheiterte kläglich, da ich das mit der Polsterung unten wohl zu ernst nahm, doch mit etwas Übung klappt dies sicher bald:

Bei Michels Hufverband sah man, dass er dank Special’s Hufsohlenentzündung bereits Erfahrung damit hatte ;-)

Auch den zweiten praktischen Teil, wobei wir die PAT-Werte bestimmen konnten, liessen sie ohne „Theater“ über sich ergehen. Sie bekamen dafür zwar auch noch eine Stute als Unterstützung. Damit wir auch einen Rassenvergleich machen konnten. Denn bei dem mächtigen Fribi war es deutlich schwieriger das Herz abzuhören, als bei der feinen Stute.

Die super süssen Fohlen waren dann doch auch mal noch eine Ablenkung wert ;-)

Zur Aufwärmung unserer ausgekühlten Hände und Füsse ging es im Anschluss nochmals ins Schulungszimmer, in welchem wir noch etwas Genaueres zum Grosstierrettungsdienst erfuhren (welchen ich ja bereits hier schon einmal angetönt hatte), sowie die ganze Impf- / Entwurmungsthematik.

Fazit: was hat mir der Kurs gebracht?
Mein eigentliches Ziel ist die gesamte Pferde-Samariterausbildung zu absolvieren, für was der Pferdenothilfe-Kurs der perfekte (obligatorische) Einstieg ist. Zudem kann durch die Kenntnis der Anatomie sowie Krankheitsbildern/ Verletzungen und deren (vorbeugenden)-Massnahmen, wertvolle Zeit gewonnen werden, um den Tieren zu helfen. Denn eine Früherkennung und ein rechtzeitiges Aufbieten des Tierarztes kann durchaus Leid vermindern, sowie nicht ganz unwichtig ausserdem die Kosten senken.
Ich möchte also diesen Kurs allen Pferdefreunden ans Herz legen. Sei es der Freizeitreiter, der Fahrer (Kutsche), der Züchter, der Veranstalter, oder auch der angehende Lernende (z.B. TPA / Pferdefachfrau- /mann).
Ein weitere wichtiger Punkt für meine berufliche Zukunft, ist natürlich auch die Ausstellung des Zertifikats, mit dem ich jetzt meine Wand schmücken kann ;-)

Viele Artikel für die Stallapotheke findet ihr übrigens hier.

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