Noch zu früh für ein erneutes Reiten!

Die Operation verlief gut, der Heilungsprozess auch. Sechs Wochen nach der Operation hatte ich einen Arzttermin und dabei wurde mir gesagt, ich dürfe wieder Sport machen. Das heisst auch wieder reiten. Ich selbst gab mir aber noch eine Woche Zeit mit dem Reiten, denn ich wollte nichts überstürzen und zuerst einmal ins Volleyballtraining. Im Training hatte ich keine Mühe und entschloss mich dazu wieder auf das Pferd zu steigen. Das ist jetzt eine Woche her. Vor einer Woche am Dienstag sass ich zum ersten Mal wieder auf Lilly. Es war ein so gutes Gefühl. Mir tat die Nähe von Lilly gut und ich schöpfte neue Hoffnung, dass es bald wieder Alltag ist. Ich glaube ich habe mit Lilly mehr rumgealbert und geschmust, als das ich Zeit für das Putzen brauchte. Am Anfang war mir schon etwas mulmig zu Mute. Was wenn ich runter falle? Vielleicht macht sie eine falsche Bewegung? Sie könnte ab etwas erschrecken? All diese Fragen gingen mir durch den Kopf. Aber nichts Grosses ist geschehen. Sie hat sich einmal geschüttelt und das war unangenehm und tat auch ein wenig weh. Aber am Ende verbrachte ich schöne eineinhalb Stunden auf ihr und konnte es geniessen. Mein Knie wollte zu Beginn nicht wie ich es mir gewünscht hätte, doch nach wenigen Minuten hatte es sich an die Belastung im Trab gewöhnt. Alles braucht nun mal seine Zeit. Ein bisschen tricksen musste ich! Den Reissverschluss am linken Bein kann ich nicht ganz schliessen, da mir sonst die Kante des Stiefelschafts auf die Narbe drückt. Ist aber lediglich ein kleines Übel. Im Galopp war es auch nicht optimal und deswegen legte ich mich mehr auf Schrittarbeit fest. Zudem war es grauenhaft heiss letzte Woche und wir konnten zwischen stickiger Halle oder glühender Sonne auf dem Platz wählen. Lilly selbst war dementsprechend gemütlicher Laune, was mir sehr entgegen kam. Somit hatte ich den ersten Tag hoch zu Ross ohne grössere Probleme überstanden.


Am nächsten Tag, das war Mittwoch, longierte ich das Pferd nur. Ich hatte mir selbst eine Grenze gesetzt und gesagt, ich wolle nur alle zwei Tage reiten und meinem Knie auf diese Weise eine Pause gönnen. Die Physiotherapeutin war sehr erfreut über meine Vernunft und Geduld. Das Longieren ging gut, ich musste nur darauf achten, dass ich mein Knie nicht zu arg verdrehe, damit es nicht unnötig belastet und strapaziert wird. Ich freute mich an diesem Tag schon auf den nächsten und das ich wieder reiten konnte.


Doch leider kam die Ernüchterung bereits an jenem Donnerstag. Ich weiss nicht was sich im Gegensatz zum Dienstag geändert hatte. Als ich aufstand, mit meinem Freund den morgen in der Stadt verbrachte und mich anschliessend auf den Weg in den Stall machte, ahnte ich nichts. Mein Knie tat nicht weh und fühlte sich wie immer an. Aber dann sass ich auf Lilly und musste feststellen, dass es noch nicht geht. Nicht einmal Dressurarbeit im Schritt war möglich. Sobald ich die Wade anspannte und das Knie ein klein bisschen gegen den Sattel drückte, spürte ich Schmerzen. Ich dachte mir traben bringt mein Knie ein wenig in Schwung und wärmt es auf. Leider nicht. In diesem Moment musste ich mir eingestehen, dass reiten noch zu früh ist. Der Augenblick war deprimierend und ich wollte es nicht wahrhaben. Nach dieser Erkenntnis stieg ich von Lilly und brachte sie zurück in ihre Box. Die andere Option wäre gewesen weiter zu reiten und Zähne zusammen beissen, aber der Respekt irgendwelchen Schaden am Knie anzurichten war nun mal grösser. Anfangs August werde ich es wieder wagen. Vielleicht habe ich in zwei Wochen mehr Glück und das Krafttraining wie auch die Physioübungen bringen mich so weit, dass es wieder geht.

 

Link: Text nach meiner Operation

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