Nicole Jagodzinski - reitsport.ch Community Botschafterin

Nicole, seit wann reitest Du - und wie bist Du dazu gekommen?
Wie so manches kleines Mädchen war ich von Tieren und insbesondere von Pferden immer total fasziniert. Da ich jedoch in der Stadt Zürich aufwuchs und nicht gerade ein Stall ums Eck war, konnte ich viele Jahre nur davon träumen einmal richtig reiten zu lernen. Ich hatte jedoch trotzdem das grosse Glück mit Hund, Nagern, Fischen und Vögeln aufwachsen zu dürfen, was mir sehr früh Verantwortung und Respekt lehrte.
Als ich 8 Jahre alt war, hatte ich es endlich geschafft, meine Eltern zu knacken. Ich durfte meine ersten Longenstunden besuchen. Leider stellte sich heraus, dass ich höchst allergisch auf so gut wie alles im Stall reagierte. Trotz Asthma-Anfällen und unzähligen Niesattacken stand für mich eines fest: Diese Tiere, diesen Sport werde ich nie, nie wieder aufgeben. Nach ca. einem halben Jahr „kämpfen“ konnte ich endlich einen Stall betreten ohne mich direkt in ein schnupfendes, keuchendes Monster zu verwandeln.
Mit 10 Jahren konnte ich einigermassen anständig auf einem Pferd sitzen, wechselte den Reitstall, fand dort mein zweites Zuhause und lernte reiterlich sehr viel dazu. Ich bin unglaublich dankbar, dass mir meine Familie dieses Hobby ermöglicht hat.

Weshalb Springreiten?
Ich brauche die Action und die Abwechslung. Selbstverständlich reite ich auch gerne Dressur aber für Turniere würde mir der nötige Biss bzw. die Begeisterung fehlen. Zudem liegt es in meinem Naturell, dass ich im Wettkampf klare Messergebnisse wie Fehlerpunkte und Zeit benötige.
Viele Jahre über habe ich meine Pflegepferde auf nationalen und teilweise internationalen Springturnieren begleitet und habe so auch meine Begeisterung dafür entdeckt.
Aus logistischen und finanziellen Gründen habe ich jedoch erst vor ca. 3 Jahren intensiv mit dem Springen begonnen. Daher würde ich mich auch nicht direkt als Springreiterin bezeichnen. Diese Saison werde ich mit meiner bereits 18-jährigen Stute in R/N110 und 115-Prüfungen unterwegs sein. Solange sie noch fit ist und aktiv mitmacht, gehe ich gerne mit ihr an den Start aber grosse Ziele stecke ich mir nicht mehr – es soll einfach Spass machen. Nach meinem Studium wäre es mein Ziel mir ein zweites Pferd zu kaufen und erfolgreich bis R/N125 zu reiten – aber das ist noch Zukunftsmusik.

Gibt es ein bleibendes Erlebnis in Deiner Reiterkarriere?

Ein sehr spannender und lehrreicher Lebensabschnitt war definitiv mein fast einjähriges Bereiter-Praktikum in Spanien (www.ferienoase.com).
Direkt nach meinem Lehrabschluss als Kaufmännische Angestellte in der Baubranche nutzte ich die Gelegenheit um meine Spanischkenntnisse und meinen Reitstil zu verbessern und reiste an die Costa Blanca. Nebst der Betreuung von rund 30 Pferden und Ponys, dem Einreiten von Jungpferden und dem erteilen von Reitstunden, lernte ich sehr viel über Erste Hilfe in medizinischen Notfällen und das Handling von Hengsten und Problempferden.

Einen weiteren Meilenstein erlebte ich im Jahr 2008, kurz nach meiner Rückkehr aus Spanien, als ich eines meiner ehemaligen Pflegepferde ans Futter übernehmen durfte. Mit Makoumba startete ich an meinen ersten richtigen Springturnieren und absolvierte letzten Sommer die Springlizenz. Nach insgesamt über 11 gemeinsamen Jahren, 6 davon am Futter, könnte ich mir kein Leben mehr ohne sie vorstellen.
Die grosse Unterstützung der Besitzerfamilie, welche noch weitere ehemalige Top-Springpferde im Stall hat, macht es möglich, meinen Traum vom eigenen Pferd zu leben.

Arbeit, Ferien, andere Hobbies - wie bringst Du das alles unter einen Hut?

Es gibt viele Momente, da muss ich mich das selber fragen. Neben meinem 100%-Job als Medienplanerin bei der FRÜH Immobilien & Partner AG studiere ich nebenberuflich (1.5 Tage/Woche) Marketingmanagement am Schweizerischen Institut für Betriebsökonomie in Zürich. Man kann sich ausrechnen, dass da oft 15-Stunden-Tage anfallen. Eine minutiöse Planung, viel Energie und einige Entbehrungen sind der Schlüssel. Dank meiner Reitbeteiligung, welche mich unter der Woche 2 bis 3 mal vertritt, kann ich abends die Schule besuchen. Zudem habe ich vor 2.5 Jahren meine Stadtwohnung aufgegeben, um direkt bei meinem Pferd auf dem Hof wohnen zu können. Dies erspart mir sehr viel Zeit und ich kann unsere Pferde optimal versorgen mit Umdecken, Weidegang, Zusatzfutter etc.
Am Wochenende ist es mir trotz Training und Turnieren sehr wichtig meine überwiegend „Nicht-Stall-Freunde“ treffen zu können – glücklicherweise kann man das in Zürich sehr gut mit Feiern verbinden :)
Zudem reise ich sehr gerne – auch hier bin ich meiner Reitbeteiligung und meinen guten Stall-Freunden sehr dankbar. Wir helfen uns immer gegenseitig aus. Ein „mein Pferd auf die Weide stellen“ gibt es bei uns nicht – in unserem 4-er Stall-Abteil kümmert sich jeder um alle Pferde, als wären es die Eigenen, wie eine zweite Familie. So war es mir auch schon mehrmals möglich kleinere Sprachaufenthalte oder Rucksacktouren z.B. durch Mittelamerika zu machen.

Wie trainierst Du mit Deinem Pferd? 

Training beginnt bei mir bereits bei der Pferdehaltung. Wir legen sehr viel Wert auf gute Futterqualität, saubere und sichere Boxen mit grossen Ausläufen, viel Sozialkontakt, möglichst freiem Weidegang, etc.
Reiterlich gesehen:
Montag ist Ausreit-Tag mit Freunden. Es geht doch nichts über eine Tratsch-und-Klatsch-Runde.
1x unter der Woche arbeite ich fix mit ihr. Meist mit Trainer, Dressur inkl. Stangenarbeit, Springen oder eine Kombi aus allem.
Meine Reitbeteiligung macht sehr viel Bodenarbeit sowie Freiheitsdressur und kombiniert ihre Trainingseinheiten mit langen Ausritten.
Am Wochenende fahre ich oft auf Turniere – falls nicht, geht’s auswärts in Springtraining – hierbei wechsle ich ab zwischen zwei Trainern.
Man muss natürlich bedenken, dass mein Pferd bereits 18 Jahre alt ist und ich das Training natürlich dementsprechend anpasse.

Was ist für Dich das Besondere, reitsport.ch Botschafterin zu sein?

Die Leistungsbereitschaft, die Motivation und die Freude des gesamten reitsport.ch-Teams. Man spürt die Leidenschaft und Überzeugung. Für mich als zukünftige Marketingmanagerin ist reitsport.ch ein Musterbeispiel für „Wir stehen hinter unserem Produkt und unserer Dienstleistung“. Selbst in der Logistikzentrale hat man das Gefühl, dass jedes Paket mit solidarischer Freude für den Kunden verpackt wird.
Ich bin sehr stolz darauf ein solches Geschäftsmodell vertreten zu dürfen.

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