Nach tödlichem Unfall: CCI Luhmühlen geht weiter

Schwarzer Tag für den Concours Complet Sport beim Viersterne-CCI im Luhmühlen (GER): Der 25-jährige Benjamin Winter ist nach einem Sturz im Cross verstorben. Trotzdem geht das Turnier weiter: "Ben hätte das so gewollt", sagt seine Mutter.

Heute um 11 Uhr fand auf dem Turnierplatz eine Gedenkfeier für den gestern im Cross tödlich verunglückten 25-jährigen Deutschen Benjamin Winter statt. Der Junoren-Team-Weltmeister von 2006 erlag seinen schweren Kopfverletzungen die er sich an HIndernis Nr. 20, einem Oxer, bei einem Sturz mit seinem jungen Pferd Ispo zugezogen hatte. Zuvor hatte Winter mit seinem ersten Pferd Wild Thing das Cross fehlerfrei absolviert.

Vor Winters tödlichem Unfall war bereits ein Pferd im Gelände gestorben: Der 15-jährige Fuchswallach Liberal des Briten Tom Crisp brach nach Hindernis 7 zusammen und verstarb innerhalb weniger Sekunden. Als Todesursache wird ein Aortaabriss vermutet.

Die Turniergesellschaft Luhmühlen äusserte sich in einem Statement wie folgt zu den Ereignissen und dem weiteren Vorgehen:

"Benjamin Winters Tod erfüllt uns mit tiefer Traurigkeit und Bestürzung. Unser aller Mitgefühl gilt seinen Angehörigen. Bei einem unglücklichen Sturz an Hindernis 20 des CCI****  Geländes hat er schwere Verletzungen erlitten, denen er später im Krankenhaus. Das Mitglied des Perspektivkaders Vielseitigkeit wurde mit dem Hubschrauber in das Unfallkrankenhaus Hamburg Boberg geflogen. Dort ist es den Ärzten leider nicht gelungen, ihn zu stabilisieren.

TGL-Gesellschafter Michael Spethmann zeigte tiefe Betroffenheit: „Als Mitveranstalter, Sponsor und Reiter sind wir tief bestürzt und erfüllt von großer Traurigkeit. Wir werden den Sturzhergang analysieren. Der Sport ist nicht ohne Risiken´, aber seit vielen Jahren wird aktiv daran gearbeitet, diese bestmöglich zu minimieren. Der Sport hat viele tolle Momente, aber dies ist ein schrecklicher Moment.“

Die leitende Notärztin äußerte erste Vermutungen über den Unfallhergang: „Im Grunde war die Art des Sturzes fatal. Benjamin Winter ist sehr unglücklich gefallen. Die Geschwindigkeit und die Höhe des Hindernisses waren dabei meines Erachtens nicht ausschlaggebend“, so Dr. Annette Lorey-Tews.

Auf Fragen hinsichtlich der allgemeinen Sicherheit im Vielseitigkeitssport äußerte sich FEI Sicherheitsberater David O’Connor (USA) folgendermaßen: „Wir Reiter entscheiden uns bewusst für diesen Sport. Es war ein tragischer Unfall, doch wir können den Sport nicht sicherer machen als das Leben selbst.“

Auch der Vertreter der Reiter, Peter Thomsen, äußerte sein Bedauern: „Wir sind  fassungslos. Benjamin hat den Sport sehr geliebt. Ich denke, dass es in seinem Sinne ist, dass weitergeritten wird.“

Dies bestätigte auch die Mutter von Benjamin Winter: „Benjamin hat für die Vielseitigkeit gelebt und sich so auf die Vier-Sterne- Prüfung hier in Luhmühlen gefreut. Mein Sohn würde sich wünschen, dass es weitergeht. In einem Meeting am Abend beschlossen die Reiter, dass sie das Turnier in seinem Sinne fortsetzen möchten"

 

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