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Mit Pelz durch den Winter - wenn Pferde nicht eingedeckt oder geschoren werden.

Der Winter hält so langsam seinen Einzug. Rapid wurde es in
den letzten Tagen kühler und viele Pferde sind bereits seit längerer Zeit wieder eingedeckt oder geschoren. Ich bin damit aufgewachsen, dass Pferde im
Winter nicht geschoren und auch nicht frühzeitig eingedeckt werden. Auch bei meinem Pferd habe ich dies so beibehalten, obwohl ich auch in den Wintermonaten
täglich reiten gehe. Warum ich mich gegen das Schären und das Eindecken meines Pferdes entschieden habe, werde ich euch in diesem Blogg erklären.

Die natürliche Variante:
Das Winterfell schütz Pferde und Ponys in Winter vor niedrigen Temperaturen. Für uns Reiter ist diese Fellpracht jedoch mit mehr
Arbeit verbunden, weshalb viele zur Decke oder Schermaschine greifen. Ich selbst hab mich trotz grösserem Aufwand gegen diese Variante entschieden, da
für mich das Winterfell immer noch etwas ganz natürliches ist. Für mich gilt, umso weniger ich in die Natur des Pferdes und die natürliche Vorgänge eingreife, desto weniger Komplikationen bin ich ausgesetzt. Natürlich bin ich
mir bewusst, dass dies so nicht zu 100 Prozent stimmt und wir im Allgemeinen ganz fest in die Natur der Pferde eingreifen. Trotzdem bin ich überzeugt von der Robusthaltung. Ganz sicher würde meine Ansicht anders sein, wenn ich mit meinem Pferd täglich mehrere Stunden hart trainiere würde oder auch in dieser
Zeit regelmässig Turniere bestreiten würde. Denn Fakt ist, dass Pferde ohne Winterfell leistungsstärker sind. Bei Ausritten oder normalem Training merkt
man bezüglich dieses Punktes jedoch keine aussagekräftigen Unterschiede. So ist mein Pferd in den Wintermonaten genau so aktiv auf Ausritten und im Training wie in den Sommermonaten.

Haltung:
Mein Pferd lebt in Boxenhaltung mit direktem Auslauf, welcher auch im Winter permanent zugänglich ist. Da mein Pferd in den Wintermonaten ein sehr dichtes und flauschiges Fell trägt, ist er für die kalten Temperaturen gut ausgerüstet. An etwas wärmeren Wintertagen scharrt er sich in der Boxe seinen Liegeplatz frei, damit er direkt auf der kuschligen
Gummimatte schlafen kann. Dies tut er, da die Matte kühler ist als das vorgesehene Strohbett. Er passt sich also ganz selbständig an die unterschiedlichen Bedingungen an. Wenn ich mein Pferd während den Monaten im Winter decken würde, dann würde ich die Verantwortung tragen, dass er weder frieren noch schwitzen muss. Da Pferde nicht mit uns sprechen können braucht
diese Aufgabe sehr viel Fingerspitzengefühl und ein waches Auge, welchem
Veränderungen auffallen.

Bei uns sind die Pferde den Tag durch in grösseren Gruppen draussen. In den nassen Wintermonaten, wenn die Weiden geschlossen sind, steht den Tieren ein grosser Allwetterauslauf zum toben und spielen zur Verfügung. Die Hauptbeschäftigungen der Wallache auf diesem Platz sind dann spielerische Machtkämpfe und das aneinander rumzerren. Bereits wenn man eine Halfter
vergisst abzuziehen, kann man diese in den meisten Fällen nach dem Auslauf auf dem Platz suchen gehen. Die einen oder anderen Halfter überleben die Spielereien auch nicht. Naja so hin und wieder eine neue Halfter anzuschaffen
ist ja noch ein kostengünstiger Spass. Stelle ich mir jedoch vor, dass mein Pferd auf dem Auslaufplatz gedeckt wäre, wird das schon schnell zu einem kosten
und -arbeitsintensiven Punkt. Ständig eine Löcherdecke zu nähen oder sie gar auswechseln zu müssen, damit sie ihr
Funktion noch erfüllt. Da ist mir mein kleiner Teddybär definitiv angenehmer und ich glaube auch er fühlt sich uneingedeckt auf in der kalten Jahreszeit sichtlich wohl.

Nach dem Reiten:
Mein Pferd und ich geniessen in den Wintermonaten hauptsächlich Ausritte, da unser Reitplatz im Winter oft gefroren ist. Oft ist
Indigo nach den Ausritten etwas verschwitz. Damit er sich nicht erkältet wird er nach dem Reiten für kurze Zeit mit einer Abschwitzdecke eingepackt. Bin ich am Abend ganz spät dran und habe die Zeit nicht zu warten, bis er trocken ist lass ich ihm die Decke über Nacht drauf. Eine gute Abschwitzdecke befördert die
Nässe nach Aussen und das Pferd kann drunter in Ruhe trocknen. Mit dieser Methode hatte ich noch zu keiner Zeit ein erkältetes oder hustendes Pferd. Daher sehe ich diese Handhabung als eine gute Alternative zum geschorenen oder
gedeckten Pferd.

Schlussfolgerung:
Wie bei so vielen oder bei fast jedem Thema gibt es hier
Vor- und Nachteile der Handhabung. Je nachdem wie das Pferd genutzt wird, sprechen mehrere Faktoren für oder gegen die eine oder andere Variante. Ich
selbst bin mit meiner Lösung für die Wintermonate sehr zufrieden und bin der Überzeugung, dass es auch mein Pferd ist. Ich habe ein vitales und gesundes Pferd, was bei ihm für diese Methode zum überstehen der Wintermonate spricht.
Benachteilig sind wir ganz sicher, falls wir trotzdem einmal auswärts gehen wollen. Da mein Pferd ein kleiner Dreckspatz in schwarz- weiss ist, kommen wir auch trotz kalten Temperaturen nicht ums waschen herum. Das Waschen eines Pferdes mit viel Winterfell setzt eine gute Organisation voraus. So muss er nach dem Waschen sofort mit einer Abschwitzdecke zugedeckt werden und diese regelmässig gewechselt werden, damit er trocknen kann. Da wir jedoch in den Wintermonaten meistens zu Hause bleiben, stellt es für uns kein grosses Problem dar.



Was ich schon oft beobachtet habe ist, dass die Entscheidung ob ein Pferd eingedeckt wird oder nicht, stark vom Stall beeinflusst wird. Steht man mit seinem Pferd in einem Stall, wo alle gedeckt sind greift man selbst sicher auch
schneller zur Decke. Ist man jedoch in einem Stall zu Hause, wo die Tiere nicht gedeckt sind, überdenkt man das Eindecken seines Pferdes auch.

Kurz gesagt: Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile und jeder muss die Methode finden, die ihm am besten zusagt. Wichtig dabei ist jedoch, dass wir darauf achten, dass sich auch unsere Pferde dabei wohl fühlen und sie keinen
gesundheitlichen Schaden davon tragen.

Schöne Abschwitzdecken findet ihr im reitsport.ch Shop

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