Mit den passenden Stollen zum sicheren Halt

Im Turniersport (normaler Springsport oder in einer Geländeprüfung), ist die Verwendung der passenden Stollen nicht mehr wegzudenken. Dessen Auswahl hängt in erster Line vom Wetter und den daraus entstehenden Bodenverhältnissen ab.

Früher wurden Stollen einfach aus dem Hufeisen geformt. Heute gibt es sie in mehreren Ausführungen: zum Aufschweißen, Schrauben, Einschlagen, Überstülpen oder Festklicken.

Gerne stelle ich euch die verschiedenen Arten und dessen Vor- und Nachteilen vor:

Aufschweissstollen
Heutzutage werden die meisten Stollen entweder aufgeschweißt oder eingedreht.
Viele greifen auf diese Methode zurück, da den meisten Leuten das Schrauben einfach zu mühsam ist.
Der Nachteil an Aufschweissstollen sind, dass sie dauerhaft im Huf verbleiben. Falls diese zu lang sind, steht das Pferd permanent schief mit der Hufspitze nach unten. Das schädigt die Gelenke, Bänder und Sehen.

Schraubstollen
Turnierreiter verlangen eher nach Schraubstollen. So kann kurz vor dem Ritt entschieden werden, welche Stollenform zum jeweiligen Untergrund passt: Je nach Wetter und Bodenbeschaffenheit drehen sie dann kurze oder lange, spitze oder flache Stollen ein.
Bei Gewindestollen ist das Einschrauben reine Übungssache. Alle Schraubstollen haben ein Gewinde. Dessen Gegenstück schneidet der Hufschmied in ein entsprechendes Loch im Eisen. Auch das Loch selbst muss er vorher bohren – wofür er meist einen geringen Aufpreis verlangt.
Die Stollen können erst dann eingedreht werden, wenn das Bohrloch komplett von Schmutz und Steinen befreit.
Dazu muss der Reiter insgesamt acht Löcher säubern.
Hier sind wir auch schon beim Nachteil der Schraubstollen: denn sollte das Pferd dabei scheuen, steckt der etwa 10 cm lange Gewindeschneider im Hufeisen fest.
Auch wenn das Pferd die langwierige Prozedur längst gewohnt ist, können dadurch schwere Verletzungen entstehen.

Schlagstollen
Auch gibt es die schon etwas antik angestaubten Schlagstollen.
Vorteile: Passende Modelle fallen selten raus. Auch kommen ängstliche, scheuende Pferde nicht in Gefahr.
Nachteile: Das „Ausbauen“ ist sehr mühsam. Durch das viele Schlagen werden die Eisen gelockert und dem Pferdebein geschadet.

Im Internet habe ich noch die Ausdrücke Klickstollen und Haltestollen gefunden. Mit diesen Methoden habe ich jedoch noch keine Erfahrungen gemacht.

Stollenloch vorsorglich stopfen
I
n der Turniersaison werden die Stollenlöcher am besten mit „Gummipfropfen“ gestopft, damit
diese nicht jedes Mal gesäubert werden müssen. Diese neigen jedoch auch immer wieder mal zum
rausfallen, weshalb damit gerechnet werden muss, dass ein bis zwei Löcher trotzdem gesäubert werden muss.

Stollbeulen, Kronentritte und andere Probleme
Auch andere Probleme können Stollen mit sich bringen.
Beim Liegen ziehen sich manche Pferde Stollbeulen zu.
Andere wehren sich gegen die
Insekten mit Hufschlägen, was zu Kronentritten und Hautrissen führen kann.
Um Verletzungen beim Springen zu minimieren empfiehlt sich daher das Tragen eines Stollen-Schutzgurtes.
Ebenso können hin und wieder Hufabszessen, Hufdeformationen oder Druckstellen
aufkommen. 
Deswegen verzichten manche Reiter komplett auf Stollen und somit auch auf ihre Sicherheit in Kurven, Wegbiegungen und über Sprüngen. 
Hier muss jeder für sich selber entscheiden, was für ihn schlimmer ist: Eine kurze Überbelastung durch die Stollen oder ein Sturz im Gelände, weil das Pferd
ausgerutscht ist. 

Welcher Stollen für welchen Boden? 
Auf gefestigten
und harten Untergründen werden meist sehr spitze und scharfe Stollen eingesetzt. Für harte Böden können auch Spezialformen verwendet werden.
Bei weichen und matschigen Böden empfehlen Stollenhersteller breite und kantige Stollenformen, am Hinterhuf werden oft größere Stollen eingesetzt. Die Größe
ist vor allem von der Tiefe des Geläufs abhängig. 

Allround:
Vierkant- und Sechskantstollen mit mittlerer Länge sind für Gras, Sand und Schlamm
geeignet.


Harter Boden: Kurze spitze, scharfe Stollen wirken wie Spikes-Nägel auf einem Hartplatz.

Weicher Boden: Lange, breite Stollen bekommen auch tief im Matsch noch Griff. 
Für matschigen Rasen gibt es spezielle Grasstollen. 

Stollen-Pflege
Im Internet habe ich mich nach Reinigungs- und Pflege Tipps für die Stollen erkundigt. In dieser Saison brauchten wir nämlich wieder neue Stollen, da die
vom letzten Jahr ziemlich gerostet haben.

Tipp: Das Gewinde und den Stollen reinigen und z.B. mit Huffett einfetten bzw. ölen.
Bei starker Verschmutzung können die Stollen über Nacht in ein Coca Cola-Bad gelegt werden, damit werden Rost und hartnäckiger Dreck entfernt.

Auch hat sich ein komplettes Stollenset, (mit Stollen und
Werkzeug) als sehr hilfreich erwiesen, da dieses praktisch in einem Koffer mit ans Turnier genommen werden kann und man gleich vor Ort alles beisammen hat.

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