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Mein Pferd ist zu dünn!

Dicke Pferde gibt es wie Sand am Meer. Ich möchte heute aber mal ein anderes Thema anschneiden, was ist, wenn mein Pferd zu dünn ist. Was sind die Ursachen und Risiken bei zu dünnen Pferden? Ich möchte gerne einige Fakten aufzeigen und über geeignete Futter berichten.

 

In der heutigen Zeit sieht man oft zu dicke Pferde, zu dünne Pferde sieht man nicht oft. Als Grund für Übergewicht kann man grösstenteils den massiven Bewegungsmangel und die bestehenden Hochleistungsgräser nennen. Wir sehen aber immer wieder auch Pferde, die wirklich zu dünn sind. Gerade nach Erkrankungen sind Pferde oft dürr.

 

Beim Auffüttern von Pferden können viele Dinge schiefgehen. Es braucht ein gewisses Know-how und man sollte den Stoffwechsel eines Pferdes nicht zu fest belasten.

Rund um Fütterung kann man sich sowieso immer Streiten, man kann 10 Spezialisten fragen und kriegt 10 verschiedene Antworten. Meine Tipps sind also nicht die Tipps für alle.

 

Der grösste Fehler den wir begehen können ist der Gedanke, dass das Pferd schnell aufgefüttert werden muss. Denkt daran, Übergewicht schadet mehr als Untergewicht! Lasst euch Zeit für die Auffütterung. Die Auffütterung sollte über Wochen geplant werden. Pferde die „nur“ dünn sind und nicht krank werden schnell gut zunehmen. Wir sprechen hier von sechs bis acht Wochen.

 

Bevor wir aber gross mit der Auffütterung starten, muss man sich die Frage stellen, warum ein Pferd abmagert. Oft ist es einfach, qualitativ schlechtes Raufutter sorgt für eine Unterversorgung und im schlimmsten Fall zur kompletten Gewichtsabnahme. Wenn es draussen kalt ist, ist gutes Raufutter lebenswichtig, oft sieht man Pferde genau dann abmagern. Der Körper braucht mehr, die Heureserven schwinden und die Qualität leidet. Das Resultat sind dürre Pferde während den eisigen Wintertagen.

Nicht nur in Herden mit mehreren Pferden ist das ersichtlich, auch bei Boxenhaltung erkennt man die Heu Qualität. Klar ein schlechter Heuballen reicht nicht aus um deinem Pferd zu schaden, wenn es aber über Wochen anhält merkt man das schon. Sobald die Weidesaison startet, wird es meistens besser.

 

Pferde die auch in der Weidesaison nicht zunehmen, sollten dringend auf Krankheiten abgeklärt werden!

 

Neben dem schlechten Raufutter kann auch die Futtermenge ein Grund sein. Gesundheitlich können Zahnprobleme, Stress, Schmerzen oder allenfalls auch ein Wurmbefall ein Grund sein. Auch, wenn Pferde mehr Leisten müssen als sie an Energie zu fressen kriegen magern sie nach einer Zeit ab.

Zu dünne Pferde leiden an einer Mangelerscheinung von Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen. Das kann zu Folgeerkrankungen führen. Logischerweise haben diese Tiere auch weniger Energie, wer das nicht einkalkuliert kann einen Erschöpfungsanfall hervorrufen.

Bei der Auffütterung müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass das Pferd eigentlich kein Getreide frisst, die Grundnahrung sollte also Heu beziehungsweise Gras sein. Je höher der Gehalt an Zellulose und Hemizellulose, desto besser. Dazu kommt, dass strukturreiches Heu besser ist. Heu sollte nicht weich sein, es sollte gut zum Anfassen sein, das steigert die Kautätigkeit.

Mais, Gerste und Hafer dienen nicht als Helfer bei einer Auffütterung. Sie haben einen hohen Stärkeanteil und sind dadurch schwer zum Verdauen. Wenn zu viel Stärke in den Dickdarm gelangt, entsteht eine Fehlgärung. Koliken und Hufrehe sind vorprogrammiert.

Die Stärke wird also zum Glück grösstenteils im Dünndarm verarbeitet. Der darin zerlegte Zucker gelangt in den Blutkreislauf und das steigert den Blutzuckerspiegel. Der Anstieg wird mit wenig Bewegung früher oder später zu einer klassischen Diabetes führen. Wer also sein Pferd wegen seines schlechten Zustandes wenig bewegt, sollte sehr auf den Stärkeanteil des Futters achten. Es ist ein Irrtum das Zucker nur Fett macht, Zucker bringt auch Stoffwechselprobleme die Mauke, Ekzeme und Strahlfäule mit sich bringt.

Wichtig ist also der Faktor Zeit, Heuqualität und ein gutes Auge das alles beobachtet.

Wenn Pferde wegen schlechter Zähne nicht mehr so gut Heu fressen, empfiehlt es sich, Wiesen- oder Heucobs als Alternative zu nehmen. Denkt daran, es ersetzt Heu, es müssen also grosse Mengen gefüttert werden.

 

Mühldorfer Pferdefutter

Heucobs staubfrei

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Dennoch sollte man sein Pferd nicht komplett Getreidefrei ernähren-häh!? Ja, das ist so. Je nach Leistung, nach Rasse und nach Jahreszeit kann Getreide den Pferden mit Energie helfen. Im Fellwechsel zum Beispiel. Je mehr das Pferd gebraucht wird, desto eher ist es auf Getreide angewiesen.
Jeder soll selber entscheiden wie er Getreide einmischt.

Ich denke, wir haben alle das gleiche gelernt, wir kommen nicht um eine gute Raufütterung herum. Es ist sehr wichtig, dass unsere Pferde gutes Heu und auch gutes Gras zu fressen kriegen.

 

Bei uns ist das Heu das Gras was wir das ganze Jahr durch wachsen sehen. Es ist sehr strukturreiches Heu, die Pferde kauen lange und mögen es sehr. Die Speichelproduktion wird stark angeregt was wiederum auch sehr gesund ist. Unsere Pferde kriegen abgemessen Heu. Wir sind zwar in einem Offenstall, haben uns aber auf eine durchschnittsmenge geeinigt. Einer isst mehr, der andere weniger. Dazu kommt täglich ein Strohnetz. Lustiger weise mögen die Wallache das Stroh nicht so wie die Stute. Rund um die Fütterung könnte man sich stundenlang unterhalten und die Recherchen finden fast kein Ende.

In meinem nächsten Bericht möchte ich euch noch einige Massnahmen zur Auffütterung zeigen. Diesesmal aber gezielt, ÖL, Mash und Futter, welches ich selber bei Aeringi ausgetestet habe.

Er ist das Pferd mit der meisten Masse in der Herde und schwangt gewichtstechnisch immer an der unteren Grenze, ich spreche hier also aus eigener Erfahrung, ich weiss was es heisst, das Pferd gut im Futter zu halten.

Ich freue mich, euch mehr darüber zu erzählen.

Allen einen schönen Tag.

Xenia mit Aeringi

 

 

 

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