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Mein Pferd ist schief

Am letzten Wochenende hat mich meine Freundin Vlora besucht. Sie ist aktuell dabei die Ausbildung zur Hunde Physiotherapeutin zu absolvieren. Ihr fragt euch nun bestimmt, wo ist hier der Zusammenhang mit einem Pferde-Blog? Sie bildet sich ebenfalls in diversen Bereichen der Energietherapie aus und arbeitet auch mit Pferden. Sie hat Aeringi genauer unter die Lupe genommen und konnte mir schnell aufzeigen, dass die Muskulatur meines Ponys auf der linken Seite ausgeprägter ist als auf der rechten. Sie hat mir versichert, dass jedes Pferd eine stärkere und eine schwächere Seite aufweist (ist übrigens bei uns Menschen nicht anders).   

Er ist durchaus gut bemuskelt für sein Alter, zeigt keine Fehlstellungen auf und ist im Gewicht ziemlich ideal. Diese einseitig stärkere Bemusklung jedoch, hat mich zum Nachdenken gebracht. Liegt das an mir? Kann ich das ändern? Nach diversen Gesprächen mit erfahrenen Reiterinnen und zugleich meinen Freundinnen habe ich die Chance gepackt um meine Erkenntnisse mit euch zu teilen:

Faktor Pferd. Die Bemusklung ist wie bei uns Menschen unterschiedlich, das bringt jedes Pferd mit sich. Jedes Pferd hat eine stärkere Seite, wir können die schwächere aber durchaus fördern und somit stärker machen. Total ausgeglichen, wird es praktisch nie.

Faktor Mensch. Unsere Beine sind nicht gleich lang, unser Becken nicht ganz gerade. Unsere Hände und Arme nicht gleich stark, das Gleichgewicht nicht bei jeder Übung gleich stabil und die Wirbelsäule ist bei den meisten nicht wie nach Lehrbuch geformt. Dies sind verschiedene Faktoren welche auf das Pferd einwirken. Und das nur durch den Reiter

Faktor Umwelt. Neben uns und unserem Pferd muss der Sattel passen, die Hufe richtig stehen und beschlagen sein und zu guter Letzt spielt die Bewegung eine grosse Rolle sowie der Gesundheitszustand.

Was bedeutet das? Zum Beispiel: Ein schlecht sitzender Sattel oder ein Reiter, der im Körper schief ist, hat erhebliche Auswirkungen auf sein Pferd. Es können Druckstellen entstehen, die Pferde beginnen sich dem Druck zu entziehen und entlasten die Stellen, wodurch nach und nach eine Schiefe und dadurch eine falsche Bemuskelung entsteht.

Im heutigen Bericht möchte ich euch erklären, wie ihr herausfindet auf welche Seite euer Pferd schief ist und wie ihr das dann verbessern könnt.

Eine gute Muskulatur zeigt sich durch gleichmässige Bewegung der Muskeln, zum Beispiel im oberen Halsbereich oder im Lendenbereich. Klare Anzeichen für eine Verspannung sind zum Beispiel ungleichmässige Bewegung der Muskeln, kürzer tretende Hinterbeine oder ein schlecht gebogener Hals. Weitere Anzeichen können sein, dass das Pferd hinter dem Zügel geht um sich vor der Anlehnung zu drücken oder aber auch das Gegenteil, ein Pferd das mit vollem Gewicht auf die Trense pullt um sich nicht selbst tragen zu müssen. Meist sind die Probleme auf einer Seite massiver als auf der anderen. So merkt ihr dann auch welche Seite die schwächere ist.

Wie richte ich mein Pferd?

Wenn du dir das Ziel gesetzt hast, dein Pferd zu richten, musst du dir immer vornehmen nichts zur erzwingen. Eine langjährige Schiefe braucht seine Zeit, bis sie auskorrigiert ist. Des Weiteren würde ich persönlich zum Anfangen eine Fachmeinung einholen eines Pferde-Physiotherapeuten.  Als A und O Übungen kannst du die klassische Gymnastik nehmen. Wenn du solche Sachen übst, gib deinem Pferd genügend Pausen. Muskeln müssen sich erholen und das Pferd sollte locker bleiben. Wie sollen sich sonst Muskeln lockern. Arbeite immer nur wenige Schritte an einer Übung und geh dann wieder normal weiter.

Einfache Übungen kannst du gleich bei deinem nächsten Ausritt einbauen.

Klettern ist für Pferde super. Gerade die, die ihre Pferde im Flachland ausreiten sollten öfters einmal einen Hügel besteigen. Geritten kann das ganz schön viel Spass machen und für die Muskulatur ist das super! Leichte Bergabarbeit kann auch sehr viel bewirken oder am Hang Rückwärtsrichten.

Als Wunderübung empfehle ich das Schulterherein. Die Hinterhand bleibt auf dem Hufschlag, die Vorhand wird in die Bahn hineingeführt, bis der äussere Vorfuss und der innere Hinterfuss aufeinander eingespurt sind, so dass das Pferd auf drei Hufschlaglinien geht. Im Genick ist das Pferd leicht gestellt, aber der Hals fast gerade und die einzige Biegung erfolgt in den Rippen. Du kannst ebenfalls Übungen machen, wo du dein Pferd im Schenkelweichen von Wegseite zu Wegseite reitest.

Wenn du die Möglichkeit hast auf einem Zirkel zu arbeiten dann reite oft Achten. In der Acht kannst du die Innen-, wie auch Aussenstellung trainieren. Mache zuerst eine grosse Acht und dann immer kleiner. Du wirst schnell merken, dass dein Pferd mit der Zeit immer geschmeidiger wird.

Was mir immer hilft, ich suche mir zwei Bäume und mache die Acht dann im Wald. Wir haben eine sehr schöne Lichtung, da geht das super gut.

Wie kann ich mein Pferd unterstützen?

Um im Sattel eine gute Figur zu machen ist eine tadellose Hüfte Grundvoraussetzung. Wir wissen ja jetzt, dass wir alle auch eine Schiefe haben, wie wir das ausgleichen können, habe ich für euch recherchiert.

Die Hüften stabilisieren und verbessern:
Hier gibt es ganze einfache Übungen die wir in unseren Alltag einbauen können. Stellt euch für die ersten Übungen vor den Spiegel, dann wisst ihr, ob die Übungen korrekt ausgeführt sind. Wenn du dich jetzt auf ein Bein stellst, wirst du merken, du kannst diese Position auf einem Bein besser halten als auf dem anderen. Schon hast du deine Stärkere Seite herausgefunden. Achte dich, bist du beim Reiten auch auf diesem Bein stärker? Weicht dein Pferd schneller? Brauchst du automatisch mehr Kraft?

Du kannst diese Übung dann ausbauen und das hochgehaltene Bein strecken, anwinkeln oder Kreise in die Luft zeichnen. Trainiere die schwache Seite einfach immer ein zwei Mal mehr, aber trainiere auf jeden Fall immer beide Seiten. Diese Übung geht unter der Dusche, beim Anstehen an der Kasse, beim Kochen und so weiter.

Als Hüftstrecker kannst du dich auf den Boden auf den Rücken legen. Nun stellst du die Beine an, nahe am Körper und hebst deinen Körper an. Die Linie sollte zum Oberschenkel gerade sein.

FormularendeUm den Hüftbeuger zu dehnen kannst du einen langen Ausfallschritt machen. Wenn du mit deinem hinteren Knie nun den Boden berührst, spürst du eine Dehnung in der Hüfte und im Oberschenkel.

Ein Klassiker für die Hüft- und Oberschenkelmuskulatur ist der Squat. Hier kannst du den lateralen Squat machen. Du stellst die Füsse Schulterbreit und ein Fuss dann noch einen grossen Schritt raus. Beide Füsse stehen fest am Boden. Jetzt gehst du in die Knie und drückst dich wieder hoch. Auch hier ist wichtig, beide Seiten zu trainieren.

Mein persönliches Fazit.

Eine saubere korrekte Ausbildung von einem Pferd ist hohe Kunst. Jeden Tag lerne ich, was ich eigentlich nicht weiss und auch nicht kann. Oft fühle ich mich total überfordert. Ich bin schockiert wie wenig ich weiss. Auf der anderen Seite profitiere ich davon alles neu zu lernen und mir viel Gedanken machen zu müssen. Ich dehne täglich meine Hüfte, trainiere meine Beine regelmässig und kann in der Zwischenzeit sogar Liegestützen. Das alles mache ich nicht, weil ich es so cool finde, ich merke aber einen grossen Unterschied im Sattel. Mein Gleichgewicht ist besser, meine Hand ruhiger, mein Bein präziser! Ich spüre mich und meinen jungen Wallach in der Zwischenzeit sehr gut. All das hilft mir seine und meine Schiefe zu eruieren und zu bewältigen.

Ich wünsche euch viel Spass beim Herausfinden und Ausprobieren.

Xenia mit Aeringi

 

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