Mein Pferd als Spiegelbild meines Inneren Ich / Teil 2

Nach der Erleuchtung die ihr nach meinem letzten Blogg, also Teil 1, hattet, folgt jetzt die mögliche Umsetzung

Und so kann dies gehen: Das ganze fängt mit Kleinigkeiten an. Mach dir als erstes klar, was du willst und was du tolerierst und wo du die Grenzen setzt. Also mein Pferd kennt den Pfiff von mir, wenn ich in den Stall komme. Sie steht bereits an der Boxe und wartet auf mich. Nach der Begrüssung, die ruhig überschwänglich sein darf, soll sie aber still stehen, wenn ich sie halftern will. Bei mir gibt es kein Gezappel oder gar wegdrehen. Wenn sich dein Pferd Wegdreht oder gar nicht kommt, dann habt ihr bereits ein grundlegendes Problem. Bei Euch ist die Rangordnung in eurer Herde nicht klar. Also für Dein Pferd schon, denn er ist der Chef. Was nun, wenn dies bei dir der Fall ist. Du musst der Chef werden und Grenzen aufzeigen. Er muss dich als Chef oder besser gesagt als sein Alphatier akzeptieren. Nimm ihn an die Hand und geh einige Schritte mit ihm. Sei bestimmend und gib du das Tempo an. Er soll neben dir auf Höhe der Schulter gehen. Mach einige Übungen mit Anhalten. Bleib einfach stehen und schau was passiert. Er soll sofort auch stehen bleiben. Ansonsten greif ein und sei klar in deiner Körpersprache. Stell dich selbstbewusst und gross hin und zeige Grenzen auf. Mach dies einige Male. Mach auch beim laufen Richtungswechsel. Er soll von dir weg und mit dir mitgehen. Stell ihn rückwärts. Das ist für das Pferd die grösste Unterwerfung, das Rückwärts gehen. Also, lass dich nicht von ihm zurückdrängen sondern umgekehrt. Richte du ihn zurück. Am Anfang kannst du ihm mit der Hand auf die Brust drücken zur Hilfe oder mit einer Gerte die Beine leicht touchieren. Bis er dies nur über deine klare Körpersprache macht. Das sind ganz einfach Übungen, die du jeden Tag vor dem Reiten oder beim auf die Weide führen machen kannst. Da ist nämlich schon der nächste Punkt. Klar, freut er sich auf das saftige Gras, auch dass er sich austoben kann. Dies ist aber kein Grund, die Manieren und die Grenzen zu vergessen. Dein Pferd kann anständig auf die Weide laufen und muss auch nicht lospreschen. Das ist alles Erziehungssache. Mach diese Übungen auf dem Weg zur Weide oder sogar auf der Weide.

Auch beim Putzen wird still gestanden und nicht herumgehampelt. Beachte, dass dein Pferd jedoch auch „chutzelig“ sein kann. Oder über verspannte Muskulatur zu striegeln, ist auch nicht angenehm. Auch beim Satteln kann es sein, dass dein Pferd schwierig tut. Frage dich also weshalb? Passt der Sattel, hat er Druckstellen oder Gurtenzwang oder habt ihr wieder einen Machtkampf in Eurer Rangordnung? Sei dir bewusst, dass dein Pferd nicht denken kann. Pferde verbinden alles mit dem positiven oder negativen. Sie können nicht zusammenhängend denken.

Auch beim Zäumen wird nicht davongelaufen. Rege dich auch nicht auf, wenn dein Pferd das Bein anhebt wenn du die Gamaschen anlegen willst. Kurz zuvor wolltest du ja das Bein noch haben um die Hufe auszukratzen.

Nun seid Ihr parat und es kann ans Reiten auf dem Platz oder ins Gelände gehen. Aufsteigen!!!!!!!!!!!!!!!! Ich glaube, du weisst was ich sagen will. Es muss still gestanden werden. Auch dies ist Übungssache. Steigt so lange auf und ab bis es klappt.

So, und los geht’s, ab ins Gelände! Ach, jetzt ist Niemand da der mitkommen kann. Nun muss ich alleine gehen. Wo reite ich wohl durch, damit ich keine Probleme habe? Stopp, stopp, stopp, dies sind ganz falsche Gedanken.

Denke und Reite immer POSITIV

Also los geht’s ins Gelände, das schöne Wetter geniessen. Zeit mit meinem Pferd verbringen und Spass haben. Zusammen entspannen gehen. Das ist die richtige Einstellung.

Wenn du bereits im Voraus überlegst, wo sich dein Pferd erschrecken könnte oder wo er nicht durch geht, wo Gefahren auf euch beide Warten könnten, das kann nicht funktionieren. Du machst dich automatisch klein, verspannst dich und wartest bereits auf die falsche Reaktion von deinem Pferd. Auch wenn du dies nicht bewusst wahrnimmst. Unterbewusst veränderst du dich und dies spiegelt sich im Verhalten deines Pferdes. Also sei offen und selbstbewusst. Konfrontiere dein Pferd von Anfang an mit jeglichen Situationen und gib ihm Vertrauen. Da musst du deine Aufgabe als Alphatier auch übernehmen. Dies erwartet dein Pferd von dir. Also, lass die Gespenster die du selber hervorgerufen hast nicht aufleben.

Das gleiche beim Reiten auf dem Platz. Sei klar in deiner Sprache in deiner Kommunikation mit deinem Pferd. Nur so kann er dich verstehen und das was du verlangst auch richtig umsetzen. Lass es bei gutem gelingen auch gut sein. Wie gesagt, dein Pferd kann nur positiv und negativ mit einer Übung, Lektion, Situation, etc. verbinden. Also ganz wichtig belohnen, belohnen, belohnen, wenn er es gut gemacht hat.

Ihn bestrafen oder besser dem Pferd mitteilen, wenn es etwas falsch gemacht hat. Da sind wir Weltmeister. Wen er es gut gemacht hat, ist dies einfach selbstverständlich. Nein eben nicht. Zeige deinem Pferd, das er es gut gemacht hat. Er soll es ja für das nächste Mal wissen und wieder positiv abrufen.

Stelle dazu auch an dich und dein Pferd Anforderungen und Ziele, die Ihr erreichen könnt. Kleine Ziele, kleine Schritte, viele und grosse Erfolge. Ansonsten steigt das Frustpotential an und du begibst dich wieder in den Strudel des negativen Trichters.

Wie gesagt, stelle auch an dich Anforderungen und Ziele die du erreichen kannst. Sei aber auch mit dir streng und korrekt. Du verlangst auch, dass dein Pferd die Übung, Lektion, Situation, etc. korrekt ausführt. Habe diesen Anspruch auch an dich, respektive hat dein Pferd diesen Anspruch an sein Alphatier.

Ich glaube, Du verstehst langsam, was ich Dir sagen möchte. Mach Dir Gedanken zu Dir selber und Du findest viele Antworten zu Deinem Pferd. Dies betrifft nicht nur das Innere sondern auch das Äussere.

Ist dein Pferd auf eine Seite besser zu Reiten wie auf die andere? Welches ist deine starke Seite? Wie du, hat auch dein Pferd eine starke und schwache Seite. Dazu kommt, dass du dein Pferd auch wieder auf deiner starken Seite, unbewusst mehr förderst. Du hast auf deiner starken Seite mehr kraft, bist feinfühliger und du kannst deine Muskulatur besser kontrollieren.

Ist dein Pferd verspannt oder steif? Achte einmal bewusst auf deinen Körper. Wo bist du verspannt oder steif, welche Bewegungen fallen dir schwer oder wo bist du in der Bewegung eingeschränkt. Meistens hat dein Pferd genau dieselben Probleme.

Die Muskelverspannungen sind durch Stürze, falsche Bewegungen, Verletzungen oder wieder auf Dein „Inneres Ich“ zurück zu führen.

Du fragst dich jetzt, weshalb dein „Inneres Ich“? Dein Körper, darunter auch deine Muskulatur können auch traumatisiert sein. Das dies durch Stürze, falsche Bewegungen oder Verletzungen sein kann, ist uns wohl allen klar. Solche Vorfälle werden unterbewusst im Körper gespeichert. Dadurch kann es sein, dass sich Muskeln schonen oder blockiert sind. Weiter können seelische Belastungen, wie Stress, nicht verarbeitete persönliche Probleme, belastende Situationen usw., unbewusste Blockaden im Körper auslösen.

Dies alles zeigt dir dein Pferd. Du musst nur genau hinsehen. Wenn du dir einmal überlegst, dass dein Pferd alle Bewegungen, alle Übungen, alle Sprünge und Lektionen die du mit ihm reitest, in der Natur auch ohne dich kann, dann liegt es eigentlich auf der Hand, dass alle unnatürlichen Einflüsse durch dich als Reiter immer störend sein müssen. Also sei doch einfach natürlich und ungezwungen. Denn dein Pferd kann alles ohne dich.

Wenn du bereit bist, dich mit deinem „Inneren Ich“ auseinander zu setzen, dazu beachtest, dass dein Pferd ein Flucht-und Herdentier ist und alles eigentlich ohne dich kann und dazu du noch deinen gesunden Menschenverstand einsetzt, dann hast du viel verstanden und wirst Erfolg in der Arbeit mit deinem Pferd haben.

Denke und Reite immer Positiv!

 

 

 

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