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Mein Leben als Pferdebesitzerin

Diesen Monat feiere ich das halbjährige Zusammenleben mit Aeringi. Unser Leben in einer Wohngemeinschaft, Partnerschaft oder als seine Sklavin möchte ich heute in einem Bericht genauer aufzeigen.

Wir haben uns im März kennenglernt. Man kann fast sagen, bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Dieses Pferd vereint alles, was ich mir je wünschte. Er spiegelt Pferde die ich liebte und zeigt Seiten die ich bei einem Tier noch nie gesehen habe. Er ist blitzgescheit und frech. Nach einem halben Jahr kann ich mir mein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.

An was ich alles nicht dachte.

Die die mich kennen wissen, ich bin unglaublich durchgeplant. Ich führe Listen, damit ich weiss für was ich Listen habe. Alles wird immer organisiert, nichts dem Zufall überlassen und doch bin ich über mich selber erstaunt, wie viel ich vergessen habe! Da fehlten Abschwitzdecken mit Halsteil! Wie kann man ein solch wichtiges Teil im Stallschrank nur vergessen?

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Es fehlten im Sommer die Sprays und Salben gegen Mückenstiche und das Wundermittel wenn irgendwo arg gescheuert wird, Biohautöl von Loevet!

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Das Wundermittel gehört einfach in jede Putzkiste!

Was alles kommt, wo du sowieso nicht damit rechnest.

Du brauchst alles doppelt? Wirklich! Ich dachte immer ich sei pragmatisch! Um beim Beispiel Abschwitzdecke zu bleiben, nein, eine reicht nicht! Es braucht mindestens zwei. So zieht es sich durch alles mögliche hindurch. Wer hat dann schon nur ein Heunetz? Eine Gerte? Oder eine Leuchtweste? Mit dem habe ich echt nicht gerechnet.

Um die Ironie ein wenig zu verlassen, ich bin überwältigt über die Zusammenarbeit im Stall. Mit Michele, Rebi und Vany führe ich einen Selbstversorger, man kann diesem Konstrukt schon Unternehmen sagen. Wir verwalten Finanzen, planen Mitarbeitereinsätze, koordinieren Futter und Ressourcen wie es in einer Firma vorkommt. Wir haben Stallsitzungen und Essen zusammen und bei all dem Lebenswichtigen fehlt es uns nie an Spass. Für diese Liebe liebe ich unser Konstrukt sehr.

Fragen, die ich dachte ich wisse die Antwort. Nach 20 Jahren dachte ich echt, ich wisse praktisch alles rund ums Pferd. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass war ein Irrtum! Mir fehlen so viele Basics, ich hinterfrage mich manchmal selber! Darf so jemand überhaupt ein Pferd halten? Zum Glück bin ich nicht alleine und kann auf all meine Ponyfreundinnen zählen!

Wie sich mein Leben verändert.

Mit zwei Hunden bin ich es mir gewohnt Verantwortung zu übernehmen. Ich weiss was es heisst, Termine so zu koordinieren, dass alle gut durch kommen. Ich habe mir das aber mit Pferd einiges schwieriger vorgestellt. Ich habe das grosse Glück, dass mein Freund hier sehr kulant ist. Ich springe zwischen Hundeplatz, Pferdemist und Dates hin und her und arbeite schwer an meinem Zeitmanagement. Und doch, ich glaube, ich habe es ziemlich im Griff. Ich sehe meine Freunde weiterhin und wer mich arg vermisst, besucht mich im Stall.

Die Lebensqualität hat sich enorm verbessert! Ich bin sehr viel glücklicher seit ich mein Lebenstraum vom eigenen Pferd verwirklicht habe. Ich bereue keine Sekunde.

Das Liebe Geld.

Ich kann ja offen und ehrlich sein, sparen war nie mein Hobby. Es ging immer alles auf, es hatte aber nie so viel übrig, dass ich mich als Sparfuchs bezeichnen würde! Das hat sich im letzten halben Jahr sehr geändert. Der Schritt zum eigenen Pferd hat mich dazu gebracht, mein Sparkonto zu füllen und sogar an eine Altersvorsorge zu denken. Irgendwie, wirkt alles erwachsener, wenn man eine solch grosse Verantwortung trägt.

 

Aeringi behandelt mich gut. Er ist zwar nicht immer einfach und hat seine eigenen Ideen, ich bin aber sehr froh, dass er über mein Leben herrscht und kein anderer. Er ist dankbar und liebenswert. Für ihn würde ich mein letztes Hemd geben.

Ich weiss, dass die Entscheidung zum eigenen Pferd nicht einfach ist. Es ist eine langjährige Verpflichtung die viel Arbeit und viel finanzielle Einbussen mit sich bringt. Für nicht Reiter oder für nicht Pferdebesitzer ist es nur schwer verständlich warum wir so viel investieren für ein Hobby.

Unsere Pferde sind aber nicht nur unser Hobby, unsere Pferde sind unsere Partner. Ich vergleiche Aeringi oft mit einem Teampartner, wo andere eine Mannschaft voller Kollegen haben, stehe ich neben meinem Pferd. Wir verstehen uns dann, wenn andere sich nicht mehr verstehen. Ein Pferd als Teampartner zu haben, erfordert unermüdliche Disziplin und eine unglaubliche Hingabe. Viele vergessen, dass all das nur durch jahrelanges Zusammenleben entsteht.

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Xenia mit Aeringi.

 

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