Mein erstes Studententurnier in Ulm

Letztes Wochenende fuhr ich mit Laura und Kathi, zwei weiteren Reiterinnen der Akademischen Reitsektion Zürich (ARS), sowie einer Hand voll Supporter an das Studentenreitturnier in Ulm. Es war mein erstes Turnier überhaupt. Ich hab mich sozusagen selbst ins kalte Wasser geworfen.

Zuerst erklär ich euch wie das Turnier ausgetragen wird, damit ihr einen besseren Überblick habt. Geritten wird in einem KO-System, d.h. ein Pferd wird von drei Reitern präsentiert in der Dressur und im Springen. Fachkundige Richter bewerten die Ritte mit Noten. Derjenige Reiter, der die beste Note hat, kommt in die nächste Runde. Wenn es sich um ein 12 Nationen Turnier handelt, reiten in der ersten Runde 36 Reiter und in der zweiten sind es nur noch 12 usw. Somit ist die dritte Runde bereits das Halbfinale und nach vier Runden ist das Turnier ausgetragen. Da es in der ersten Runde so viele Reiter hat, werden zwei Abteilungen gebildet mit je 18 Reitern.
Die erste Runde Dressur wird, als einzige, als eine Mannschaftsdressur geritten. Die wichtigste Regel ist: Jeder Reiter setzt sich auf ein Pferd, dass er nicht kennt. Somit hat keiner einen Vorteil bzw. herrschen für alle die gleichen Bedingungen.
Die Turniere finden von Freitag bis Sonntag Abend statt. Meist werden die ersten drei von vier Runden Dressur am Samstag geritten. Die erste Abteilung des Springens ist meist Samstag Abend und der Rest erst am Sonntag. Aber es gibt keine festgelegte Regel und jeder Veranstalter kann nach Belieben das Turnier gestalten.

In der Dressur hatte ich Franz, ein Schulpferd der Reitanlage „Reit-und-Fahrverein-Ulm-Wiblingen e.V.“ 12079220_10153608278078815_6802171455262269554_n561f561ca2dce

Zur Dressur kann ich nicht viel sagen nur dass ich eine 6.3 hatte und es grossen Spass gemacht hat. Der Abstand zur besten Reiterin betrug nur 0.5. Die dritte Reiterin hatte die gleiche Bewertung wie ich.
Eine 6.3 ist für mich persönlich eine sehr gute Note. Ehrlich gesagt habe ich ein solches Resultat gar nicht erwartet. Der Grund für meine Überraschung liegt nahe. Bis anhin hatte ich immer ein wenig Dressur in den Reitstunden als Vorbereitung, aber ich war noch nicht oft in reinen Dressurstunden, wo alles ganz penibel korrigiert wird. Aber dies wird sich spätestens im Frühling ändern, sobald ich den Schwerpunkt wieder auf das Reiten setze. 
Dank Laura hatte ich auch die perfekte Frisur für die Dressur. Ich hatte schon ein Leben lang immer einen Kampf mit meinen Haaren, aber wenn Frau ein wenig nervös ist, geht nichts mehr!

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Vor dem Springen war ich dermassen nervös, dass es mir regelrecht schlecht wurde. Ein Freundin kam vorbei und fragte mich, ob sie hier bleiben soll und mich ein wenig unterstützen. Ich war froh um ihre Hilfe. Als ich aber die ersten zwei Einsprünge hinter mir hatte, war die Nervosität auf einmal verflogen. Das Pferd Bon Bini war eine super Wahl. Erstens ist sie eine erprobte Studentenspringerin und zweitens kann man ihr einfach vertrauen. Besser hätte ich meinen ersten Parcours nicht haben können. An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an die Besitzerin!

Im Springen gab es gar eine 6.5, wobei mir 0.5 abgezogen wurde für eine Stange. Beim Springen war der Abstand ein wenig grösser, nämlich 1.7 nach Abzug zur besten und 0.5 zur zweitbesten. Trotz dem Abstand bin ich mit meinem ersten Stilspringen sehr zufrieden.

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Ich kam leider in beiden Disziplinen nicht über die erste Runde hinaus wie auch die beiden anderen Schweizer Reiterinnen. Aber ich hatte grossen Spass am Wochenende.
Im Ganzen bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich hätte mir nie erträumt solch gute Noten zu erhalten, da ich unter anderem viel weniger Erfahrung habe als alle anderen Teilnehmer. Es macht mir aber Mut, mehr an mir zu arbeiten, da ich wohl doch nicht ganz unbegabt bin :) Vor allem finde ich es sehr gut, dass wir immer eine schriftliche Bewertung bekommen und so gleich sehen, an was Reiter noch arbeiten könnte. Ich freue mich schon auf mein nächstes Studententurnier.
Dazu hat es mich gepackt dieses Wochenende und für mich steht fest, dass ich spätestens ab dem nächsten Frühling wieder mehr auf das Reiten setze. Das heisst für mich, dass ich im Volleyball kürzer treten werde. Ganz aufgeben werde ich es nicht, weil ich ohne diesen Sport nicht kann und ein wenig Abwechslung neben dem Reiten immer gut tut.

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