Ludger Beerbaum - Erfolge in der Schweiz

Ludger Beerbaum ist schon fast zur lebendigen Legende geworden. Er hat inzwischen mehr als 30 nationale und internationale Medaillen erobert, darunter allein viermal olympisches Gold. Somit gehört er bereits jetzt zu den erfolgreichsten Springreiter aller Zeiten. reitsport.ch freut sich sehr, ihn am CSI Basel Stand am Samstagnachmittag, 11. Januar 2014,  zu begrüssen.

Der kleine Esel hat sich im hinteren Winkel seiner Boxe verschanzt. Die Ohren stehen steil wie Kirchturmspitzen in die Höhe, knopfrunde Augen blicken aufmerksam zur Tür, schauen in die spitzbübisch zusammengekniffenen Äuglein des kleinen Lockenkopfes gegenüber. Dieser überlegt kurz, nimmt allen seinen Mut zusammen, nimmt Anlauf und schwingt sich aufs Langohr. Klein-Ludger klammert seine schlaksigen Beine schlangengleich um den runden Bauch des Eselchens und saust im wilden Schweinsgalopp aus dem Stall….Eine schöne Geschichte - zu schön, um wahr zu sein. Auch wenn in allen Gazetten der Republik zu lesen steht, dass Ludger Beerbaum auf einem Esel das Reiten gelernt hat, wollen wir jetzt mit dem schönen Märchen aufräumen und der Wahrheit alle Ehre geben.

„Den Esel hat´s schon gegeben. Er stand für ein paar Wochen bei Graf Metternich in Adelebsen im Stall. Ich habe aber keine dreimal auf ihm gesessen“, sagt Ludger Beerbaum. Irgendwann hat halt irgendwer einmal die Story vom Eselreiter in einer Zeitung veröffentlicht..."

In der Tat veröffentlichten die Medien viele Geschichten, die den ehrgeizigen Pferdemann nicht immer im besten Licht zeigen. Ludger Beerbaum wurde bereits wegen unerlaubten Medikation vom internationalen Sportgericht disqualifiziert (Aberkennung der Olympischen Goldmedallie in Athen 2004).

Seine Erfolge und die steile reiterliche Karriere waren Beerbaum nicht immer neidlos gegönnt. Beerbaum war in Deutschland Sportler des Jahres, führte das FEI Ranking an, war Welt- Europa und Deutschermeister - die Liste der Siege und Erfolge nimmt kein Ende. Immer wieder gab es kritische Stimmen zu seinem sehr geradlinigen Verhalten leider auch im Umgang mit Pferden. Hierzu passt die Geschichte, welche sich am CSIO St. Gallen 2013 ereignete. Ludger Beerbaum startete als einer der wenigen Reiter den Parcours bei starkem Regen im matschigen Boden. Kritiker sagten ihm nach, dass er sich nicht genügend um die Gesundheit des Pferdes sorge und ein grosses Risiko auf sich nahm. Beerbaum brachte zu seiner Verteidigung an, dass er nur die ersten 6 Hindernisse gesprungen sei, und danach - aufgrund der gemachten Erfahrung, abgebrochen habe. "Ich wollte diese Prüfung vor dem Nationen Preis nutzen, um die Bodenverhältnisse zu erleben. Die Hindernisse wurden wegen des Wetters auf 1.45 gesenkt, die Dreierkombination entfiel und der Wassergraben auch. Solche Parcours reiten wir jedes Wochenende. Aber ich brach den Parcours ab, weil die Verhältnisse wirklich zu schlecht waren. Vielleicht Pferde, die nicht besonders vorsichtig sind, hätten das mitgemacht. Für ein sehr vorsichtiges Pferd wäre das Reiten bei solchen Verhältnissen verheerend."

Mit seinem ernormen Erfahrungsschatz im Reitsport, ist Ludger Beerbaum ein gefragter Botschafter. Für Pikeur, Eskadron und Roeckl, die auch bei reitsport.ch im Sortiment vertreten sind, testet Ludger Beerbaum neue Produkte und hilft den Marken bei der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Entwicklungen.

Erfolge in der Schweiz

Ludger Beerbaum ist mit seinen 50 Jahren ein Routinier der Seinesgleichen sucht. Schon nur die Erfolge, die er in letzter Zeit in der Schweiz feierte, sind zu zahlreich, um abschliessend aufzulisten. Er war zum Beispiel schon am ersten CSI Basel (als es 2010 noch ein 4* Turnier war) erfolgreich am Start und gewann mit Couleur du Rubin das Championat der Stadt Basel.

Im letzen Jahr, im 2013 gewann er mit seinem aktuellen Spitzenpferd Chaman gleich in Basel und Zürich die LGT Privat Bankier Prüfungen.

Am CSI Zürich feierte Ludger Beerbaum überdies viele weitere Erfolge: Beerbaum hat mit Chaman in den letzten drei Jahren rund eine Million Franken an Preisgeldern gewonnen und am CSI Zürich schon seinen neunten Sieg in einem wichtigen Springen feiern können. Dreimal gewann der Routinier die Mercedes-Classic und zweimal den Rolex-Grand-Prix (im 2009 mit All Inclusive).

Auch für die Teilnahme am CSIO in St. Gallen reist Ludger Beerbaum regelässig wieder in die Schweiz und zeigt beste Resultate: Er wurde 2. des Nationenpreis mit Gotha. Er ist nämlich seit 2010 derjenige Reiter, der meisten Start im Springreiten für den deutschen Nationenpreis inne hält. Den Rekord seines Vorgängers Hans Günter Winkeler brach er damals am CSIO in St. Gallen.

In Genf - am CSI de Geneve - startet Ludger Beerbaum ebenfalls seit vielen Jahren. Spektakulär war sein Sieg an der Weltpremiere in 2001: Das erste Finale der Top 10 der Rolex FEI Rankings, das von Rolex und Gandini präsentiert wird, vereint die besten Reiter der Welt. Ludger Beerbaum und Goldfever III erhalten Standing Ovations von den Genfer Zuschauern. Beerbaum gewinnt vor dem Belgier Ludo Philippaerts (Verelst Otterongo Kopshoe) und Franke Sloothaak auf Gio Granno. Seither kommt er jedes Jahr wieder nach Genf: auch 2002 siegt Beerbaum am Rolex Finale und wird 2010 auf Gotha 2.

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