Luca Moneta zeigt: Es geht auch ANDERS!

Die schrecklichen Bilder & Nachrichten rund um die EM Aachen wollten gar nicht mehr aufhören. Plötzlich war der grosse Sport böse, aber die (schon länger) „still“ vor sich hin leidenden Pferde sind trotzdem niemandem vorher aufgefallen?! Denn diese sieht man ja nicht nur im Fernseher, sondern auch gerne mal auf dem Wald- & Wiesen- Turnier! Da die Welt momentan allgemein nicht viel Gutes zu verzeichnen hat, möchte ich euch heute jemanden vorstellen, der zwar auch im grossen Sport tätig ist, jedoch zeigt er, dass es auch anders geht!  

Wie schon in früheren Blogeinträgen erwähnt, arbeite ich seit einigen Jahren mit meinen Pferden nach dem Parelli Programm. Wer mich näher kennt, weiss, dass für mich der Leitspruch „Put the relationship first“ nicht nur eine dahingesagte Floskel ist, sondern gleich in meine tägliche Arbeit mit den Pferden einfliesst. Hierzu kommt natürlich auch, dass Pferde für mich KEINE Sportgeräte, sondern vollwertige Familienmitglieder sind und es daher auch einen sanften Weg geben muss, mit dem Pferd gemeinsame Ziele zu erreichen bzw. entsprechend kommunizieren zu können 

Jemand der mich in diesem Bereich wirklich inspiriert und ich auch sehr bewundere, ist Luca Moneta

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(Bildquelle Luca Moneta- Homepage

Er arbeitet oft mit talentierten, aber dennoch auch sehr „schwierigen“ Pferden (welche die meisten Profispringreiter eher meiden) zusammen. Er spornt diese Pferde zu Höchstleistungen an und zeigt, dass sportliche Ansprüche auch spielerisch „einfach“ erreicht werden können. Dies gelingt ihm nicht etwa durch Gewalt und Unterdrückung, sondern durch die Parelli Natural Horsemanship- Methode. Wenn man eines seiner Spitzenpferde „Jesus de la commune“ betrachtet, ist seine Leistung fast unbeschreiblich - denn dieses Pferd wollte vor einigen Jahren niemand mehr und weshalb er ihn von einem französischen Freund für „nur“ 7000 Euro gekauft. Nun läuft er mit ihm auf internationalem Niveau und hat unter anderem das „Knock- Out“ am CSI Zürich gewonnen. Kleiner Hinweis, das „Knock- Out“ ist wohl vom Geräuschpegel und der ganzen Atmosphäre für das Pferd wohl eine der belastetsten Prüfung überhaupt.

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Luca freut sich nach dem Knock- out- Sieg mit Jesus de la commune (Bildquelle Katja Stuppia / Pferdewoche)

Man sieht ihm seine Freude über diese Erfolge und seine Liebe zu den Pferden aber auch  an. Doch dies war nicht immer so. Im Laufe seiner Karriere, ist ihm diese Liebe bzw. „kindliche Freude“ am Pferd leider abhandengekommen. Seine nationalen und internationalen Erfolge waren zwar nicht ausgeblieben, jedoch hat er gemerkt, dass etwas fehlt bzw. waren seine Pferde lediglich Mittel zum Zweck geworden, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Bild in einem Reitermagazin (ein Junge der ohne Zaumzeug über ein Fass sprang), veränderte ihn, weshalb er seine ganze Arbeit zu hinterfragen begann. Dabei entdeckte er die Parelli- Methode und besuchte Kurse beim italienischen Parelli- Instruktor Franco Giani. Im Reitstall Monetas arbeiteten die beiden eng zusammen und er lernte Pat und Linda Parelli kennen. Sein Parelli- Wissen erweiterte er laufend, auch mit mehreren Aufenthalten in den USA. 

Ein weiterer Wegbegleiter ist der französische Springreiter Michel Robert. Welcher ihn im Springreiten förderte und im Gegenzug brachte Luca ihm viel über die Psychologie des Pferdes bei.  

 Für Luca Moneta war zwar klar, dass er weiterhin im Springsport aktiv sein will, jedoch sollen für ihn nicht die Resultate im Vordergrund stehen, sondern das Wohl des Pferdes. Dies unterstreicht er auch mit Aussagen wie:

«Wenn ein Pferd hinkt oder psychisch nicht so weit ist, um auf Turnier zu gehen, bleibt es zu Hause auf der Weide, basta» oder «Es gibt keinen Grossen Preis, der gross genug wäre, um eine Spritze zu rechtfertigen»

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Luca Moneta reitet auch auf dem Turnier gerne gebisslos (Bildquelle Luca Moneta- Homepage

Dies sind genau Ansichten, wie ich sie ebenfalls vertrete und ich schätze es sehr, dass er dies auch an grossen Turnieren so vertritt, obwohl es deshalb viele Personen gibt, welche ihn nur belächeln oder als verrückt abtun. Leider ist dies wohl auch teilweise ein Problem bei der Sponsorensuche, denn diese wollen natürlich den Kaufpreis eines Pferds möglichst schnell wieder reinholen und verzichten nicht gerne auf sogenannte „Kunstgriffe“.

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Jesus im Sport (CHI Genf

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& als Ausgleich im Spiel (Bildquelle Katja Stuppia / Pferdewoche)

Für mich ist es jedoch immer wieder faszinierend, was alles mit einem mit einem motivierten Pferd als Partner möglich ist. Wenn man ihm und seinen Pferden zusieht, kann man das vorhandene Vertrauen richtig wahrnehmen. Natürlich sind die Erfolge auch auf dem „klassischen Weg“ zu erreichen, jedoch finde ich solche Leistungen echt Lobenswert. Und ich denke vielen „Pferdemenschen“ würde es ebenfalls gut tun, dem Pferd einfach mal „zuzuhören“ und nicht immer nur dominant etwas von ihm zu verlangen ;-) 

Kleiner Nachtrag: Ich erwähne zwar ganz am Anfang, dass ich mit meinen Pferden nach der Parelli- Methode arbeite, jedoch stimmt dies nicht mehr ganz, denn ich habe mittlerweile auch noch viele andere Arbeitsweisen kennengelernt und nehme jeweils das mit, was für mich und meine Pferde stimmt, weshalb es sich inzwischen eher zu einem eigenen System entwickelt hat. Dies kann ich allen Menschen, die sich für Natural Horsemanship interessieren nur so weiterempfehlen! Denn überall wo Menschen sind, treten auch Schattenseiten auf, weshalb jeder für sich selber wissen muss, was für sein Pferd am besten ist! Dank Parelli konnte ich jedoch eine grosse Einsicht in die Psychologie der Pferde erhalten, was mir natürlich den Start in die gemeinsame Arbeit erleichtert hat. 

Jetzt wo der Winter wieder vor der Tür steht, werde ich mich sowieso auch wieder mehr auf diesen Teil der Arbeit konzentrieren, da ich mich als geborener Angsthase im Winter am Boden doch nochmals sicherer fühle ;-) Mehr dazu demnächst… 

Wer sich ein genaueres Bild von Luca Moneta machen will, schaut dazu am besten seine Videos an. 

Hier ein Beispiel… und damit ihn nicht gleich die „Online- Besserwisser- Community“ zerfleischt:

1. Ja, das Knotenhalfter (bzw. Natural Hackamore) sässe etwas weiter oben deutlich besser, deshalb zieht er es wohl auch gleich ganz aus

2. Und ja ich bin auch der Meinung „Kluge Köpfe schützen sich!“, aber wie gesagt, solange es uns Menschen gibt, wird es auch immer Fehler geben und jeder ist schlussendlich auch selber für sich verantwortlich! 

Luca-Moneta

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