Longieren - Abwechslung (Teil 2)


Dies ist der viertel Teil der Serie Longieren und der zweite zum Thema Abwechslung beim Longieren. Hier zeige ich euch noch mehr Möglichkeiten auf, wie ihr euer Pferd mit viel Variation beschäftigen könnt. In diesem Text wird es um die Stangen und Cavaletti gehen, die ihr auf der Volte einbauen könnt.

Einzelne Stangen, mehrere hintereinander oder auch Cavalettis lassen sich sehr gut beim Longieren einbauen. Ausserdem kann auch die Höhe verstellt werden, wobei sehr viele mögliche Kombinationen entstehen. Egal in welcher Gangart das Pferd geht. Wichtig ist nur, dass die Distanzen für das Pferd stimmen. Es sollte nicht so sein, dass das euer Pferd plötzlich verlangsamen muss, damit es nicht zu schnell in die Stangenreihenfolge kommt, aber auch das Gegenteil soll nicht der Fall sein. Das heisst, dass der Vierbeiner nicht an Geschwindigkeit zulegen muss, damit er überhaupt die gewählte Länge bewältigen kann. Das Ziel ist ein gelichmässiges, ruhiges und schwungvolles Tempo. Im Schritt beträgt die Länge ca. 80cm, im Trab reden wir von 1.10 - 1.30 Meter. Im Galopp reden wir von 2.00 - 2.50.
Oft wird mit drei Stangen angefangen.

Was sind die Vorteile bei dieser Aufgabe? Da es sich bei dieser Übung, um eine Gymnastizierung handelt, eignet sich diese gut um einseitige Steifheiten zu beseitigen. Aber auch der Rücken des Pferdes kann sich gut aufwölben und das ohne das Reitergewicht. Vom Pferd wird ausserdem verlangt, dass es fleissig vorwärts tritt sowie mehr Last auf das innere Hinterbein aufnimmt. Dies geschieht dadurch, dass das Pferd das Bein mehr zur Körpermitte zieht. Vor allem, sobald sich der Zirkel verkleinert. Auch wenn ihr Stangen auf der Volte habt, könnt ihr verkleinern und vergrössern.

Nach fünf bis zehn Runden solltet ihr eine Pause einlegen oder gar aufhören. Je nach Ausbildungsstand des Pferdes. Die Tiere können nicht viele Male darüber gehen, denn irgendwann erlahmt die Muskulatur und das Pferd wird müde. Wenn ihr wissen wollt wie anstrengend diese Übung für ein Pferd ist, dann macht folgende Kraftübung selbst. Hebt die Beine im Trabtakt so hoch, dass euer Oberschenkel waagrecht ist. Als Sportlerin selbst, ist die Aufgabe auch für mich kein Zuckerschlecken. Deswegen denkt daran, dass auch die Vierbeiner eine Leistungsgrenze haben. Ausserdem ist es nicht nur eine Pause für das Pferd, sondern wiederum eine Abwechslung innerhalb des Longierens.
Denkt auch daran, in beide Richtungen zu arbeiten. Ihr wollt ja nicht ein einseitiges Pferd bekommen. Wichtig ist auch, dass ihr euer Pferd beobachtet während der Arbeit. Ein nach unten durchgedrückter Rücken oder das Hochwerfen des Kopfes bedeutet, dass euer Pferd angespannt ist. Hier sollte die Stangenarbeit abgebrochen werden und den Tier eine Pause.

Wie schon gesagt, könnt ihr auch die Höhe variieren. Ich nenne euch drei Beispiele, aber ich könnt euer Fantasie freien Lauf lassen und die Hindernissfolge selber gestalten. Sie sollte aber dem Können des Pferdes entsprechen.
1. Die ersten zwei Cavaletti liegen am Boden, das dritte ist höher.
2. Abwechslungsweise hoch und tief.
3. Sofern das Pferd schon geübter ist, können auf der einen Seite drei Stangen und auf der anderen vier liegen.

Wie gerade im oberen Satz erwähnt, sollte es ein gut ausgebildetes Pferd sein. Bei Jungtieren ist immer Vorsicht geboten, da vieles schief gehen kann. Achtet immer darauf, dass der Rücken des Pferdes eine Wölbung nach oben hat, damit auch die richtige Muskulatur trainiert wird.

Ich sage es hiermit zum zweiten Mal, aber es liegt mir am Herzen. Bitte beachtet, dass diese Aufgaben auch ihre Zeit und Übung brauchen. Seit demnach geduldig und selbst sehr konzentriert, damit dabei eine gute Zusammenarbeit entsteht und jeder Spass daran hat. Eure Vierbeiner werden euch die Geduld und Abwechslung danken.

 

Links:

Longieren - ABC (Teil 1)

Longieren - Körpersprache (Teil 2)

Longieren - Abwechslung (Teil 3.1)

 

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