Longieren - Abwechslung (Teil 1)


„Wie viele Runden soll ich denn noch auf dem Zirkel drehen? Langsam wird es langweilig! Immer das gleiche.“
Was Pferde vom longieren halten, kann uns niemand sagen. Sicherlich ist es eine gute Abwechslung zum Rest wie auch eine gute Möglichkeit sein Pferd gut zu trainieren. Aber wie können wir dem Pferd mehr Abwechslung bieten beim Longieren, so dass es den Spass nicht daran verliert?

Im dritten Teil der Serie Longieren, werde ich euch Möglichkeiten aufweisen, wie ihr euer Pferd mit viel Variation beschäftigen könnt. Von einfachen Aufgaben ohne Hilfsmittel bis zu den höheren Stufen.

Zirkel oder Volte verkleinern kennt jeder Reiter. Dies kann auch beim Longieren eingesetzt werden. Hier ist zu beachten, dass die Longe stückchenweise eingezogen wird beim Verkleinern. Ansonsten kann es passieren, dass das Pferd die Hinterhand nach aussen dreht und frontal auf uns stehen bleibt. Deswegen immer mit Gefühl und am Anfang lieber zu wenig und dabei das Pferd beobachten wie es auf die Anweisung reagiert. Viele sagen, dies gehe nur mit der Doppellonge (später im vierten Teil).
Da hat wohl jeder seine eigene Meinung dazu. Mit der Doppellonge hat der Reiter sein Pferd ein wenig mehr unter Kontrolle und deswegen ist es auch möglich, dass es mit der Doppellonge besser und einfacher funktioniert. Aber die Arbeit mit der Doppellonge will gelernt sein!
Auch bei der Vergrösserung gilt, lieber langsam und Stück für Stück. Die Longe hinzuschmeissen bedeutet, dass das Pferd keine Anlehnung mehr spürt und nicht genau versteht, was ihm der Longenführer sagen möchte.
Nun zum Thema zurück. Nicht nur der Zirkel verkleinern und vergrössern ist möglich, sondern auch der Wechsel des Standortes. Das will heissen, der Führer verschiebt sich von der C Volte auf die Mittelvolte und dann weiter auf die A Volte. Eine kleine Erklärung zu dieser Aufgabenstellung. Sobald das Pferd aus der Kurve läuft und auf den geraden Abschnitt der Bahn kommt, beginnt der Führer sich in Hallenmiete zu verschieben. Dabei kann das Pferd ein Stück geradeaus gehen und sich gerade richten um später wieder auf der Volte in die gebogen Stellung überzugehen. Dies verlangt vom Reiter Kondition und von beiden hohe Konzentration. Hierbei kann das Pferd auf der geraden die Tritte verstärken, jedoch sollte es diese Übung kennen. Wenn nicht, besteht die Gefahr, dass es nach vorne wegrennt und zu schnell wird.
Wie kann Tritte verlängern und verkürzen an der Longe geübt werden? Es ist eigentlich ganz einfach. Egal welche Grundgangart das Pferd in diesem Moment geht. Das Pferd wird zurück genommen und verkürzt somit die Tritte. An sich keine grosse Sache, wichtig ist nur, dass es nicht in eine gemütlichen Trott hineinfällt. Es soll ja weiterhin schön treten und sich bewegen. Mit der Stimme oder auch Longe kann das Pferd im Takt behalten werden. Mein Tipp ist, dass der Reiter sein Pferd nicht zu lang im verkürzten Tritt laufen lässt. Am besten ist, wenn das Pferd ein paar Schritte verkürzt getreten ist, es wieder nach vorne in die Verstärkung darf. So bleibt die Aufgabe interessant und wird mit der Zeit nicht zur grossen Anstrengung. Dies kann in jeder Gangart geübt werden. Sobald dies funktioniert, wird auch der Wechsel des Zirkels keine Mühe bereiten.
Aber es geht noch einfacher! Nur schon viele Wechsel der Gangarten bieten Abwechslung und fordern viel Konzentration. Es müssen nicht einmal die „typischen“ Wechsel sein wie Schritt-Trab, Trab-Galopp oder umgekehrt. Wie wäre es denn mit Trab-Halt oder Schritt-Galopp? Es gibt so viele Varianten wie diese Gangarten kombiniert werden können und so ein abwechslungsreiches longieren ermöglichen.

Bitte beachtet, dass diese Aufgaben auch ihre Zeit und Übung brauchen. Seit demnach geduldig und selbst sehr konzentriert, damit dabei eine gute Zusammenarbeit entsteht und jeder Spass daran hat. Eure Vierbeiner werden euch die Geduld und Abwechslung danken.
Bald gibt es noch den zweiten Teil zur Abwechslung mit noch mehr Ideen!

Links:

Longieren - ABC (Teil 1)

Longieren - Körpersprache (Teil 2)

 

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