Laufband- ein Trend mit verschiedenen Funktionen

Laufbänder sind immer mehr im Trend. Sie werden heute in der Forschung, Therapie, Diagnose und fürs Training eingesetzt. Ursprünglich wurden Pferdelaufbänder für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Seit über 100 Jahren dienen sie der Forschung als Hilfsmittel. Immer mehr werden sie nun auch in Sport- und Handelsställen, jedoch auch in Kleinbetrieben als Trainingsmittel eingesetzt. Aber was macht die Laufbänder so lukrativ?

Laufbänder sind fürs Pferd gesünder als Karussells, da sie die Sehnen und Bänder weniger stark belasten. Das Laufband ist sehr geeignet für Pferde mit Kniescheibenfixation. Ein Problem, mit welchem zum Beispiel Freiberger Pferde sehr oft zu kämpfen haben.

Schrittlaufband:
Dieses Laufband wird fürs Training und für die Bewegung, sowie für die Rehabilitation eingesetzt. Zurzeit ist es noch vermehrt in grossen Handels- und Sportställen anzutreffen. Jedoch sind auch immer mehr Kleinbetriebe im Besitz eines Schrittlaufbandes, da die Anschaffungspreise nicht mehr ganz so hoch wie früher sind.
Der Vorteil des Schrittlaufbandes ist, dass sich das Pferd auf gerader Linie bewegen kann. Seine Lendenpartie wird ohne Reiter- beziehungsweise Satteleinfluss trainiert. Das Laufband eignet sich in der Rehabilitationsphase besonders gut zum wiedererlernen des normalen Bewegungsablaufes nach einer Verletzung. Durch die Bewegung des Bandes, ist das Pferd gezwungen sich ausbalanciert und gleichmässig zu bewegen. Ebenfalls eignet sich der Einsatz des Schrittlaufbandes bei Pferden, die das korrekte Schrittmuster verlernt haben.


Die Nachteile eines solchen Schrittlaufbandes sind, dass die Pferde teilweise rückwärts vom Band geführt werden müssen und das Laufen auf dem Laufband weniger anstrengend ist also die Arbeit draussen. Grund dafür ist, dass die Beine durch das Band künstlich nach hinten bewegt werden. Daher ist die Arbeitsleistung auf dem Schrittlaufband geringer als wenn die Pferde im Gelände oder auf dem Platz selber laufen müssen.

Hochgeschwindigkeits- Laufband:
Diese Art von Laufband wird für Leistungstests am gesunden Pferd verwendet, sowie für klinische Leistungstest bei Pferden mit Leistungsschwäche. Ebenfalls dient das Hochgeschwindigkeitslaufband zur Bewegungs- und Lahmheitsanalyse.
Damit Tests auf dem Hochgeschwindigkeitsband durchgeführt werden können sind einige technische Voraussetzungen notwendig. Die Geschwindigkeit eines solchen Bandes beträgt rund 14 bis 15 Meter pro Sekunde oder anders gesagt 55km/h. Wichtig ist daher, dass im Raum wo das Hochgeschwindigkeits- Laufband benutzt wird mit Ventilatoren gearbeitet wird. Es muss mit starken Ventilatoren gearbeitet werden damit eine gute Luftzirkulation vorhanden ist und das Pferd nicht überhitzt. Ebenfalls wichtig ist, dass das Pferd für die Tests mit einem Sicherheits-Geschirr ausgerüstete wird. Dieses dient zum Auffangen des Pferdes, falls es aus dem Takt gerät. Hängt das Pferd im Sicherheitsgeschirr fest, stellt das Band ab.

Damit Pferde auf dem Hochgeschwindigkeits- Laufband getestet werden können, müssen sie trainiert sein. Die Tiere müssen zu Beginn langsam an das Band gewöhnt werden, damit sie Spass an der Arbeit haben und auch willig sind.

Leistungstest am gesunden Pferd: Ziel ist es den Trainingszustand des Pferdes zu erfassen. Man möchte herausfinden, wo das Pferd im Training steht und wie man es noch besser trainieren kann. Oft werden solche Tests bei Cross- und Rennpferden durchgeführt. Der Grund weshalb die Pferde auf dem Laufband und nicht draussen getestet werden ist, dass draussen mehr Einflussfaktoren das Resultat des Testes verfälschen würden, wie zum Beispiel Boden, Kurven, Wind und vieles mehr. Am Anfang wird das Pferd langsam belastet. Mit der Zeit wird es immer näher an die Leistungsgrenze geführt.
Am gesunden Pferd können die Leistungskapazität von Herz- Lunge und dem Bewegungsapparat getestet werden. Während der Bewegung kann durch einen Katheter dem Pferd Blut abgenommen werden und somit festgestellt werden, ab welcher Geschwindigkeit sich das Pferd in einem anaeroben Zustand befindet.

Leistungstest am Pferd mit reduzierter Leistung: Dieser Test dient dazu herauszufinden, ob der Befund der klinischen Untersuchung in der Ruhephase einen Einfluss auf die Leistung des Tieres hat. Jedoch dient der Test auch dazu, herauszufinden ob beim in Ruhe gesunden Pferd unter Belastung eine leistungslimitierende Veränderung gefunden werden kann.

Durch den Leistungstest der Atemwege können Krankheiten genauer analysiert werden. Zum Beispiel kann DDSP erkannt werden. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine belastungsinduzierte Dorsalverlagerung des Gaumensegels. Ein Zeichen für diese Krankheit ist das plötzliche Einbrechen unter hoher Belastung, zum Beispiel Rennpferde beim letzten Spurt.

Beim Leistungstest des Bewegungsapparates können durch Drucksensoren minime Unregelmässigkeiten beziehungsweise eine Lahmheit festgestellt werden, die von Auge kaum wahrgenommen werden.

Wasserlaufband:
Das Laufband im Wasser wird hauptsächlich zur Rehabilitation und für Trainingszwecke eingesetzt. Unterschieden wird zwischen In- ground und Over- ground Laufbändern.
Beim In- ground Laufband steht man über dem Pferd, welches direkt ins Wasser hinein geführt wird. Diese Variante ist für das Personal, sowie fürs Pferd sehr sicher, da die Tiere nicht versuchen können raus zu springen. Ebenfalls können die Pferde in kurzer Zeit an das In- ground Wasserlaufband gewöhnt werden. Die Nachteile einer solchen Einrichtung sind, dass der Wasserstand nicht variiert werden kann. Ebenfalls ist es tendenziell etwas unhygienisch, da Pferde oft in Wasser äpfeln. Dazu kommt, dass für das In- ground Laufband extrem viel Platz benötigt wird.

Bei der overground- Variante wird das Pferd in eine zuerst lehren "Kiste" geführt. Das Laufband wird erst wenn das Pferd drin steht geflutet. Diese Methode braucht mehr Angewöhnungszeit als die ingorund- Variante, wo das Pferd direkt ins Wasser laufen kann. Ebenfalls ist diese Variante für das Pferd und das Personal weniger sicher. Dafür liegt der Vorteil darin, dass die Wasserhöhe variiert werden kann und es hygienischer ist.

Wasserlaufbänder für Pferde wurden vor ungefähr zwanzig Jahren erfunden. Seit drei bis viere Jahren sind sie in der Schweiz gross im Trend.

Das könnte Dich auch interessieren‚‚

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.