Lasst den Ball rollen- Polo spielen ist angesagt

Heute fangen die Fussbälle in den brasilianischen Stadien an zu rollen. Was wäre also zum WM- Start passender als einen Artikel zum Thema Ballspiel. In diesem Bericht dreht es sich jedoch nicht wie in Brasilien um Fussball, sondern um das Polo- Spiel.


Geschichte

Es gibt keine archäologische Funde, die den Ursprung des Polos belegen könnten. Man geht jedoch davon aus, dass das rasante und technisch hoch anspruchsvolle Spiel 600 v. Christus in Persien entstanden ist. Noch heute wird in dieser Region das Polo- Spiel verehrt. Erst um 1850 wurde das Spiel durch die Britten in die westlichen Länder gebracht. Die Popularität des Polosports führte dazu, dass 1859 in England der erste Poloclub gegründet wurde. Die Amerikaner fanden sehr schnell Gefallen an dieser neuen Sportart und forderten die Britten auf Regeln festzulegen. Durch englische Rancher kam der Sport dann auch nach Südamerika. Vor allem in der Region rund um Buenos Aires stiess der Polosport auf grosses Interesse. Aus englischen und südamerikanischen Pferden wurde dann das ideale Polopferd gezüchtet. Noch heute gilt diese Kreuzung als ideale Polorasse. Während es in den Kriegsjahren in Europa ruhig um den Polosport wurde, entwickelten sich die Argentinier weiter. Man entwickelte sein Wissen und Können weiter und erreichte eine bis heute unangefochtene Dominanz in der Poloszene. Heute wird in ca. 50 Ländern diese exklusive Ballsportart gespielt.


Regeln
Die ersten offiziellen Poloregeln stammen aus dem Jahr 1876 und wurden in England entwickelt. Das Handicap- System wurde 1910 von den Amerikanern entworfen und von den Engländern und den Indern übernommen. Gespielt wird das Spiel auf einem Feld in der Grösse 182 x 274. Es neigen jedoch immer mehr Veranstalter dazu, auf einem kleineren Feld spielen zu lassen. Der Vorteil am kleineren Feld ist, dass es für die Zuschauer übersichtlicher ist. Winterpolo auf Schnee wird aufgrund der hohen Belastung für die Pferde immer auf einem kleineren Feld ausgetragen.
Das nach oben offene Tor hat eine Breite von 7.3 Meter und ist mit Pfosten markiert.

Jede Mannschaft besteht aus vier Spielern. Die Nummer drei ist der Kapitän und ist für die Spielorganisation zuständig. Die Nummer vier ist für die Verteidigung verantwortlich, während sich die anderen beiden Spieler eher offensiv betätigen. Jeder Polospieler hat je nach Können ein Handicap. Das Handicap wird jedes Jahr von nationalen Poloverbänden, je nach Spielerfolgen neu berechnet und vergeben. Für ein Spiel ist das addierte Teamhandicap entscheidend. Treten Teams eines unterschiedlichen Handicaps gegeneinander an, wird die Differenz durch eine Torvorgabe ausgeglichen.

Ein Polospiel besteht aus vier, fünf oder sechs Spielabschnitten, den sogenannten Chukkern. Der letzte Abschnitt dauert sieben Minuten, während die anderen Spielabschnitte 7,5 Minuten dauern. Die Pferde dürfen nicht in mehr als zwei Chukkern eingesetzt werden und nie zwei Spielabschnitte hintereinander. Das bedeutet, dass nach jedem Chukker die Pferde gewechselt werden. Während den Wechseln wird das Publikum aufgefordert, die aufgerissenen Grasnarben einzutreten.

Nach jedem Tor wird die Spielrichtung geändert, dies führt bei Neulingen im Publikum sehr oft zu grosser Verwirrung. Diese Regel hat jedoch eine lange Tradition und kommt aufgrund des Sonnenstandes, welcher ein grosser Nachteil für eine Mannschaft sein kann. Ebenfalls kann durch diese Regel verhindert werden, dass auf der Seite des schwächeren Teams der Boden zu stark beschädigt wird.

Die wichtigste Regel im Polo ist das „Wegerecht“, durch welches Kollisionen verhindert werden möchten. Das Wegerecht hat immer der Spieler, der sich in der direkten Linie des Balles befindet. Er darf von keinem Spieler gekreuzt werden und kein anderer Spieler darf sich auf diese Linie begeben. Der Spieler in Fluglinie des Balles darf lediglich abgeritten oder mit dem Stick am Schlag gehindert werden.


So und nun wo ihr die wichtigsten Regeln des Polos kennt, steht einem Plauschpolospiel nichts mehr im Wege. Trommelt eure Reiterfreund zusammen, bastelt euch Schläger und lasst den Ball rollen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr grosse Freude macht und der Spassfaktor riesig ist.

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