Krafttraining für das Pferd Teil I – Definition Krafttraining

Muskelkraft ist sowohl für den menschlichen, wie auch für den tierischen Athleten ungeheuer wichtig. Denn mit mangelnder Muskelkraft kann man den Höhepunkt seines Erfolges nie erreichen.
Ausserdem wird durch Erhöhung der Muskelkraft zum einen die Stabilität der Gelenke gewährleistet und natürlich zum anderen die Leistungsfähigkeit erhöht.
Die Stabilität sollte daher nicht unterschätz werden, da diese ist für die Prävention essentiell ist. Man geht sogar davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Sportverletzungen durch zweckmässiges Krafttraining, hätte verhindert werden könnten.
Es wird zudem klar definiert, welche Art von Muskeln für welche Disziplin benötigt wird.


Trainingsarten
Das Krafttraining ist jedoch nur ein Teil eines guten Trainingsprogramms. Denn dieses sollte immer aus den sich gegenseitig ergänzende Typen von Training unterstützen:

Die Kardiovaskuläre Fitness befasst sich neben der Atmung mit dem kardiovaskulären und dem muskulären Systems, damit die nötige Energie produziert werden kann.


Das Krafttraining erhöht die Kraft oder die Ausdauer spezifischer Muskelgruppen.


Geschmeidigkeitsübungen erhöhen zudem den Bewegungsbereich von Gelenken.

Die Wichtigkeit der spezifischen Sportdisziplin
Da es im Pferdesport eine breite Auswahl von unterschiedlichen Disziplinen, sowie eine grosse Auswahl von unterschiedlichen Trainingsmethoden gibt, ist es nötig die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Pferde, Reiter und Sportdisziplinen zu definieren und anschliessend zu erfüllen. Um den maximalen Nutzen aus einem Trainingsprogramm ziehen zu können, benötigt man einen individuellen Ansatz. Dabei müssen die Faktoren, wie das Alter und das bisherige Training des Pferdes, genauso berücksichtigt werden, wie die Sportart, die Leistungsklasse und allenfalls frühere Verletzungen des Pferdes, welche die Leistung oder die Gesundheit beeinträchtigen können.

Das heisst beispielsweise, dass im Dressursport natürlich nicht im selben Mass eine kardiovaskuläre Fitness, wie dies bei einem Vielseitigkeits-, Renn- oder Polopferd benötigt wird. Jedoch legt man hier besonders Wert auf: Geschmeidigkeit und Kraft.

Die Notwendigkeit des Krafttrainings
Pferde könnten zwar auch ohne spezielles Krafttraining erfolgreich sein, jedoch ist es wahrscheinlich, dass viele aufgrund mangelnder Kraft den Höhepunkt ihres Erfolgs nicht erreichen könnten. Die Erhöhung der Muskelkraft kann zudem nicht nur die Leistung verbessern, sondern erhöht wie oben erwähnt die Stabilität der Gelenke, um Ermüdungsverletzungen effektiver vorzubeugen. Ebenfalls angetönt muss das Krafttraining auf die gewünschte Disziplin abgestimmt werden, denn ein nicht-spezifisches Krafttraining bildet irrelevante Muskelmasse, welche dann sogar behindernd wirken können. Und durch das zusätzliche Gewicht wird dann vermehrt Energie benötigt, die Gelenke werden mehr belastet und die Wärmeabfuhr während der Bewegung wird erschwert.

Muskuläre Kraft
Mit der muskulären Kraft ist die Stärke, die mit einer einzigen Muskelkontraktion produziert wird gemeint. Diese werden vor allem für Disziplinen verwendet, bei welchen Schnell- und Explosivkraft benötigt wird. Wie beispielsweise im Springsport, bei welchem beim Absprung über ein Hindernis extreme Kräfte freigesetzt werden müssen.

Eine Einheit mit wenigen Wiederholungen und jedoch einer hohen Intensität trainiert diese muskuläre Kraft. Wenn dann diese Intensität noch erhöht wird, kann eine Steigerung schrittweise erzielt werden. Dabei ist nicht die Länge der Übungsphase massgebend sondern, dass die Muskeln härter arbeiten müssen.


Muskuläre Power
In der Kombination von Kraft und Schnelligkeit entwickelt sich die muskuläre Power.

Muskuläre Ausdauer
Wie der Name „Ausdauer“ schon verrät geht es hierbei, um eine Anstrengung über längere Zeit. Der Muskel wird dabei länger beansprucht - jedoch mit einer verringerten Intensität.
Zudem benötigt die Muskuläre Ausdauer genau das Gegenteil der Muskulären Kraft. Denn dabei wird eine grössere Anzahl an Wiederholungen benötigt und mit einer niedrigen Intensität. (Die Muskeln müssen länger, statt härter arbeiten)

Wirkung eines Krafttrainings
Wenn ein Pferd täglich die gleiche Menge an Übungen ausführt, wird es zwar ein bestimmtes Level an Fitness und Kraft erreichen und halten, aber es wird diese dadurch nicht überschreiten oder gar fitter und stärker werden.
Die Erhöhung in Kraft resultiert aus einer allmählichen Steigerung der Übungen.
Das heisst, dass nach jeder schrittweisen Steigerung die neue Belastung für eine Weile erhalten bleiben muss, damit sich der Körper an diese neue Leistungsanforderung gewöhnen und anpassen kann, bevor eine erneute Steigerung erfolgt.

Eine solch anstrengende Trainingslektion produziert mikroskopisch kleine Schäden im Muskelgewebe, welche normalerweise innerhalb zweier Tage abheilen.

Wie bei uns der Muskelkater, wenn uns der Reitlehrer wieder die ganze Stunde ohne Bügel reiten liess ;-P


Dieser wiederholte Kreislauf von Beschädigung und Reparatur ist nötig, damit sich der Muskel an die erforderliche Kraft der Lektionen anpassen kann.

Während ein unregelmässiges Krafttraining nicht genügend Anpassung produzieren kann, kann jedoch auch ein zu oft ausgeführtes Training (mit einer zu kurzen Erholungszeit) zu üblen Überlastungs-Verletzungen führen. Das Risiko der Überlastung kann minimiert werden, in dem man zwischen den Trainingstagen mit ruhigeren Tagen abwechselt, damit sich der Körper nach der Anstrengung erholen kann.

Da das muskuläre System schnell auf ein Krafttrainingsprogramm reagiert, kann schon innerhalb weniger Wochen bedeutsame Veränderungen erreicht werden. Jedoch ist dies bei den tragenden Strukturen (Knochen, Bänder, Sehnen) leider viel langsamer. Weshalb dies in der Anfangsphase nicht vergessen werden darf. Das Traininsgprogramm darf in der Arbeitsbelastung nicht die Sehnen und Bänder überlasten!

Um die muskuläre Kraft oder Ausdauer zu erhöhen, sollte man die Kraftübungen zwei bis dreimal pro Woche in die Trainingslektionen integrieren. Dies ermöglicht nämlich eine gute Balance zwischen der nötigen muskulären Stimulation und genügend Erholungszeit, damit sich das Gewebe dann auch wieder regenerieren kann.
Ist es jedoch „nur“ das Ziel, das Niveau der Muskelkraft zu erhalten, ist nur einmal pro Woche eine Trainingseinheit von Kraftübungen nötig.


Im zweiten Teil zeige ich euch dann noch leicht umsetzbare Übungen für den Alltag…

 

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