Interview mit Parcoursbauer Urs Bopp und Guido Balsiger

Die beiden Parcoursbauer Guido Balsiger und Urs Bopp sind auf den Turnierplätzen der Deutschschweiz gern gesehene Gäste. Nicht verwunderlich ist es daher, dass sie auch auf der ersten Station der Swiss R-Challenge 2014 in Sins für den Bau der Kurse verantwortlich sind. Vor der ersten Prüfung der ersten Station habe ich die beiden getroffen und mich mit ihnen über die Swiss R-Challenge und den Parcoursbau unterhalten.

 
Steffi Mylius: Bald startet die erste Prüfung der diesjährigen Swiss R-Challenge, wie werden die Prüfungen hier in Sins ausgetragen werden?

 
Urs Bopp: Durch die vielen Nennungen in der kleinen Tour, es haben sich 130 Paare angemeldet, musste die Prüfung geteilt werden. Eine Abteilung wird heute Abend stattfinden, die Andere am Samstag Nachmittag. Damit die Konkurrenten und Helfer heute nicht allzu spät nach Hause kommen, wird die zweite Prüfung, also das R125 als Zweiphasenspringen ausgetragen. Weil dies so im Reglement vorgeschrieben ist wird dies auch morgen in der zweiten Abteilung so gehandhabt. In der grossen Tour vom Sonntag wird dann die Hauptprüfung aber natürlich mit separatem Stechen ausgetragen werden.

 
Steffi Mylius: Urs, du sagst es hat allein in der kleinen Tour 130 Anmeldungen gegeben, also ein voller Erfolg! Was denkt ihr über die Swiss R-Challenge?

 
Urs Bopp: Wie man am Nennergebnis sieht ist das eine sehr beliebte Tour bei den regionalen Reitern. Es ist eine tolle Sache gerade für den regionalen Sport. So haben auch die aufstrebenden und die stärksten Amateurreiter der ganzen Schweiz die Chance in einem niveaugerechten Wettbewerb über mehrere Stationen anzutreten. Gerade für die Reiter der grossen Tour eine Möglichkeit ihr Können auf Top-Plätzen zu präsentieren ohne sich mit Vollprofis messen zu müssen.
Guido Balsiger: Auch wenn es in der grossen Tour sehr gute Reiter und Pferde dabei hat, ist es dennoch nicht vergleichbar mit den professionellen Reitern die ihren Lebensunterhalt unter anderem mit dem Turnierreiten verdienen.

 
Steffi Mylius: Wie ist ein Parcours für die grosse Tour der Swiss R-Challenge aufgebaut und unterscheidet er sich zu einer nationalen Prüfung auf dem selben Niveau?

 
Urs Bopp: Der Parcours wird wie es auf diesem Niveau üblich ist, sicher eine dreifache und eine zweifache Kombination enthalten und natürlich auch technisch anspruchsvoll sein.
Guido Balsiger: Im Unterschied zu einer nationalen Prüfung N135 wird in der Hauptprüfung nicht alles ans Maximalmass gebaut. Die Steilsprünge werden sicher 135 cm hoch sein, aber die Oxer vielleicht auch mal „nur“ 130 cm. Alles in Allem ein kleines Bisschen einfacher, schliesslich sollen ja so viele Reiter wie möglich die Parcours gut beenden können.

 
Steffi Mylius: Das ist ein gutes Stichwort; wo liegt euer Hauptaugenmerk wenn ihr einen Parcours baut?

 
Guido Balsiger: Wie gesagt, möglichst viele Paare sollen den Parcours
nach ihren Möglichkeiten gut absolvieren können. Eine faire Bauweise ohne
Tricks und Fallen bei der theoretisch jeder die Chance hat zu gewinnen. Das
soll das Ziel von gutem Parcoursbau sein.
Urs Bopp: Gerade in Prüfungen bis 115 cm sollen auch junge Pferde und unerfahrene Reiter mit einem guten Gefühl aus dem Parcours kommen können. Mit normalen, passenden Distanzen und schönen, runden Wendungen kann dies beeinflusst werden. In Springen ab Niveau 120 cm aufwärts kann dann dementsprechend mit technischen Elementen gespielt werden.

 
Steffi Mylius: Wir Reiter sind immer dankbar für diese Einstellung. Meine letzte Frage; habt ihr einen Favoriten/eine Favoritin in der grossen Tour?

 
Urs Bopp: Nein, gerade in der grossen Tour hat es viele starke Reiter/Innen, von denen sich sicher 10-15 berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen können.
Guido Balsiger: Ich habe niemals Favoriten. Es ist auch immer möglich, dass am Schluss jemand zuvorderst steht den niemand auf der Rechnung für den Sieg hatte. Auch immer schön ist es, wenn ein Einheimischer gewinnt, das ist gut für die Stimmung im organisierenden Verein.

 
Steffi Mylius: Vielen Dank für eure Zeit!

 

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