Interview mit Marie Etter Pellegrin

"Zuerst einmal möchte ich Sie zu Ihrem überaus erfolgreichen Jahr beglückwünschen!

Es freut mich sehr und macht mich stolz, dass ich Sie für das reitsport.ch-Magazin interviewen darf." 

 

Und nun präsentiere ich euch gerne die Fragen / Antworten: 

 

Welches waren Ihre persönlichen Saison-Highlights im Jahr 2014?

Das absolute Highlight war für mich das Tragen der Veste von der Schweizer Mannschaft am CSIO in Gijon und natürlich der dritte Rang im grossen Preis von Calgary.

 

Seit anfangs 2014 reiten sie für die Schweiz. Ist ihnen die Entscheidung für die Schweiz und nicht für Ihr Heimatland Frankreich zu reiten schwer gefallen und was gab schlussendlich den Ausschlag für diese Entscheidung?

Es war in der Tat eine schwere Entscheidung, doch nun bin ich bereits seit zehn Jahren in der Schweiz und habe auch meinen Lebensmittelpunkt hier, weshalb es daher naheliegend war.

 

Mit Daniel Etter haben sie einen aktiven Springreiter an Ihrer Seite. Analysieren sie zusammen häufig Ihre Ritte und wie sehr schätzen Sie es so zusammenarbeiten zu können? 

Wir helfen uns natürlich gegenseitig sehr oft und ergänzen uns somit toll.

 

Wie sieht ein gewöhnlicher Tag von Ihnen aus?

Mein Tag beginnt um 06:30 Uhr. Als erstes kümmere ich mich um unseren Sohn Louis und bringe ihn zur Schule. Gegen acht Uhr bin ich dann im Stall und reite meine Pferde, danach gebe ich noch einige Reitstunden oder reite weitere Pferde meiner Kunden. Anschliessend kümmere ich mich um den Haushalt und allfällige Büroarbeiten.
Meinen Tag schliesse ich dann gemeinsam mit Daniel und Louis ab.

 

Wie bereiten Sie Ihre Pferde in der Woche vor dem Wettkampf vor? Gibt es weniger Trainingseinheiten und dafür noch Ausritte im Gelände oder wie bringen Sie ihre Pferde am Tag X zur Höchstform?

Ich arbeite vor allem an der Moral und der Kondition meiner Pferde. Sie werden täglich mindestens drei Mal betreut. (Auslauf, Weide, Arbeiten, Longieren etc.)

 

Wie entscheiden Sie ausserdem, welchen von Ihren Cracks Sie, in welchem Springen einsetzen werden?

Normalerweise entscheide ich mich für das Pferd welches am besten in Form ist, für die grossen Prüfungen. Für die kleineren Prüfungen wähle ich die Pferde, welche noch Übungsrunden benötigen oder die schnelleren Pferde, um zu gewinnen.

 

Haben Sie Pferde die sich wohler bei Freiluftturnieren fühlen oder grosse Hallen bevorzugen und somit eher in solchen Turnieren eingesetzt werden oder haben Sie eine solche Vorliebe bei Ihren Pferden noch nicht festgestellt?

Alle meine Pferde sind am liebsten auf grossen Grasplätzen unterwegs, ich übrigens auch.

 

Mit grosser Freude habe ich festgestellt, dass Sie mit Jamie B ebenfalls (wie ich) ein Belmont Pferd in Ihrem Beritt haben. Was zeichnet Ihn aus?

Es ist einfach ein super Turnierpferd, vorsichtig mit einem tollen Charakter.

 

Hat Andrea Ihnen dieses Pferd empfohlen oder wie kam es dazu, dass dieses in Ihren Beritt gekommen ist?

Daniel hat das Pferd damals gekauft und es mir zum Beritt gegeben.

 

Gibt es ein Pferd, welches noch nicht unter Ihrem Sattel war, welches Sie gerne noch reiten würden? (egal ob noch aktiv oder nicht) und weshalb?

Ja da gäbe es eins und zwar wäre das Galoubet A, das Pferd meines Vaters.

 

Mit Ihrem Spitzenpferd Admirable verbindet sie eine ganz spezielle Vorgeschichte. Seine wundersame Heilung ist schier unglaublich (Leser siehe Artikel Pferdewoche). Wie sehr geniessen Sie die Erfolge mit ihm (z.B. der sensationelle 3. Platz beim GP von Calgary)?

Admirable gehört zur Familie. Es ist mir eine grosse Freude wie auch Ehre ein so intelligentes und aussergewöhnliches Pferd reiten zu dürfen.

 

Wie man an dem Beispiel von Admirable sieht, zahlen sich Geduld und natürlich liebevolle Fürsorge aus. Wie werden Ihre Pferde verwöhnt? Erhalten sie ab und an eine Physio-Behandlung oder was für „Specials“ erhalten Ihre Pferde für Ihr Wohlergehen?

 

Als Horsewoman, achte ich jeden Tag auf alle noch so kleinen Details der Pflege und des Trainings welche den kleinen Unterschied machen. Des Weiteren verlange ich nie mehr von einem Pferd, als es zu leisten vermag.

 

Was haben sie für Ziele fürs Jahr 2015?

Ganz bestimmt die Teilnahme an der Europameisterschaft in Aachen.

 

Wie hoch schätzen Sie Ihre Chancen ein, an der EM in Aachen für die Schweiz zu starten?

Das wird von meinen Resultaten abhängen, ich werde mich beweisen müssen.

 

Wie sieht Ihre Saisonplanung für 2015 aus und wie entscheiden Sie, an welchen Turnieren sie Teilnehmen werden?

Mein Plan ist klar auf die Europameisterschaft ausgerichtet. Der Equipenchef und ich entscheiden gemeinsam, an welchen Turnieren ich teilnehme.

 

Zum Schluss habe ich noch eine persönliche Frage: Da meine Stute (Gipsy B) eine Nachkommin des berühmten Hengstes Galoubet ist, welcher in Besitz Ihrer Familie war, würde ich gerne Ihre Erinnerungen an dieses Ausnahmepferd erfahren?

Leider kenne ich ihn auch nur von Foto- und Videoaufnahmen sowie den Erinnerungen derer die ihn kannten.

 

Die Fotos wurden entweder von Marie Etter Pellegrin zur Verfügung gestellt, oder stammen von ihrer Fan-Seite auf Facebook.

Das könnte Dich auch interessieren‚‚

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.