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Hoppehoppe Reite - zwischen Verantwortung und Ponyhof

Als jahrelange und sehr pflichtbewusste Reitbeteiligung schwebt mein Leben immer zwischen Verantwortung und dem Leben auf dem Ponyhof. Immer wieder gerate ich aber an Reitbeteiligungen und auch an Pferdebesitzer, die das Zusammenleben untereinander noch nicht ganz verstanden haben. Ich widme diesen Bericht also allen unharmonischen Teams und versuche einige Tipps aus einer harmonischen Beziehung weiter zu geben.

 

Geld regiert die Welt:

Immer wieder lese ich die Angebote für neue Reitbeteiligungen durch. Zwischen null und CHF 500.- habe ich alles schon gelesen. Ich bin dann immer wieder fasziniert, wie manche sich schon ab CHF 200.- aufregen können. Niemand von uns weiss, wie viel Arbeit man übernehmen darf und welche Extras dabei sind. In meinen Augen ist es aber so, dass alles was nichts kostet, auch nichts wert ist! Ich bin gerne bereit, die Pferdebesitzer finanziell zu unterstützen. Das Angebot sollte aber für beide Parteien fair sein.

Am einfachsten ist es, einen fixen Monatsbetrag zu vereinbaren, so ist immer klar, wie viel bezahlt wird. Wir haben es so geregelt. Wenn ich Reitstunden nehme, bezahle ich das selber. Dafür werde ich sogar kostenlos herumgefahren und darf den Hänger und das Zugfahrzeug ausleihen. Klar liegt da ein neuer Futtersack auch von meiner Seite einmal drin.

 

Wer macht was:

Ein weiter Punkt für Unstimmigkeiten ist immer das Aufteilen der Ämtli. Für mich gehört ja das Misten und “Bölle” zusammenlesen automatisch dazu. Ich steige auch gerne auf den Heustock. Aus Erfahrung weiss ich aber, dass das nicht bei allen so ist. Schau es dir einfach im Sinne des Pferdes an, es gehört dazu. Sauberes Equipment ist das A und O bei jedem Sport. Liebe Pferdebesitzer, sagt uns einfach was wir helfen sollen, oftmals fehlt es auch einfach an Informationen.

 

Kleine Gesten:

Im Sommer habe ich mit Picasso mein erstes Turnier absolviert. Stolz wie Bolle waren auch die Pferdebesitzer, als ich nach dem Turnier im Stall angekommen bin, haben sie mir sogar ein kleines Blumengesteck überreicht! Meine Freude war echt riesig. Im Gegenzug ist es für mich selbstverständlich, meinen Ponys und den Besitzern ein kleines Weihnachtsgeschenk zu machen, kleine Gesten lassen den Tag einfach besser enden.

 

Das Gespräch:

Das wichtigste und auch in meinen Augen unser Rezept für eine gute Zusammenarbeit ist das Gespräch. Wir tauschen uns täglich aus, sind immer informiert und zwar nicht nur über die Pferdegeschichten, sondern auch über Büsi, Hund und Haus. Wo ich jedoch eher Probleme sehe, ist wenn diese Partnerschaft als beste Freundschaft dient. Wenn also die beste Freundin auch die Reitbeteiligung oder eben die Pferdebesitzerin ist.

 

Die Planung:

Ein weiterer Punkt ist die Planung, ob Ferienabwesenheit oder grundsätzliche Wochenplanung. Es geht nichts über Planung. Wenn ich in die Ferien gehe wissen die Pferdebesitzer das schon sobald ich gebucht habe. Wir besprechen die Reitwoche auch immer im Voraus, so weiss jeder, wann er welches Pferd reitet. Gerade bei Turnierpferden wäre es sehr wichtig, auch zu besprechen wer was mit dem Pferd macht. Eine gut strukturierte Woche sorgt für ein harmonisches Zusammensein.

 

Mein Fazit:

Als Reitbeteiligung weiss ich, wie schwer es sein kann ein passendes Team zu finden. Nicht mit jedem Pferd harmoniert es gleich und nicht jeder Besitzer ist für mich geeignet. Wichtig ist es, dass sich jeder ein Team aussucht, bei dem das Bauchgefühl passt. Es bringt nichts, wenn ich das perfekte Pferde gefunden habe dafür aber eine Stunde fahren muss. Oder ich im Dorf ein herziges Pony reite, aber jedes Mal das Gefühl habe, dass die Besitzerin mich nicht mag. An die Pferdebesitzer, welche eine neue Reitbeteiligung suchen habe ich ebenfalls einige Inputs. Ich lese immer wieder Vorstellungen vom Pferd, Portraits eigentlich. Was ich eigentlich super cool finden würde wäre eine Suche nach einer Person. Klar es ist wichtig, zu wissen was man dann reitet, viel wichtiger finde ich aber, zu wissen was der Pferdebesitzer sucht! Mein Inserat für unsere Ponys würde also in etwa so aussehen:

 

Ponymädchenteam sucht Unterstützung.

 

Die liebe zum Isländer teilen wir uns in einem 4er Team in Müslen. Die vier Isländer Wallache sind von jung und knackig bis erfahren und kreativ. Wir suchen eine Persönlichkeit die sich nicht scheut im Stall anzupacken. Jemand, der die Arbeit sieht und sie gerne macht. Wir gehen bei jedem Wetter raus und lassen uns nur von wirklich schlimmen Windböen vom Reiten abhalten. Auch dann gehen wir aber gerne in Stall, putzen, pflegen und hegen und geniessen die Zeit mit den Ponys. Bei uns in der Nähe steht ein Reitplatz zur Verfügung, über Bodenarbeit freuen sich eigentlich alle Ponys. Reitstunden können nach Absprache und Eignung natürlich auch genommen werden.

 

Und so weiter. Ich versuche uns als Team vorzustellen. So ist es einfacher für neue Reitbeteiligungen herauszufinden, wer da ein neues Teammitglied sucht.

 

Ich hoffe, zwischen den Welten Pferdebesitzer und Pferdepfleger ein wenig vermitteln konnte.

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

 

Herzlich, Xenia und die Isis

 

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