Heute ist Pferdevalentinstag!

Endlich ist der Valentinstag vorbei und ich kann meine Liebsten wieder ausgiebig mit Liebe überschütten, ohne, dass ich dabei irgendwelchen gesellschaftlichen Normen entspreche, ich kleiner Rebell. Da ich den Valentinstag im Prinzip eigentlich ein sehr unterhaltsames Konstrukt finde, habe ich mir darüber einige Gedanken gemacht und möchte diese mit Euch teilen.

 

Obwohl ich mich etwas gegen diese Erkenntnis sträube, muss ich zugeben: Tief im emanzipierten Inneren bin auch ich ein Material Girl. Was ich mir zum Valentinstag, oder zu sonst jeglicher Gelegenheit, bei der man mich beschenken darf, wünsche, ist sehr simpel. Nämlich das, was wir Frauen doch alle insgeheim wollen: Liebe, Zuneigung und einen fetten Diamantring. Da ich nicht nur weiss, was wir Frauen, sondern auch was Pferde wollen, beglücke ich Euch diese Woche mit ein paar (nicht ganz so ernst gemeinten!) Tipps für den perfekt gelungenen Pferdevalentinstag.

 

Ja, ich bin mir vollends bewusst, dass der andere, mainstreame Valentinstag schon vorbei ist. Aber da ich stark vermute, dass unsere Pferde den Valentinstag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von jedem anderen Tag ihres Lebens unterscheiden mögen, können die Freigeister unter Euch den Pferdevalentinstag mit meinen Tipps auch an jedem anderen beliebigen Tag des Jahres zelebrieren, so wie ich. Auf geht’s:

 

Pferde schätzen Geschenke, denn das materielle Denken wird auch bei ihnen nicht Halt gemacht haben. Hoch im Kurs stehen selbstverständlich Schabracken und farblich dazu passende Bandagen. Ein neues Outfit macht jede Pferdeseele froh und so motiviert, da werden die Beine in den Trabverstärkungen garantiert gleich noch höher durch die Luft geschmissen. Von einer Farbempfehlung lasse ich mal meine Finger, denn die Geschmäcker sind von Pferd zu Pferd zu unterschiedlich. Aber auch andere Dinge, die unseren Pferden ihre Arbeit als Reittier einfacher machen, werden dankbar angenommen. Ein Beispiel: Nachdem ich Cornet vor ein paar Monaten stolz seinen neuen - Achtung - anatomisch geformten Sattelgurt präsentiert hatte, wurde ich beim ersten Ritt mit dem Supergurt, der viiiiieel mehr Bewegungsfreiheit garantiert, auch gleich mit ebendieser Bewegungsfreiheit konfrontiert. Cornet fühlte sich nämlich in seinen Bewegungen so befreit, dass er mich durch einen galanten Hüftschwung eine Etage tiefer absetzte. Bemerkenswert, wie schnell er das Konzept mit der Bewegungsfreiheit durchschaut hat. Das lag bestimmt an seiner überdurchschnittlichen Intelligenz und weniger daran, dass das einer unserer ersten Ritte war. Abschliessend würde ich mal sagen: das war ein Geschenk, dessen Reaktion alle Erwartungen übertroffen hat.

 

Pferde schätzen jegliche Art von Liebesbeweisen. Deshalb gilt es, das Pferd wiedermal so richtig durchzuknuddeln. Das volle Programm sieht folgendermassen aus: Den Pferdekopf feste in den Arm klemmen und mit der freien Hand über die Stirne kraulen, aber richtig mit Schmackes (Jene mit Gel-Nägeln sind hier klar im Vorteil). Fortzufahren sei mit Küssen über die Nüstern, während dem man dem Pferd in Babysprache eintrichtert, dass es das Beste auf der ganzen Welt ist. Je höhere Töne desto besser! Pferde lieben das. Versucht das Pferd bei dieser Gelegenheit in eine möglichst weit entfernte Ecke der Box zu flüchten, dann nur, weil es testen will, wie stark wir es wirklich lieben. In diesem Fall muss es so lange verfolgt und weiterbetüdelt werden, bis ihm eindeutig klar wird, dass unsere Liebe, im Gegensatz zu seiner Box, grenzenlos ist. Ist diese Erkenntnis beim Pferd eingetreten, sieht man das an den entspannt horizontal angelegten Ohren, den wohlig hochgezogenen Nüstern und dem vor Freude gebleckten Gebiss.

 

Pferde lieben es, bei ihrem Menschen zu sein. Am Besten verbringt man deshalb den ganzen Pferdevalentinstag bei seinem Tier. Schon beim Putzen sind einige Punkte zu beachten, die den Tag für das Pferd besonders speziell machen: Heute darf das ganze Arsenal an Bürsten, Sprays, Lammfellhandschuhen und Crèmes ran. Perfekt gewählt ist der Zeitpunkt fürs ausgiebige Putzen, wenn alle anderen Pferde gerade auf die Weide müssen oder ausreiten gehen. Dann merkt unser Pferd, dass uns seine Pflege viel mehr am Herzen liegt, als all den anderen Reitern, die ihre Tiere entweder zum Rumstehen im dreckigen Gras oder schon wieder zum Galopp im Wald verdonnern.

Das Bewegen des Pferdes lässt man an diesem speziellen Tag sowieso idealerweise sein. Viel zu anstrengend. Für diese nette Geste wird das Pferd seinem geliebten Menschen am nächsten Tag durch erhöhte Laufbereitschaft danken.

Wenn nicht geputzt oder betüdelt wird, sollte man sich in die Ecke der Boxe setzen und das Pferd ohne Unterbruch mit romantisch in Gedanken versunkenem Blick beobachten. Das gibt ihm Sicherheit und ein Gefühl der Geborgenheit. Zwischendurch kann die Pferd-Reiter-Verbundenheit durch das Schiessen von Selfies gestärkt werden. Ein Facebook-Post mit einem Selfie vom Pferdevalentinstag, ist der absolute und unangefochten höchste Liebesbeweis.

Nicht zuletzt darf man den folgenden Spruch nicht unterschätzen: Liebe geht durch den Magen. Eine saftige Schwarzwäldertorte wird Herr oder Frau Pferd garantiert vor Freude zum Schwitzen bringen. Der perfekte Abschluss eines genialen Pferdevalentinstages!

 

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