Hat mein Pferd eine Idealfigur? (Teil II)

Im ersten Teil habt ihr bereits einiges über die Zusammensetzung einer Pferdetraumfigur erfahren.

Nun wollte ich euch jedoch noch den Body Condition Score vorstellen, mit welchem man sein Pferd (unabhängig von der Rasse) einschätzen kann. Dieser zeigt anhand von Griffen, an sechs verschiedenen Stellen von typischen Fettspeichern, wie nah ein Pferd am Idealgewicht dran ist.

Body Condition Score messen Folgende Stellen vom Pferdekörper sind wichtig für die BCS-Bestimmung (siehe auch Bild von Gipsy): 
1 Mähnenkamm
2 Widerrist
3 Lendenbereich
4 Schweifansatz
5 Rippen
6 Schulter


Das Pferd wird anhand seines aktuellen Ernährungszustands in eine Bewertungsskala von 1 bis 9 eingestuft.
Mit einer Note zwischen 4 und 6 besitzt das Pferd ein Idealgewicht. Schwererer Rassen (wie z.B. Norweger), sind aufgrund des Körperbaus runder und tendieren zu BCS 6, schlankere Typen wie Araber dagegen eher zur 4.Stufe.
Es hat jedoch auch die Nutzung, auf die Einteilung einen Einfluss: Ausdauerpferde sind eher schlanker, Dressur- und Freizeitpferde dürfen mit 5,5 etwas runder sein.

BCS 1: Extrem mager. Am Pferd spürt man kein Fettgewebe mehr. Dornfortsätze, Rippen, Schweifansatz und Knochenvorsprünge sind deutlich zu erkennen.

BCS 2: Sehr dünn. Minimale Fettschicht. Dornfortsätze, Rippen und Hüfthöcker sind deutlich sichtbar, ebenso Knochenkonturen von Widerrist, Hals und Schulter.

BCS 3: Dünn. Etwas Fett auf Rippen, Dornfortsätzen und Schweifansatz. Hüfthöcker sind angerundet, stehen aber vor. Deutliche Konturen an Widerrist, Schulter und Hals.

BCS 4: Schlank. Etwas Fett an Hals, Rippen und Rückgrat. Am Übergang von Kruppe zu Schweif etwas Fett. Widerrist zeichnet sich leicht ab.


BCS 5:
Normal. Rippen nicht sichtbar, leicht zu ertasten. Leicht schwammiges Fett am Schweifansatz. Hals und Schulter gehen harmonisch ineinander über. Dornfortsätze und Rückenmuskulatur auf einer Höhe.


BCS 6:
Rundlich. Der Rücken hat eine leichte Rinne. Das Fett über den Rippen und am Übergang von Kruppe zu Schweif ist weich. Leichte Fettpolster an den Schultern.


BCS 7:
Dick. Sichtbare Fettdepots an Hals, Widerrist und hinter der Schulter, weiches Fett über den Rippen.


BCS 8:
Fett. Fettpolster am Hals und hinter der Schulter. Am Rücken zeigt sich eine Rinne, Kruppe ist leicht gespalten (Ausnahme Kaltblüter). Rippen schwer fühlbar.


BCS 9:
Extrem fett. Dicke Fettpolster an Schulter, Widerrist und Hals, tiefe Rinne am Rücken. Rippen nicht mehr fühlbar. Fettpolster an der Innenseite der Hinterbeine.

Fütterungstipps
Pferdebesitzer (wie ich) merken oft nicht, wenn sich die Figur ihres Vierbeiners verändert.
Erst wenn Special im Winter wieder extrem dünn ist, bzw. Gipsy im Sommer wieder rundlicher aussieht, reagiere ich entsprechend. 


Gemäss der Futterberaterin Constanze Röhm hilft es, wenn Stallfreunde regelmässig ihre Meinung zur Pferdefigur äussern. Abspecken oder zunehmen darf ein Pferd nur sehr langsam.

Bei moppeligen Pferden rät sie, erst einmal die tägliche Portion Kraftfutter zu verringern. Denn in Kraftfutter wie Hafer, Mais oder Gerste und in Mischfutterarten wie Müslis steckt viel Stärke. Die liefert schnell viel Energie. Wird das Pferd nicht ausreichend bewegt, wird aus dem Kalorien-Überschuss Fett. 
Dies betrifft meist Freizeitpferde, welche täglich bewegt werden sollten, um die angestauten Fettdepots zu verbrennen.
Die Dauer richtet sich dabei anfangs nach der Kondition des Pferds.  Damit sich Muskeln aufbauen, darf die Eiweisszufuhr nicht übermässig gesenkt werden. Auch beim Heu sollte nicht gespart werden, welches wichtig für die Verdauung ist und zudem als Beschäftigung dient.


Wenn die Rippen gezählt werden können, sind oft eine fehlerhafte Fütterung, Würmer, schlechte Zähne oder Krankheiten die Ursache. In punkto Futter sollte ein dünnes Pferd vor allem eines bekommen: Heu, und davon bis zu zwei Kilo pro 100 Kilo Körpergewicht.
Leider sieht das mein Senior anders, weshalb sich seine Stroh- Box immer wieder in eine Heu-Box verwandelt, da er das Heu einfach nicht mehr fressen will. Die tägliche Ration an Kohlenhydraten und Eiweiss sollte gemäss Constanze Röhm langsam erhöht werden.
Denn wenn eine Portion zu schnell aufgestockt wird, kann das Hufrehe oder eine Kolik zur Folge haben.

Ausserdem rät sie dem Reiter, bei extrem über- oder untergewichtigen Tieren, sich von Experten beraten zu lassen.
Das gilt auch bei gesundheitlichen Problemen wie Magengeschwüren, Kotwasser oder Stoffwechselkrankheiten, welche oft durch Fehler in der Fütterung ausgelöst werden.


Wie ich in meinem Senioren-Blog bereits erwähnt habe, schlägt die Verabreichung von Optibeets bei Special ebenfalls gut an. Er hat bereits wieder ein kleines Bäuchlein davon bekommen. ;-)

Bin gespannt, wie ihr eure Pferde einschätzt und was bei der BSC-Skala rauskommt.

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