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Hallenkoller de luxe – die verschiedenen Typen von Hallenreitern

Bild: Ist mal Dressur- und mal Bodenarbeitspferd. Und auf jeden Fall immer perfekt angezogen. x)

Die Nächte werden länger, die Tage kürzer und die Temperaturen sinken langsam aber sicher unter das Wohlfühlniveau des gemeinen Durchschnittsreiters. Ja, wir können es nicht leugnen, der Winter naht in riesen Schritten – und mit ihm auch vereiste Strassen und knüppelharte Böden. Wessen Pferd, so wie meines, eher mit der Tollpatschigkeit eines neugeborenen Eisbären über die Feldwege schlittert, anstatt elegant übers Eis zu gleiten, der wird sein Training in den kommenden Wochen mit Sicherheit zu einem grossen Teil in die Reithalle verlagern, und auch die meisten anderen Reiter zieht es in den kalten Wintermonaten wesentlich häufiger in deren schützenden vier Wände. Kurz gesagt: Es wird echt verdammt eng.

Wo sich so viele Reiterinnen und Reiter auf einem Haufen tummeln, ist es nur logisch, dass hier mitunter Welten aufeinanderprallen. Können sich die Bodenarbeits-, die Spring- und die Dressurreiterfraktion im Sommer auf Grund zahlreicher Trainingsmöglichkeiten noch gut aus dem Weg gehen, so sind im Winter alle gezwungen, sich irgendwie zu arrangieren. So lässt sich auch nicht leugnen, dass spätestens gegen Ende des Winters eine gewisse Angespanntheit in der Luft liegt, wenn Frau Meier mal wieder Doppellongenarbeit macht, während Herr Müller munter einen Springparcours aufbaut und Frau Schweizer eigentlich gerne für die nächste L-Dressur üben würde.

Mir sind in meinem Reiterleben schon etliche Typen von „Hallenreitern“ begegnet, die ich euch in diesem Blog nun näher erläutern werde. Selbstverständlich ist das Ganze sehr überspitzt formuliert und in jedem Fall mit Humor zu nehmen. Genau dasselbe gilt übrigens auch für die Hallensituation im Winter, denn gegen Wahnsinnig hilft eben nur... noch mehr Wahnsinn. Oder einfach ein sehr sonniges Gemüt.

 

Der Regelbrecher

Wir alle kennen ihn, wir alle fürchten ihn: Den einen Reiter, für den Hallenregeln nicht zu gelten scheinen. Nie. Munter zieht er sein Pferd durch die Hallentüre (selbstverständlich ohne das obligatorische „Türe frei!“), platziert die Aufsteig-Hilfe gekonnt genau auf der Mittellinie und beginnt, auf dem ersten Hufschlag Schritt zu reiten. Die Aufsteig-Hilfe bleibt selbstverständlich wo sie ist – wer bitteschön braucht schon die Mittellinie?

Ist sein Weg im Schritt wenigstens noch halbwegs kalkulierbar, so ist es damit beim ersten Antraben vorbei. Der Regelbrecher hat selbstverständlich immer Vortritt, und da er auch von konventionellen Bahnfiguren nicht viel zu halten scheint, ist ein Ritt mit ihm ähnlich nervenaufreibend, wie eine Runde Autoskooter. Selbstverständlich fühlt er sich auch nicht genötigt, nach seinem Ritt allfällige Hinterlassenschaften seines Pferdes zu beseitigen. Können doch die anderen machen. Oder auch nicht. Ist ihm eigentlich egal.

 

Die Bodenarbeitstante

Hier lassen sich zwei Typen unterscheiden: Typ eins hat ein sehr junges und/ oder sehr nervöses Pferd und wenig Lust, sich bei dessen kältebedingten Freuden-Bucklern den Hals zu brechen. Typ zwei hat ein sehr altes Pferd, das einfach nicht mehr geritten wird. Aber Bodenarbeit muss noch sein, weil Muskelaufbau und so. Oder so. Dann gibt es natürlich noch die Personen, die ihr Pferd per se nie reiten, weil das ja so super unnatürlich ist. Allerdings trifft man diese Leute auch selten in der Halle an. Ist ja auch unnatürlich – hat ja Wände und so.

Das Störpotenzial der Bodenarbeitstante hängt stark davon ab, welcher Art von „Training“ sie nachgeht. Hat man Glück, so begnügt sie sich mit Führen und gelegentlichem Seil-Gefuchtel, wenn die Nase ihres Pferdes sich einen Millimeter vor die gewünschte Position bewegt (Respektlosigkeit!), hat man Pech, dann sieht das Ganze wesentlich abenteuerlicher aus. Fahnenstöcke und raschelnde Planen gehören ebenso zum Repertoire der Bodenarbeitstante, wie abenteuerliche Longen-Kreationen. In letztere wickelt sie sich auch gerne mal selbst ein. Oder ihre Mitreiter. Ups.

 

Die Dressurkracher-Reiterin

Hat ein Dressurpferd. Mit spektakulären Gängen. Mag sein, dass man mit dem Pferd durch keinen Reiterwettbewerb kommt, aber traben kann’s, und das muss man natürlich zeigen. „Diagonale freeeeei!“, ist daher auch so ziemlich das einzige, was man von der Dressurkracher-Reiterin zu hören bekommt, das dafür aber gefühlte fünfzig Mal am Stück. Dass sie ihren Mitreitern damit das Reiten jeglicher anderen Bahnfiguren quasi verunmöglicht, ist ihr egal – immerhin kommt sie ja mit genug Schwung, da kann sie die anderen ohnehin einfach aus dem Weg fegen.

Hat sie zwischendurch auch mal die ein oder andere Reitstunde besucht, so stehen auch noch Traversalen oder Galoppwechsel durch die Diagonale auf dem Programm – Hauptsache, die Lektion beansprucht den meistmöglichen Platz.

 

Der Springreiter

Hat ein Springpferd. Und das muss springen, ansonsten stürzt es in eine tiefe Identitätskrise. Logisch, dass der Springreiter daher auch im Winter nicht davon absehen kann, die Halle mit vielen Bunten Stangen zu schmücken, über die das Dressurpferd drüber stolpern und um die die Bodenarbeitstante ihre Longe wickeln kann.

Steht der Parcours, so wird dann auch feste gesprungen. Eine bestimmte Reihenfolge hält der Springreiter dabei nicht ein, er nimmt eben mal so jeden Sprung, der ihm gerade vor die Füsse kommt – oder seinem Pferd vor die Hufe, um genau zu sein. Da er dies dann auch des Öfteren nicht ankündigt (immerhin weiss er ja selbst auch erst dann, welchen Sprung er als nächstes nehmen möchte, wenn sein Pferd quasi schon in der Luft ist), kommt es mitunter zu spektakulären Beinahe-Zusammenstössen mit seinen Mitreitern. Diese steckt der Springreiter aber mit einer Lockerheit weg, um die ihn seine Mitreiter nur beneiden können. Man munkelt ja, dies könne auch am Schnaps liegen, den sich der Springreiter traditionsgemäss vor jedem Ritt genehmigt, um sich warmzuhalten. Aber das ist wirklich nur ein Gerücht.

 

Die Fashionista

Man erkennt sich schon von weitem, nicht zuletzt deshalb, weil die Ladung an Strass und Glitzer, die sowohl sie selbst als auch ihr stets perfekt gestriegeltes Pferd mit sich tragen, schlicht nicht zu übersehen ist. Die Fashionista sieht immer aus, wie aus dem Ei gepellt, und selbiges gilt auch für ihr Pferd. Kein Haar sitzt am falschen Platz und Schabracke, Bandagen, Reithosen und Poloshirt, selbstverständlich alles aus den neusten Kollektionen von Eskadron und Pikeur, sind perfekt aufeinander abgestimmt. Einzig die klappernden Zähne der Fashionista vermögen das Bild etwas zu trüben – aber das nimmt sie gerne in Kauf, denn wer sieht dick eingepackt schon gut aus?! Eben.

Bevor die Fashionista aufsteigt, gibt es einiges zu tun – das Outfit ihres Pferdes wird auf diversen Fotos festgehalten und auch das obligatorische Selfie darf nicht fehlen. Sobald sie im Sattel sitzt, gibt es dann auch die erste Insta-Story, damit die ganze Online-Welt möglichst zeitnah sehen kann, wie toll das neue Glitzerstirnband ihres Pferdes zu ihrer Reithose passt.

Wirklich reiten gesehen hat man die Fashionista jedoch noch nicht. Meist steigt sie nämlich nach ein paar Runden auch schon wieder ab. Immerhin hat das Bandagieren ihres Pferdes schon so viel Zeit in Anspruch genommen, da kann man sich wirklich nicht auch noch lange mit Reiten aufhalten. Und überhaupt – Schweiss würde ihr Make Up ruinieren.

 

Und, habt ihr euch wiedererkannt? Oder kennt ihr noch mehr Typen von Hallenreitern, die ich vergessen habe? Dann schreibt mir doch in den Kommentaren!

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  • Haha

    Haha... witzig geschrieben. Ich selbst dürfte wohl eine Mischung sein aus einem Typ der nicht beschrieben wurde und Fashionista. Mein Pferd hat nämlich immer passend zur Schabracke Bandagen drauf. Allerdings reite ich selbst ohne Markenklamotten, Insta hab ich nicht und Makeup brauch ich nicht. Dennoch wurde eben der normale Typ vergessen ;-) Oder die Personen, die irgendwas reiten, nur keine Bahnfiguren...Solche haben wir oft. Wie will man ihnen ausweichen, wenn man nicht weiss, was sie vorhaben? Sie täuschen eine Volte an um dann doch aus der halb angefangenen Volte eine Diagonale zu machen... Ärger vorprogrammiert

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