Hagebutten – die gesunde Belohnung fürs Pferd

Gerade jetzt im Herbst sieht man sie überall in der Natur leuchten: Hagebutten (oder Rosa canina L.) die knallroten Früchte der Heckenrose, von welchen es sogar ein beliebtes Kinderlied handelt. Doch genau wegen ihrer auffälligen Farbe trauen sich wohl die meisten Pferdebesitzer nicht, diese Vitalstoffbomben ihren liebsten Vierbeinern zu verfüttern. 

Deshalb möchte ich euch (obwohl Nadine im Magazin zwar bereits schon einmal kurz darauf eingegangen ist), diese kleine „Allzweckwaffe“ nochmals näher vorstellen. 

Früher sprach man der Wildrose heilende Kräfte gegen den Hundebiss (Tollwut) zu, aber auch ohne diese Wirkung ist sie ein begehrtes Heilmittel. 

Denn was die Wildpferde im Herbst und Winter als wertvolle Nahrung für sich besorgten, darf natürlich auch auf dem Speiseplan unserer Pferde nicht fehlen. 

Glücklicherweise gedeihen die Sträucher vielerorts wie Unkraut, sodass sie in unseren Gegenden weit verbreitet sind. Dennoch werden sie trotz zahlreichen Vitalstoffen immer noch unterschätzt.

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Doch was bedeutet die Hagebutten- Fütterung für unsere Pferde? 

 

Vitamin C in Hülle & Fülle

Dank ihres hohen Vitamin C- Gehalts (zwanzig Mal mehr als die gleiche Menge Zitronen), dienen die roten Früchte gerade in der kalten Jahreszeit als perfekte Unterstützung fürs Immunsystem. 

 

Lebenswichtige Vitamine

Hagebutten sind jedoch nicht nur Vitamin C- Spender im Überfluss, sie liefern zudem eine ganze Sammlung an Lebenswichtiger Vitamine (von A und E, über Vitamine des B-Komplexes, bis hin zu den Vitaminen K und P, sowie hohe Konzentrationen an Beta-Karotin und Flavonoiden) 

Zudem sind in ihnen auch die Mineralstoffe & Spurenelemente (wie Calcium, Eisen, Kupfer, Magnesium, Natrium, Phosphor sowie Zink) vertreten. 

 

Natürliches Schmerzmittel 

Die Komplexverbindung aus Fettsäuren und Zucker reduzieren bei Gelenksproblemen und Arthrose die Schmerzempfindlichkeit und sorgen daher für mehr Beweglichkeit. In mehreren Studien konnte sogar belegt werden, dass sich die entzündungshemmenden Eigenschaften, als wirksames und dabei aber völlig natürliches Hilfsmittel bei Pferden mit arthritischen Problemen bewähren kann. 

 

Bessere Durchblutung der Hufe

Beobachtungen haben gezeigt, dass Pferde, welche regelmässig mit Hagebutten gefüttert worden sind, ein verbessertes Hufwachstum besitzen. Denn die enthaltenen Vitalstoffe sorgen für eine gesteigerte Durchblutung der Kapillargefässe und somit der Huflederhaut. Dies wirkt sich insbesondere bei Hufrehepatienten und Risikokandidaten günstig aus, so wie auch ihre leberstärkende Wirkung. 

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Glänzendes Fell & elastische Haut

Durch ihren hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, (welche in einem idealen Verhältnis von Omega 6 und Omega 3 Fettsäuren stehen), sorgen die roten Früchte für einen elastische und schuppenfreie Haut, sowie einen schönen Fellglanz. 

 

Leckere & gesunde Belohnung

Die süss- säuerlich schmeckenden Früchte werden von den Pferden in der Regel gerne gefressen.

Wenn Pferde bei einem Ausritt oder Weidenaufenthalt die Gelegenheit dazu bekommen, fressen sie die Hagebutten gerne gleich direkt vom Strauch, was die Grundstücksbesitzer natürlich eher weniger gern beobachten ;-)  

Aufgrund ihres hohen Anteils an Vitalstoffen und ihrer dennoch handlichen Grösse, eignen sie sich deshalb auch (kurweise) als Leckerliersatz. Besonders beliebt natürlich bei leichtfuttrigen Pferde oder solche mit Stoffwechsel(-Wohlstands)krankheiten (Equines Cushing, EMS, Hufrehe etc.) 

Auch meine Pferde lieben die Leckerei als Abwechslung! (Foto: Katja Stuppia)

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Wirksam gegen Darmparasiten

Um die Wirkung der Hagebutten abzuschliessen, kommen wir noch zu den Parasiten. Wenn Pferde öfters zu Wurmbefall neigen, kann die Hagebutte auch hier gute Dienste leisten. Denn die haarigen Kerne mögen die Darmparasiten überhaupt nicht. Da sie die Entwicklung der Würmer behindern und sie gleichzeitig austreiben. Ausserdem sorgen die natürlichen Pektine in der Hagebuttenschale dafür, dass sich die Darmschleimhaut wieder regenerieren kann. Wenn wir schon beim Darm sind: sie sorgen allgemein für einen gesunden Verdauungsapparat, helfen bei Durchfall und aber auch Verstopfung. 

 

Wie komme ich an diese gesunde Allzweckwaffe? 

Wie oben bereits erwähnt, gibt es momentan noch viele Sträucher mit frischen (pflückfertigen) Hagebutten, weshalb man diese gleich für sein Pferd ernten sollte (natürlich mit Erlaubnis des Strauch-Besitzers). Nach dem Sammeln kann man einige gleich für die Frischfütterung im Stall lassen (nur solange sie gut aussehen) und die anderen kann man mit einem saugfähigen Tuch an einen warmen Ort mit nach Hause nehmen und sie dort über mehrere Tage trocknen lassen. Jedoch müssen die Früchte immer wieder gewendet werden, damit sie nicht anfangen zu schimmeln. Wem dies zu lange dauert, kann die Früchte auch im Backofen (Achtung nicht über 40 Grad) für mehrere Stunden trocknen lassen.  

Die Früchte können auch im Backofen getrocknet werden!

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Mittlerweile gibt es Hagebutten aber auch bei vielen Futtermittelherstellern als ganze Frucht getrocknet, geschrotet, gemahlen, in Pulver- oder Pelletform zu kaufen. 30 bis 40g der Hagebuttenfrüchte (in getrockneter Form) sind eine sinnvolle und gesunde Dosierung für ein durchschnittliches Grosspferd. Frisch empfehle ich täglich eine Handvoll. Wie bereits erwähnt, sollte auch diese Heilpflanze nur „kurweise“ verfüttert werden und nicht dauerhaft, um ihre Wirkung voll ausnützen zu können. 

 

Auch wir lieben Hagebutten!

Was für unsere Pferde gut ist, schadet uns natürlich auch nicht ;-) 

Auch wir können Hagebuttentee (Fruchtschale und Kerne der Heckenrosen) zur Immunsteigerung nutzen. Die Hagebutte unterstützt uns in der Therapie bei Vitamin C- Mangel, Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit und anderen Infekten. Die Chinesen verwenden die Frucht auch als Lebertonikum, weshalb sie in Kombination mit „Leberkräutern“ zur Entgiftung zusammengemischt werden kann. Die Blüten heilen mit ihren Gerbstoffen kleinere Verletzungen (z. B. Insektenstiche). Dazu zerquetscht man die Blütenblätter zwischen den Handflächen und streicht anschliessend den austretenden Pflanzensaft auf die betroffene Stelle. Sehr beliebt ist sie wegen des Geschmackes und der Verträglichkeit auch in der Kinderheilkunde.

Das Fruchtfleisch kann zudem zu Marmelade und Spezialitäten verarbeitet werden. 

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Da ich etwas am kränkeln bin, mach ich mich doch gleich auf den Weg zum Wasserkocher und mache mir einen Hagebuttentee ;-) 

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