Geschichtsstunde - Der Wilde Westen


Der Wilde Westen war lange nicht bekannt und blieb somit auch unerforscht. So um 1730 gab es in Nordamerika 13 Staaten, welche sich zu einer Union schlossen und George Washington als ersten Präsidenten hatten. An den Norden schloss sich das französische Kanada an, der Westen wurde durch den riesigen Gebirgszug Appalachen getrennt und der Süden gehörte ab Florida den Spaniern.
Doch was bedeutet Wilder Westen eigentlich? Mit diesem Titel ist unter anderem das Gebiet gemeint, das heute dem Mittleren Westen entspricht. Dieser Teil des Landes liegt westlich des Flusses Missouri. Der Fluss bildetet eine Grenze zwischen dem zivilisierten Osten und der Wildnis im Westen. Aber nicht nur geographisch, auch zeitlich hat der Wilde Westen eine Bedeutung. Der Wilde Westen war vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr aktiv. Denn damals galt noch die Gesetzlosigkeit und Selbstjustiz.

Aber wie entstand der Wilde Westen nun genau?
Westlich von den Appalachen lebten die Indianer. Dieses grosse Stück Land gehörten aber nicht den Einheimischen, denn die Spanier haben es ihr Eigentum genannt. Wir reden von einem Gebiet der westlichen Küste hinauf vom Golf von Mexiko bis zur heutigen kanadischen Grenze. Die Amerikaner aber siedelten sich nur an der Atlantikküste Amerikas an und breiteten sich langsam gegen Westen aus. 1800 überliessen die Spanier das Land der Indianer dem französischen Feldherrn Napoleon. Aber Napoleon musst dieses nach nur drei Jahren verkaufen, da im schlichtweg das Geld fehlte. Und wer kaufte es auf? Natürlich die Amerikaner. Für sie war das eines ihrer besten Geschäfte, denn auf einen Schlag vergrösserte sich die Union um zwei Millionen Quadratmeter. Stellt euch das einmal vor! Die USA war plötzlich um mehr als das Doppelte gewachsen. Es ging nicht lange bis die ersten Expeditionen in Richtung Pazifik begannen. Meriwether Lewis und William Clark waren die Führer der ersten Gruppe. Mit viel Glück fanden die beiden einen passierbaren Weg durch die Rocky Mountains, der sie an die Pazifische Küste führte. Auch zahlreiche neue Wege wurden erkundet von sogenannten Trapper. Trap heisst im englischen Falle. Das heisst, diese Fallensteller zogen los, erkundeten die Umgebung und stellten für Feinde Fallen auf.

Den Vereinigten Staaten war dies noch nicht genug. Sie kauften den Spaniern Florida ab und gliederten noch zusätzlich Texas bei sich ein.

Mit dem Gelingen der Expeditionsgruppe war es dann geschehen. Viele folgten dem vorgegeben Weg, welchen die ersten amerikanischen Besucher gefunden hatten. Anfangs war ihnen der gute Kontakt zu den Indianern noch wichtig. Aber am Ende war es eine Eroberung Amerikas, da sie sich das Indianerland aneigneten.

Nun zogen viele Pioniere nach Westen. Sie tat dies aber aus einem Notstand heraus. Im Osten war es eng geworden, die Arbeitslosigkeit stieg immer weiter an und am Ende hatte keiner mehr etwas zu verlieren. Niemand schlägt das Angebot, Land billig zu erwerben, aus. Amerika lockte mit netten Angeboten. Sie stellten jedem Neusiedler 64 Hektar günstiger in Aussicht. Aber auch ehemalige Sklaven gingen mit wie auch die Glücksritter. Diese waren auf der Suche nach Gold. Vor allem um 1849 war das Gold ein so aktuelles Thema, dass ein regelrechter Goldrausch ausbrach. Sekten jeglicher Religion nutzten diese Situation, denn sie wollten ihre Ruhe und fanden in diesem neuen unverbrauchten Ort die Lösung.

Klingt wie ein wunderbares Märchen mit Happy End. Doch der Schein trügt oft, auch in diesem Fall. Alles was abseits des Gebirges lag und somit weit weg von der Washingtoner Regierung, kannte kein Gesetz. Immer mehr Verbrecher und krumme Leute siedelten sich im Wilden Westen an, denn dort drohte ihnen keine Verfolgung und Strafe. Was tun in solch einer Situation wo sich kein gut zivilisierter Mensch mehr sicher fühlt? Es bleibt nur die Selbstverteidigung. Nach und nach beschaffte sich jeder eine Schusswaffe, damit er sein Hab und Gut beschützen konnte. Aber dies war nur die Spitze des Eisbergs. Verteidigung war das eine, das andere war die Selbstjustiz. Da es an Richtern und Ordnungshütern mangelte, richteten die Bewohner selbst über Banditen. Und was der Wilde Westen schuf, das blieb erhalten. Denn auch heute darf in den Vereinigten Staaten jeder eine Waffe tragen. Jetzt wird einem auch klar, wieso es der „Wilde“ Westen ist. Jeder konnte und lassen, was ihm lieb war.

In jeder Stadt gab es eine Marshall und in jedem Bezirk einen Sheriff. Ab und an einen Richter. Doch „gesunder Menschenverstand“ ging vor juristischen Büchern, denn von den Richtern hatten einer, wenn überhaupt, studiert. Dazu durften die Bürger dem Scheriff oder Marshall helfen. Es gab eine Ordnung, die aber nicht wirklich bestand.

Dies ist nun die Geschichte des Wilden Westens. Mit ihm wurden auch die Cowboys erschaffen. War ihr Leben wirklich ein Traum und sie die Helden? Leider nein. Sie waren eine prägende und die legendärste Figur der Wilden Westens, aber das grosse Geld liess sich damit nicht verdienen. Bei vielen geistert der Gedanke herum, dass es die Weissen waren, aber dies stimmt nicht. Dazumal waren es Schwarze, Mexikaner und Indianer. Von den Indianern hatten viele gelernt wie das Vieh getrieben wird und diese hatten es von den Spaniern, die damals das Land besessen haben. Somit haben nicht die Amerikaner die Cowboys erfunden, sondern lediglich übernommen. Die Cowboys kamen erst nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) auf und ihr „Ruhm“ war nicht von langer Dauer. Um 1900 gingen sie ein wenig unter, denn ab da hatten sie sich im ganzen Land verteilt wie auch im neuen Heim eingerichtet und der Rummel war mit einem Mal vorbei. Das Zügeln der ganzen Herden hatte für Aufsehen gesorgt, da die Tiere zu den Zügen getrieben werden mussten und alle Menschen rundherum die Cowboys mit ihrem Können bestaunen konnten. War das umsiedeln geschehen, war es auch um die lässigen Jungs mit dem schönen Aussehen vorbei.

Als dann die erste Eisenbahn entstand, wurde es auch ruhiger im Westen. Gut gebildete Richter und Ordnungshüter kamen eher in den Westen mit der neunen Eisenbahnstrecke quer von Ost nach West. Alles wurde zivilisierter und gliederte sich in geregelte Bahnen. Aber dennoch war der Wilde Westen eine prägende Zeit und wird immer in der Geschichte der Menschheit erscheinen. Vor allem sicherlich auch, weil viele nicht verstehen können, wieso der weisse Mann viele Indianerstämme fast zum Ausrotten brachte. Sie haben den Amerikaner definitiv nicht so viel Leid angetan, dass sie derart unterdrückt hätten werden müssen. Die Indianer dürfen nicht vergessen werden, denn sie gehören genauso zum Wilden Westen wie alle anderen Menschen.

Ich hoffe die Geschichtsstunde hat euch gut gefallen. Falls ihr mehr über Western nachlesen möchtet könnt ihr das hier.

Das könnte Dich auch interessieren‚‚

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.