Gefrorene Tränken im Winter, was tun?

Gestern hat uns der Winter einen ersten Gruss geschickt, die Temperaturen fielen auch im Flachland auf Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Das ruft uns unangenehme Erinnerungen von gefrorenen Tränken und mühsamem Eimer schleppen ins Gedächtnis. So mancher Stallbesitzer möchte vielleicht für diesen Winter vorsorgen und seine Tränken frostsicher machen. Doch was gibt es dabei zu beachten, was kostet die ganze Geschichte und was für einfache, preisgünstige Alternativen gibt es?

Heizsysteme
In vielen neuen Ställen wurden sie bereits beim Bau installiert, die frostsicheren Tränkesysteme mit isolierten Leitungen und Warmwasserpumpe oder beheizten Becken. In älteren Gebäuden muss das je nach Bauart mehr oder weniger mühsam nachgerüstet werden. Dafür kann man im Fachhandel mit Strom beheizbare Becken kaufen, die preislich zwischen 160.- und 450.- CHF kosten. Je nach Modell wird dabei nur die eigentliche Tränke oder zusätzlich auch noch ein bis zwei Meter der Wasserleitung erwärmt. Der Rest der Rohre muss zwingend isoliert werden, da es sonst das Wasser gar nicht erst bis in das Tränkebecken schafft. Das ist natürlich nur bei freiliegenden Leitungen möglich, sind diese aber eingemauert oder so mit Holz verkleidet, dass es sich nicht lohnt sie freizulegen, kann man sich den Einbau beheizter Tränken sparen, denn fallen die Temperaturen für längere Zeit deutlich unter null Grad gefrieren auch diese Rohre früher oder später ein.
Sind die Leitungen gut erreichbar ist das Isolieren keine grosse Sache. Im Baumarkt gibt es vorgeformte Isolationen für Rohre in allen Grössen und Längen und im Internet findet man auch so manche Anleitung (wie zum Beispiel DIESE).

Beheizte Tränke selber bauen
Auch wenn beim isolieren der Leitungen einiges selber gemacht werden kann, ist die Installation eines Tränkeheizungssystems immernoch eine aufwändige und teure Sache dafür, dass in unserem Winter ja selten wochenlang Minustemperaturen herrschen. Doch wer auch für einige wenige Eistage gerüstet sein möchte, kann das auch günstiger haben. Bei meiner Recherche im Internet habe ich eine tolle, einfache Möglichkeit entdeckt den Pferden frostfreies Trinkwasser zu ermöglichen. Zwar muss bei dieser Lösung auch Wasser geschleppt oder per Schubkarre transportiert (siehe Bild) werden, doch das lästige Eis fällt wenigstens weg. Gerade für sehr luftige Auslaufboxen oder Offenställe eine gute Sache.
Für die beheizte Tränke Marke Eigenbau benötigt man einen sehr grossen Plastikkübel und einen kleineren Edelstahleimer, ein ca fünf Meter langes Heizkabel für Wasserrohre, Isolierschaum für Heizungen und eine Rolle Aluminium Klebeband.

Hier die Anleitung des Erfinders:
Das Heizkabel wird in der unteren Hälfte mehrmals stramm um den Edelstahleimer gewickelt und unter dem Boden als Spirale gelegt, ohne dass sich die Kabel dabei kreuzen. Die Abstände müssen entsprechend der Montageanleitung des Kabels eingehalten werden, sonst wird das Kabel beschädigt. Zur besseren Wärmeübertragung wird das Kabel mit Aluminiumklebeband möglichst flach anliegend auf den Blecheimer geklebt. Anschließend wird der so beklebte Edelstahleimer mit etwas Bodenfreiheit in den grossen Eimer gestellt und der Raum zwischen den beiden Eimern ausgeschäumt. Hierbei ist es wichtig, dass der Metalleimer von oben beschwert wird, sonst hebt ihn der Schaum hoch. - Und fertig ist der Heizeimer. 
Es gibt Heizkabel aus dem Landwirtschaftshandel, die schalten bei 5°C selbsttätig ein und bei 12°C wieder aus. Selbst in den kältesten Nächten kann das Wasser darin niemals einfrieren. Statt des äußeren Eimers kann man sich natürlich auch eine einfache Holzkiste zimmern.
Falls kein Strom vorhanden ist, kann man schon einiges erreichen, wenn man einen Kunststoffeimer oder anderen Behälter zur Isolierung in einer Holzkiste einschäumt und ein Stück Holz oder Schaumstoff auf der Wasseroberfläche schwimmen lässt. Die Bewegung des Schwimmkörpers verhindert, dass das Wasser einfriert. Füllt man warmes Wasser ein, wird es durch die Isolierung viele Stunden eisfrei bleiben.

Noch etwas einfacher und ohne finanziellen Aufwand zu realisieren ist es, wenn man den äusseren Eimer einfach mit Stroh auspolstert und so etwas isoliert und darauf achtet, die Tränke an einem windeschützten Ort steht.

Ich wünsche euch Stallbesitzer, Selbstversorger und Pferdepfleger einen milden Winter mit wenig Wasserschleppen! 

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