Gefahrenzone Fallobst auf Pferdeweiden

Momentan bin ich fast schon froh, dass mein Hund krankheitshalber dem Stall fern bleiben muss. Denn bei uns auf dem Parkplatz wimmelt es dank dem Fallobst wieder von zahlreichen Wespen. Doch nicht nur für uns kann dieses Fallobst ungemütlich werden. Nein, auch unsere Pferde können davon betroffen sein.


Obstbäume auf den Pferdeweiden sind an sich ja nichts Schlechtes, denn sie spenden an heissen Tagen auch Schatten, oder bieten Schutz vor Regen oder Ungeziefer. Doch im Herbst sammelt sich dank solcher jeweils auch das Fallobst und damit zahlreiche Kolikpatienten bei den Tierärzten.


Mit dem befolgen von einfachen Regeln können wir dies jedoch verhindern:


Faule Früchte einsammeln und pflücken!

Die Verdauung von Pferden kann empfindlich auf faule Früchte reagieren. Dabei entstehen heftige Fehlgärungen, „Aufgasungen“ und Verlagerungen vor allem im Dickdarm, bis hin zu Koliken und Rehe. Vor allem wenn sich die Pferde nach Lust und Laune selber am Obst bedienen können, sollte das Fallobst besonders gut kontrolliert werden. Allenfalls sogar noch hängende Früchte, welche Mängel aufweisen lieber vom Baum pflücken, damit die Pferde keine mit Pilztoxinen belasteten schimmeligen Früchte fressen können.


Wespen-Alarm!

Die überreifen Früchte ziehen die Wespen magisch an, was bedeuten kann, dass diese von den Pferden leicht mitgefressen werden können und dem Pferd schnell die Luft rauben können. Denn die Wespenstiche können schnell zu lebensbedrohlichen Symptomen wie Ödemen am Kehlkopf bzw. allgemein zu massiven Schwellung oder zur tödlicher Atemnot beim Pferd führen. Wenn das Pferd ausserhalb des Maulbereichs gestochen wird, kann man kühlendes und juckreizlinderndes Gel bzw. entsprechende Salben auftragen. Jedoch bei Stichen im Augen- oder Maulbereich sollte sofort der Tierarzt gerufen werden. Dieser wird entzündungshemmende Mittel spritzen, um die Schwellung möglichst schnell zum Abklingen zu bringen. Vor allem bei Stichen im Maulbereich zählt jede Minute, da ein Anschwellen von Zunge und Maulschleimhaut zu extremer Atemnot führen kann.


Unreifes Obst nur in Massen!
Unreifes Obst schadet in kleinen Mengen den wenigsten Pferden, doch auch hier sollten grössere Ansammlungen sicherheitshalber aufgelesen werden. Auch wäre es sinnvoll, die Bäume mit pferdesicherem Absperrband vom Zugriff der Pferde abzuzäunen. Alternativ kann man täglich das Fallobst einsammeln.


Aufgepasst im Gelände!
Natürlich muss auch bei einem Geländeritt das Obst zuerst kontrolliert werden. Und nicht einfach die Pferde von den Bäumen oder dem Wegrand fressen lassen, da hier dieselbe Gefahr, wie auf der Weide droht.


Zwetschgen verschmäht aber auch giftig!

Durch das im Zwetschgensamen angelagertes cyanogenes Glykosid, welches sich im Darm zu Blausäure umwandelt, kann ein Pferd vergiftet werden, wenn es auf den Kern beisst und ihn dabei knackt. Die meisten Pferde lehnen in der Regel aber die blauen Früchte sowieso ab.


Kerne im Allgemeinen!
Auch Pflaumen können als Fallobst zusätzlich gefährlich werden, denn durch den Kern, den manche Pferde mitfressen, kann es zu gefährlichen Schlundverstopfungen kommen. Wenn man bei einem solchen Notfall nicht vor Ort ist, ihn bzw. nicht bemerkt, kann eine solche Verstopfung im schlimmsten Fall sogar zum Tod des Pferdes führen. Wir haben auch Pferde (wie beispielsweise meine Stute Gipsy), welche bei Kernobst den Kern, nach dem Ablösen vom Fruchtfleisch wieder herausspucken. Bitte nicht einfach nachmachen ;-)

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