Gedanken zum CSI Humlikon

Alle Jahre wieder findet der CSI Humlikon statt. Gestern war der letzte Tag des grossen Springens. Bekannte Reiter wie Christina Liebherr, Hans-Dieter Dreher und John Whitaker waren am Start mit dabei. Reitsport.ch hat live aus Humlikon berichtet.

Mir persönlich sind einige Kleinigkeiten aufgefallen und ich habe mir ein wenig Gedanken darüber gemacht. 

Wieso ohne Handschuhe reiten? Anfangs bemerkte ich nicht, das einige ohne Reithandschuhe unterwegs sind. Aber sobald mir das ins Auge fiel, wunderte ich mich. Ich selbst reite viel lieber mit Handschuhen, denn wenn einmal ein Pferd ein wenig nach vorne reisst, habe ich nicht gleich zwei wunde Finger. Und in einem Parcours kommt es häufiger vor, dass die Pferde den Kopf nach vorne ziehen, vor allem wenn es auf den Sprung hingeht. Natürlich sind es sich diese Reiter gewöhnt, aber ich denke auch die bekommen ab und an eine Blase. Am Ende ist es Geschmackssache und jeder wird für sich selbst entscheiden. Als ich den ersten Reiter entdeckt hatte, sah ich auch etliche andere. Damit will ich sagen, dass es nicht nur eine kleine Minderheit ist, die ohne Reithandschuhe reitet. Ich würde behaupten, es sei schon fast ausgeglichen. Am Samstag schaute ich noch kurz im Fernseh in die Springprüfung der WEG und auch dort viel mir augenblicklich auf, dass viele Reiter keine Handschuhe tragen. Anscheinend sind mehr Springreiter ohne Handschuhe unterwegs, als ich bis anhin dachte. Reitet ihr mit oder ohne Reithandschuhe? Ich persönlich reite seit vielen Jahren mit und finde es ein komisches Gefühl, wenn ich die Handschuhe einmal vergessen habe und ohne reiten muss. Für mich gehören sie einfach dazu.
Nicht nur die Handschuhe fielen mir auf, auch die Reitweise von Mann und Frau. Vielleicht ist es bloss Illusion und mit Vorurteil verbunden, aber mir schien es so, als hätten die Männer weniger Mühe, dass Pferd im Parcours laufen zu lassen. Dem Pferd sozusagen die Chance zu geben, alles aus sich heraus zu holen und so zu springen, wie es dem Pferd am liebsten ist. Mit Schwung und Elan. Jedoch hatte ich bei vielen Frauen das Gefühl, dass sie versuchten ihr Pferd zurückzuhalten und nicht das Tier nach vorne liessen um eventuell ein wenig schneller zu sein. Als wollten sie ihrem Vierbeiner sagen, dass er sich nicht mit Ehrgeiz in den Parcours begeben soll. Natürlich gab es auch hier Ausnahmen! Es war jedoch schon zu sehen, dass viele Reiterinnen vorsichtiger waren. Aber bei den Amateuren fiel das dagegen gar nicht auf. Bei ihnen hatte ich das Gefühl, dass alle Reiter alles gaben und „No risk, no fun“ im Kopf hatten. Ich finde es noch interessant wie sich die einzelnen Kategorien unterscheiden können. Beim 1- oder 3-Sterne Springen merkte jeder Zuschauer die Routine des Reiters. Der Parcours wurde im Ganzen ruhiger gesprungen als bei den Amateuren. Ich will nicht damit sagen, dass die Amateure schlechter sind, aber es war ein Unterschied zu sehen. Aber ich denke, dies hat mit der Erfahrung und Übung zu tun.
Wo wir schon bei den Pferden und ihren Reitern sind. Jedes Pferd ist unterschiedlich stark in seinem Charakter und das eine Pferd verlangt mehr Durchsetzungsvermögen als das andere. Teilweise gab es eine Diskrepanz. Damit will ich sagen, dass das Tier zu stark für den Reiter war. Vielleicht hätten ein zwei Jahre mehr Ausbildung des Reiters gereicht und die Harmonie wäre vorhanden gewesen. Dies soll nicht heissen, dass irgendein Reiter mit seinem Pferd nicht zurecht kam. Alle hatten sie super toll im Griff. Aber bei genauem Hinsehen konnte jeder feststellen, dass es nicht ganz das gleiche Niveau war. Um ein Beispiel zu nennen: Der Reiter wollte sein Pferd auf jedes Hindernis hin ein wenig abbremsen, aber das Pferd reagierte kaum und zog sein Tempo durch. Es gab nie gefährliche Situationen, in denen die Zuschauer den Atem anhielten und die Augen verschlossen.
An dieser Stelle muss ich den Event loben und sagen, dass alles schön und ohne grosse Vorkommnisse über die Bühne gelaufen ist. Auch war ein Notarzt wie Tierarzt zu jeder Zeit zugegen. Das spricht für mich für ein total gut organisiertes Springen.
Nun zurück zu den starken Tieren. Die Reiter waren auch nicht überfordert mit den Pferden. Es war mehr, als wäre da noch nicht die vollkommene Harmonie und als sprächen die beiden nicht genau den gleichen Dialekt. Aber alle Runden waren schön anzusehen und ich fand es toll, dass die Reiter ihre Pferde lobten und die einen ein Leckerli gaben, auch wenn es keine Platzierung gab. Das hat mich wirklich gefreut.

Unglücklicherweise konnte ich am Wochenende nicht mehr selbst am CSI Humlikon dabei sein und alles live miterleben wie eigentlich geplant. Aber ich hoffe sehr, dass es nächstes Jahr wieder klappt. 

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