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Futterevent mit Constanze Röhm – da habt ihr was verpasst…!

Vor knapp einem Monat fand der erste Futterevent mit Constanze Röhm bei reisport.ch statt, an welchem ich natürlich nicht fehlen durfte.
Damit die daheimgebliebenen bzw. verhinderten Fans nicht zu kurz kommen, fasse ich euch folgend gerne die Veranstaltung etwas zusammen.
Kennengelernt habt ihr Conny ja bereits in meinem Vorstellungs-Post inkl. 5 interessanten Fragen:

Constanze Röhm – DIE Pferdefutterexpertin demnächst in Langenthal!

Kurze "Vorstellungsrunde" von der Futterexpertin, welche ihr am 21.04.2018 live bei reitsport.ch antreffen könnt!

Am 21. April 2018 machten wir uns also gleich nach der Reitstunde (Reiter kennen bekanntlich ja keinen Schlaf ;-P) auf den Weg nach Langenthal. Ein Blick aufs Navi verriet mir gleich: „Oh das wird knapp!“. Denn unsere Ankunftszeit lag bei 9.58 Uhr und das Frühstück sollte bereits um 10.00 Uhr beginnen. Beziehungsweise hat es das bestimmt auch – jedoch OHNE uns. Denn neben meiner Rechts- / Linksschwäche, fehlt mir leider auch jeglicher Orientierungssinn und natürlich verlor unser Navi gerade dann die Verbindung, als eine wichtige Abzweigung gekommen wäre, weshalb wir das Frühstück zwar verpasst, aber dafür die Aussicht in Luzern genossen haben.
Leicht verspätet trafen wir dann an der Chasseralstrasse 3 ein und versuchten uns so unauffällig (wie das mit einem Hund als Begleitung überhaupt geht), in den Hörsaal zu „schleichen“.

Marianne Gerster (Geschäftsführung / Inhaberin von Pierre C. Frey AG), welche bereits auf eine langjährige Zusammenarbeit mit Conny zurückblicken kann, eröffnete dann gleich die Veranstaltung.

Die Futterexpertin selbst startete dann gleich mit einer humorvollen Eröffnung und kleiner Vorstellungsrunde. Wie üblich war der anwesende Frauenanteil ziemlich hoch und Conny war regelrecht begeistert, dass wir doch einen geringen Männeranteil (inkl. meinem „Chauffeur“ :P) vorweisen konnten. Spannend bezüglich der Geschlechtertrennung war ihr Hinweis, dass bei uns Frauen der emotionale Bezug zu unseren Pferden (wir wollen „damit“ alt werden), hormonell festgelegt ist. Aber allgemein sei der Kontinent Europa für seine (eher) emotionale Bindung zu den Pferden bekannt. Trotz oftmals schwermütiger Arbeit (ihr Arbeits-Alltag wird durch vielen kranke Pferde und die dazugehörigen verzweifelten Menschen geprägt), verspürt sie immer noch viel Leidenschaft für ihren Job. Die Symbiose zwischen Pferd und Mensch (bzw. Hund und Mensch) sei wissenschaftlich zwar nicht erklärbar, aber dennoch vorhanden. Und viele unter euch kennen das Gefühl wohl ebenfalls zu gut, dass das geliebte Tier, das eigene Spiegelbild mimt, was natürlich auch für die Spiegelung des eigenen Ballasts von Bedeutung berücksichtigt werden muss.

Was habe ich für ein Pferd?

Als Einstieg in die Fütterungs-Thematik, stellte sie die wenig ernstgenommene, aber dennoch weit verbreitete „Pferdefütterung – Spezial“ vor. Darin wird schnell eine gewisse Planlosigkeit in der Fütterung ersichtlich, da neben dem Heu noch 26 Futtermittel / -zusätze beigefüttert werden, was natürlich ihrem Motto „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ klar wiederstrebt. Um als Pferdebesitzer nicht dem übermässigen Angebot an Zusätzen zu verfallen, sollte sich jeder die Frage „Was habe ich für ein Pferd?“ stellen und genauestens analysieren. Dass dies nicht so einfach wie gedacht ist, merkt man spätestens bei der Unterscheidung der Ponys, da es dort auch noch weitere Unterteilungen (Shetlandpony- Pony, Sportpony usw.) gibt, was das Ganze nochmals erschwert. Deshalb erhielten auch alle Teilnehmer die Aufgabe, die Pferde im Stall zu vergleichen.
Welche Kriterien dabei berücksichtigt werden sollten, stelle ich folgend gleich vor:

  • Kiefer (Skala von riesig / Nashornbreit bis Minimaul / Minikopf) 

          Ein breiter Kiefer lässt Platz für breitere Zähne = es kann besser, mit weniger Energie gemahlen werden --> bessere Futterverwertung

  • Rumpf (Skala von tonnenförmig / ultrabreit bis rehartig / filigran)

          Ein grösserer Rumpf lässt mehr Darmvolumen (inkl. (guten) Darmbakterien) zu = das Futter wird länger / langsamer verdaut --> bessere Futterverwertung
          Ein schmalrippiges Pferd hat weniger Fassungsvermögen, weshalb es auch schneller satt wird, da der Darm schneller gefüllt wird.

  • Vorderbein (Skala von Stummelbein bis Giraffenbein)

          Auch die Beinlänge beeinflusst die Energieverbrennung. Denn Pferde mit längeren Beinen und „schönen“ grosszügigen Gängen, verbrauchen mehr Energie, als kurze Energie sparende Schritte. 

Meine zwei im Vergleich: "rundrippig / kurzbeinig" vs. "schmalrippig / langbeinig" ;-)

Ausschnitt aus den Bedarfsfaktoren / genetische Varianz

Hat man sich einen ersten Eindruck verschafft, muss man natürlich trotzdem noch zahlreiche weitere Faktoren beachten, auf welche ich vereinzelt gerne auch noch kurz eingehe:

  • Bemuskelung: Es gibt Rassen (z. B. Freiberger, Norweger, Isländer & Quarter Horse ) welche genetisch bedingt mehr Muskelmasse besitzen, als andere Rassen = erhöhter Energiebedarf

 

  • Behaarung: Je mehr Haare, desto höher der Bedarf, das muss dementsprechend auch im Fellwechsel berücksichtigt werden. Zudem muss ein Zinkmangel bei einem Isländer auch nochmals anders betrachtet werden, als bei einem Deutschen WB, da bei ihm der Bedarf an Zink bereits höher ist, als bei anderen Rassen (aufgrund der Behaarung usw.) 

Die W’s als Leitfaden

Conny zeigte uns als Leitfaden durch den ganzen Ernährungswirrwarr die wichtigsten Fragen auf, welche im Vorfeld geklärt werden müssen:

  • Was habe ich für ein Pferd

Genetische Varianz, Überlebungskonzept (z. B. bereitet es sich auf den Winter vor?), Exterieur, Organgrösse)

  • Wie frisst mein Pferd? 

Fresszyklus (in welchem Rhythmus frisst es wie lange? wann macht es Pausen?)

  • Was frisst mein Pferd

Futtermittelpräferenz aufgrund der genetischen Gruppe

  • Wie viel frisst mein Pferd? 

Appetitsgrenze (wie lange frisst das Pferd, bis es satt ist? Sollte diese Grenze (z. B. infolge einer falschen Diätmassnahme) nicht erreicht werden, fängt es an die Holzspäne und andere Einstreuarten zu fressen. Denn ein Pferd denkt „Ich werde nicht satt, also sterbe ich!“ Also frisst es, bis es diese Grenze anderweitig erreicht. Dabei erwähnte sie jedoch auch, dass damit nicht 24h Heufütterung gemeint ist (das vertragen auch nicht alle), sondern immer Raufutter (z. B. Stroh, oder auch Äste) zur Verfügung stehen sollte.

  • Wie lebt mein Pferd? 

Haltung / Wetter / Jahreszeit

  • Wie arbeitet mein Pferd? 

 

  • Trainingsbelastung

 

-->Was also braucht mein Pferd?

Heu – was steckt drin?

Interessant waren auch Ihre Ausführungen zu den verschiedenen Heuanalysen. Wichtig ist hierbei: „Heu ist nicht gleich Heu!“ Die Wetterlagen (z.B. Trockenheit oder ein verregneter Sommer) haben beeinflussen die verschiedenen Inhaltsstoffe & Nährwerte im Heu extrem. Somit kann Heu vom selben Lieferanten (trotz des gleichen Feldstandorts) im drauffolgenden Jahr ganz andere Werte aufweisen. Weshalb hierauf bei einer bedarfsgerechten Fütterung auch immer geachtet werden muss.
Wer wie ich sein Heu nicht selber bestellt / herstellt (sondern auf den Stallbesitzer angewiesen ist), empfiehlt Conny eine Durchschnittsanalyse im Labor anfertigen zu lassen, denn die Fütterung sollte so wenig wie möglich angepasst werden, um den Organismus nicht zusätzlich noch unnötig zu stressen

Neben einer Wegleitung in die praktische Fütterung (Bedarfsberechnung, Heu und andere Futtermittelanalysen) führte sie dann zudem durch einige Futterrations-Berechnungen und beantwortete geduldig einige Fragen zu (fütterungsbedingten)- Krankheiten (Sommerekzem, Magengeschwürbehandlung und Hufrehe).

Natürlich kann ich in einem solchen Bericht leider nur einen kleinen Ausschnitt, aus dieser wirklich spannenden und lehrreichen Veranstaltung abbilden. Mir hat sie jedenfalls die Augen geöffnet bzw. schule ich mein Auge zukünftig noch etwas sensibler. Denn nicht jedes rundrippige Pferd ist automatisch übergewichtig! In meiner Tierheilpraxis arbeite ich bereits ganzheitlich und die Fütterung hat dabei natürlich ebenfalls einen hohen Stellenwert. Dennoch lerne auch ich bei Conny immer wieder gerne dazu, weshalb ich ihre Veranstaltungen (sei es vor Ort oder Online), jedem Pferdefreund wärmstens empfehlen kann!

Meine Hündin beeindruckte sie übrigens wenig… peinlich berührt muss ich sogar zugeben, dass sich Teilnehmer der vorderen Sitzreihe sogar einmal umdrehten, weil Kiras Schnarchen sie sichtlich ablenkte. Nach zwei absolvierten Hundeernährungs- Ausbildungen, bei welchen sie mich begleitete, sei ihr das jedoch entschuldigt, schliesslich ist sie ja schon selbst ein Futterprofi :-P

Kira beeindruckte das Ganze eher weniger, dafür "bewachte" sie die tollen Give - Away's von Frey

Abschliessend weise ich gerne auf weitere Futtermittel hin, bei welchen die bekannte Pferdeernährungswissenschaftlerin, die Pierre C. Frey AG bei der Weiterentwicklung unterstütze:

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