Fütterung von Zuchtstuten

Ein Fohlen von der eigenen Stute, wäre das nicht süss? Wir geben in diesem Artikel Tipps zur richtigen Fütterung von werdenden Zuchtstuten, zur Fütterung während der Trächtigkeit und in der Laktation.

Bereits bevor die Stute gedeckt wird, sollte sie "bedarfsgerecht" ernährt sein. Das bedeutet möglichst viel frisches Frühlingsgras auf der Weide, ausreichend Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, wertvolle Eiweisse und viel Energie. Besonders fördernd für die Rosse ist auch viel Sonnenlicht - so merkt der Pferdekörper, dass eine Bedeckung jetzt optimal wäre - und dann das Fohlen 11 Monate später anfangs Frühling zur Welt kommt.

Wird Deine Stute im Frühling rossig, ist das ein Zeichen, dass sie optimal versorgt ist und sich ihr Körper eine Trächtigkeit zutraut. Die Fütterung und idealerweise der Weidegang sollten nach der Bedeckung nicht umgestellt werden. In den ersten 7 Monaten der Trächtigkeit braucht die Stute keinen Zusatz in der Fütterung. Im Gegenteil: Wichtig ist, dass während den ersten acht Wochen derTrächtigkeit auf Futterumstellungen verzichtet wird, da sich diese empfindlich auf den Embryo auswirken könnten und im schlimmsten Fall gar mit einem Verlust zu rechnen wäre. 

Erst in der zweiten Phase der Trächtigkeit - in der Hochträchtigkeit ab dem 7. Monat - steigt der Bedarf and Minaralstoffen, Energie, Eiweissen und Karotin. In dieser Zeit beginnt der Embryo zu wachsen und an Gewicht und Grösse zuzulegen. Theoretisch kann der Energie- und Eiweissbedarf einer hochtragenden Stute über Gras oder/und gutes Raufutter gedeckt werden. Wo nötig kann die Ration jedoch mit einem mineralisierten Ergänzungsfutter für Zuchtstuten mit hohem Eiweissanteil (15 % Rohprotein) oder mit Hafer kombiniert, resp. mit einem Mineralzusatz ergänzt werden. 

Als Faustregel schlägt das Nationalgestüt Avenches folgende Verhältnisse von Rohproteinen zu Energie vor:

Bis zum 7. Trächtigkeitsmonat sollte das Verhältnis Proteine/Mineralstoffe zu Energie einem Verhältnis von 5:1 sein.

In der Hochträchtigkeit sollte das Verhältnis Proteine/Minaralstoffe zu Energie 6:1 sein.

In der Laktationszeit ist dieses Verhältnis auf 9:1.

Die Stute braucht doppelt so viel Energie - also frisst in der Hochträchtigkeit sozusagen für zwei - und benötigt in dieser Phase vermehrt Kalzium und Phosphor (das zwei- bis dreifache). Genaue Angaben können im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. Beobachte Deine Stute während der Trächtigkeit sehr genau. Beginnt sie zum Beispiel, Holz und Leder anzuknabbern oder den Boden abzulecken, deutet dies auf einen Vitaminmangel hin. Deshalb ist gegen Ende der Weidesaison extra gutes Heu, hochwertiges Ergänzungsfutter und beste Versorgung mit Vitaminen und Mineralien zentral.

Die Fütterung während der Trächtigkeit hängt ebenfalls auch von der Bewegung der Stute ab. Die Stute kann "normal" geritten werden, das heisst Ausritte mit ausgedehnten Trab-Abschnitten und auch Galopp - lediglich aufs Springen, Jagden oder bei Islandpferden auf Rennpass sollte verzichtet werden. Gegen Ende der Trächtigkeit bleibt Bewegung wichtig - aber auch Stuten haben eine Art Anrecht auf "Mutterschaftsurlaub" - spätestens, wenn der Sattel auf dem tonnenförmigen Leib ausgeleiert wird, solltest Du Deinen "beiden" Spaziergänge, Weideauslauf und leichte Bodenarbeit bieten - auf keinen Fall in der Box stehen lassen.

Infos: - Equigarde Skript 2012, Schweizerisches Nationalgestüt Avenches

- Christiane Gohl, "Ein Fohlen aus unserer Stute"; Kosmos Verlag

 

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