Freizeitreiter GOES Dressur: Mit dem Senior auf Turnier

Jedes Jahr denke ich mir: „Das ist wohl das letzte Mal, dass ich mit Special (27j.) an einem Dressurturnier teilnehmen kann, denn er ist ja schon uralt!“

Und doch erstaunt mich sein unglaublicher Wille und der noch immer vorhandene sportliche Ehrgeiz, immer wieder aufs Neue!

So kam es also auch in diesem Jahr dazu, dass wir an unserem Pferdessporttag vom Reitverein mit dabei waren.

Mir war natürlich auch bewusst, dass ich mich für eine Turnierteilnahme mit dem Senioren speziell vorbereiten muss, weshalb ich meine Turniervorbereitung gerne mit euch teile.

Training angesagt! 
Da Special seit einem Jahr seine wohlverdiente „Rente“ geniesst, musste ich natürlich seinen Trainingsablauf auch etwas anpassen, denn er genoss sein Seniorenleben zwar mit täglicher Bewegung, jedoch oft in Form von Ausritten.
Deshalb musste ich auf eine gute Aufteilung achten, denn man darf sowohl junge wie auch vor allem alte Pferde ja niemals überfordern bzw. überanstrengen. 
Mir ist es sehr wichtig, dass Special mit seinem alten Rücken nicht mehr täglich einen Reiter bzw. Sattel auf sich tragen muss, weshalb ich in der Woche mind. 2 „Reiterlose“-Tage definiere, an welchen wir vom Boden aus arbeiten oder spazieren gehen. Fürs Turnier habe ich dann noch einen Longentag fixiert, um an seiner Kondition und Beweglichkeit zu arbeiten.
Jedoch musste ich auch darauf achten, dass ich viel Abwechslung in unser Training bringen kann, denn sonst stellte Special auf stur bzw. apathisch. Also wurde mal während der Longeneinheit auch Stangen integriert, sodass er auch im Kopf mitarbeiten musste.
Die Dressurarbeit habe ich gleich immer mit dem Üben von dem vorgegebenen Programm (Dressuraufgabe GA 03/40) verbunden, denn ich darf bei ihm das gesamte Programm jeweils nicht zu oft am Stück üben, weil ER dann das Programm reitet und nicht mehr ICH ;-)

Angemessen füttern! 
Natürlich mussten wir seine Fütterung auch ein bisschen optimieren. Denn fürs Training brauchte er wesentlich mehr Energie, als wenn wir gemütlich ausreiten gehen. 
Wie ihr in meinem Senioren-Blog bereits erfahren habt, bekommt Special neben seinem normalen Kraftfutter täglich Mash und Obtibeets. 
Da er dadurch jedoch noch nicht den richtigen Energiegehalt in sich hatte, um die entsprechende Leistung zu erbringen, bekam er zudem noch ein zusätzliches Kraftfutter.

(Bärenfell-)Pflege!
Wie es sich für einen rüstigen Senioren gehört, hatte sich Special natürlich auch schon ein dickes Winterfell zugelegt, welches natürlich noch intensiver gepflegt werden muss. Da er gerne immer wieder das „Schlammmonster“ auf der Weide mimt und es in diesem Jahr sowieso meistens zu kalt für eine Dusche war, beschäftigte uns dieses Fell täglich für längere Zeit. ;-) 
Durch denn Fellwechsel plagten ihn auch die Beine eher mit Schwellungen, weshalb wir die Magnetgamaschen zur Durchblutung öfters benötigten als sonst.



Gefahrenzone hohes Alter!
Natürlich besteht bei einer Teilnahme mit einem Senior immer die Gefahr, dass ein entscheidender Faktor aus dem Rahmen fällt und man somit auf den Start verzichten muss.
Special leidet bereits seit mehreren Jahren an seinem chronischen Husten, welcher im Herbst natürlich auch immer schlimmer wird.
Auch kann man bei einem ehrgeizigen Pferd meistens schlecht einschätzen, ob man es nicht doch überfordert, da sie sich gerne mal in etwas hereinsteigern und sich dann durch Adrenalin-Schübe über Wasser halten. 
Deshalb sollte nach grosser Anstrengung auch darauf geachtet werden, dass der Elektrolyt-Haushalt wieder aufgefrischt wird.


Eine weitere Gefahr, machte meinen Bemühungen fast einen Strich durch die Rechnung.
Bequem wie ich bin, ritt ich Special einmal ohne Chaps nur mit den Socken bzw. Reitturnschuhen. Ein fataler Fehler, welcher mir ihm Nachhinein wirklich total leid getan hatte! Es passierte an einem unserer *faulen-Mittwochabende*, an welchem wie es der Name schon verrät, wir nur ein bisschen auf dem Viereck herum latschten. Beim Absteigen dann der Schock… eine riesige Schürfwunde, welche zum Glück zwar noch nicht geblutet hatte, aber das (Dressur)training für die kommenden Tage natürlich unmöglich machte.
Zum Glück habe ich ein super- ober- mega- Wunder-Wundgel in aller letzter Minute gefunden, welches mir durch seine Wirkung, dann den Start ermöglichte.
Die Creme linderte den Schmerz, reinigte, kühlte und befeuchtete die Wunde, sowie förderte und beschleunigte sie die Wundheilung. Speziell sah es dann schon aus, denn sie bildet ausserdem eine Art Schneckenschleimschicht als Schutz.


Gut Ausgerüstet – halb gewonnen! ;-)
Wenn ich mit Special an einem Turnier teilnehme, darf die Glücksschabracke (natürlich von ESKADRON) nicht fehlen, denn diese muss ja auch von dem uralten Sattel ablenken. ;-P
Da sein Fell ziemlich sensibel ist, benötigt er zudem jeweils einen Lammfellgurtschoner um den Bauch.
Zudem geht bei uns die Sicherheit vor, weshalb die Gamaschen zum Einreiten angezogen werden, sowie bei mir der GPA-Helm und der Rückenschoner nie fehlen darf.


Let’s Go!
Vor dem Start gehen mir jeweils tausend Gedanken durch den Kopf: „Bockt er mich infolge der Glocke runter“, „Kann ER das Programm gut genug für uns BEIDE, falls ich es vergessen sollte“ u.v.m.
Da will man dann nur noch endlich rein…


Mein Fazit!
Da ich mit Special sogar zwei Ränge besser klassiert wurde (Mittelfeld), als mit Gipsy, kann er jetzt mit einem gekrönten Abschluss seine Sportkarriere an den Nagel hängen ;-)

In der Bewertung stand zudem: „Der Senior hat die Aufgabe gut gemeistert“,
Na danke, immerhin einer von uns?! ;-P
Nein wir werden es wohl wirklich dabei belassen müssen, da man ihm langsam aber sicher auch das Alter anmerkt und ich bin der Natur unendlich dankbar, dass er sich jeweils so schnell regenerieren kann, trotz mässigem Training über eine super Kondition verfügt und ich trotz seines hohen Alters noch so viel erleben durfte bzw. wie ich ihn kenne noch darf ;-)
Mir ist auch bewusst, was für ein Glück ich habe, auf eine solch lange gemeinsame Zeit zurückblicken zu können!


Nach diesem tollen Erlebnis, hatte er sich die Weide dann auch reichlich verdient ;-)


Bin gespannt, wie es mit meinem Senioren weitergeht und hoffe natürlich nur das Beste für ihn!


Mein erster Blog zur „Freizeitreiter GOES Dressur“- Serie, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

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