Freizeitreiter GOES Dressur: Als Freizeitreiterin am Dressurturnier

Vor rund einem Monat fand bei uns ein interner Sporttag statt. Da ich meine Spring-„Karriere“ ja bereits vor über einem Jahr an den Nagel hängte, blieb mir also nur noch der Dressurteil.
Wie stolz und erfolgreich ich mit meinem Senioren abgeschnitten habe, habt ihr ja bereits hier nachlesen können.

Doch auch mit Gipsy schnitt ich besser ab, als gedacht! Wir waren uns im Training zwar nicht immer ganz einig, doch aufgrund des Schlafmangels (Kira wurde ja am Vortag operiert, woraufhin wir dann die halbe Nacht noch in der Notfallstation verbringen durften), war es mir schlussendlich auch gar nicht mehr so wichtig, wie ich mit ihr abschneiden werde. Vielmehr stand im Vordergrund, dass wir diese (von ihr gehasste) Aufgabe bestmöglich meisterten. Doch nicht nur der Ritt hatte es in sich, nein die ganze VORBEREITUNG war noch viel aufwändiger!
Was mir leider im ersten Moment nicht ganz bewusst war… 


Routine verloren – Gewohnheiten unterbunden

Ich gehörte auch mal zu den regelmässigen Turnierreitern (aber im Springsport) und irgendwann gewöhnt man sich an das ganze Drumherum, da man jedes Wochenende entweder selber einen Startplatz hatte, oder dann als Turniertrottel mitgegangen ist. Doch jetzt lag ich ein Jahr eher auf der Faulen Haut, weshalb dann plötzlich vergessene oder besser gesagt verdrängte Probleme / Aufwände auftauchten.
Aber dazu später mehr…
Plötzlich hiess es, man soll noch das Programm üben, anstatt gemütlich einen späten Sommerausritt zu geniessen (insofern dies bei mir überhaupt möglich ist ;-)) Meine Reitstundengspändli hatten auch so ihre Freude mit mir, denn wenn ich noch eine Frage hatte, mussten dann natürlich gleich ALLE diese Übung ebenfalls (bis zum Umfallen) üben. So kam es, dass der Anfänger plötzlich eine Kurzkehrtwendung ausüben sollte, bis auch die letzten Nerven blank lagen…

Ausrüstungscheck Reiter
Eine Woche vor dem Turnier wachte ich mitten in der Nacht auf, weil mir unterbewusst eingefallen war, dass mein Turniershirt beim letzten Start von der Sanität zerschnitten wurde, weshalb natürlich noch ein Ersatz her musste. Aber auch die Hose musste eine Woche zuvor noch auf ihre Passform geprüft werden, sodass ein Einkauf noch möglich gewesen wäre. Die weissen
Handschuhe liegen auch nur noch im Schrank rum und müssen vorher auf grasgrüne Flecken untersucht werden. Und mit den Stiefeln gehe ich ja jeweils auch nicht gerade zimperlich um, weshalb diese ebenfalls eine gründliche Reinigung bitter nötig hatten.

Problematik Einflechten
Das grösste und aufwändigste Problem aller Probleme ist und bleibt jedoch das Einflechten. Trotz zahlreicher Tutorials will es bei mir nie gelingen. Entweder habe ich 1.5 Stunden, oder dann verliere ich vorher die Geduld und knülle (auf die Schnelle) einfach die Mähne irgendwie zusammen.
Dann muss ich jedoch noch meinen Aberglauben mit einer ungeraden Anzahl beruhigen, wobei ich nie weiss, ob der Schopf auch noch dazu gehört oder nicht… Immer wieder höre ich während meines Jammer-Monologes Kommentare wie: „Ach, also ich mach das total gerne!“
Komisch nur, dass mir dann nie solch ein Jemand bei dem Einflechten helfen will!! ;-)
Das Beste am Einflechten meiner Meinung nach ist „der Tag danach“ (Bild Nr. 5 / Gipsy), das amüsiert mich wenigsten!


Die etwas andere Anspannung
Bei Springturnieren war ich immer unglaublich nervös, weil ich mir jeweils um die Sicherheit des Pferdes und natürlich um meine eigene Sorgen machte.
Doch in der Dressur bin ich ebenfalls nervös, weil ich Angst habe das Programm zu vergessen (sonst kann ja zumindest mit Gipsy nicht mehr viel Anderes schieflaufen). Bei Special muss ich jeweils beim „Klingelzeichen“ aufmerksam sein, denn er legt dann gerne als kleine Showeinlage noch ein paar Bocksprünge hin.
Doch an diesem Tag blieb er brav (da muss ich mich wohl bei der erdrückenden Hitze bedanken).

Was an Dressurturnieren ebenfalls anders als bei Springturnieren ist, dass Gipsy AUCH nervös ist. Ich weiss nicht genau weshalb, das so ist, aber es ist ziemlich ungewöhnlich für sie. Sie benötigt jeweils nur sehr feine Hilfen, doch wenn sie noch nervös ist, dann darf ich eigentlich gar nichts mehr machen, ohne dass sie zur DressurGIRAFFE (Bild Nr. 7 / Gipsy) mutiert.


Fazit eines Freizeitreiters

Bis spät abends wird geschruppt und geputzt, geflochten und poliert. Überall liegen Mähnengummis herum und jeder sucht ein „Schemeli“.
Wenn dies der Fall ist, dann findet ganz sicher am nächsten Tag ein Dressurconcours statt. Für mich habe ich entschieden, dass mir zumindest bei Gipsy das „Preis-/ Leistungsverhältnis“ einfach nicht übereinstimmt, weshalb die Chance wohl grösser ist, dass ich an einem Springturnier teilnehmen werde, als nochmals Dressur zu starten.
Jeder gibt sich Mühe, sowohl die Reiter, wie aber auch die Pferde und trotzdem wird man jeweils mit niederschmetternden Beurteilungen „belohnt“.
Wenn du dann noch – nennen wir es mal einen kompakten, BRAUNEN Irländer besitzt, auf ihm einen VS-Springsattel platzierst, hast du sowieso verloren.
Okay, zugegebenermassen muss ich nicht gross erwähnen, dass wir beim „am Zügel reiten“ ebenfalls so unsere Probleme haben.

Doch meiner Meinung nach, gibt es in der Dressur, keine „richtigen“ Anfängerprüfungen, wo auch ich spasseshalber mitmachen könnte.

Diesmal hatte ich noch Glück, denn trotz einiger Patzer meinerseits und auch der DressurGIRAFFE Gipsy konnten wir uns noch einen Platz im Mittelfeld erhaschen. Mit Special war ich zwei Plätze besser klassiert – die Welt ist also wieder in Ordnung und somit kann ich auch das Kapitel „Dressur“(-Sport) bedenkenlos abschliessen.



Fast vergessen:

-Natürlich trägt auch Gipsy am Concours ESKADRON ;-)

-Und für alle die die Serie „Freizeitreiter GOES Dressur“ bereits verfolgten, muss ich noch eine offene Frage klären. Nein, an die Kurzkehrtwendung habe ich mich nicht mehr herangetraut. Dank meiner lieben und auch dafür qualifizierteren Boxnachbarin konnte ich sorglos darauf verzichten. Trotzdem werden wir dies natürlich für uns privat weiter üben!

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