Fliegenschutz fürs Pferd: So wird dein Pferd die lästigen Fliegen und Bremsen endlich los!

Endlich hat der Dauerregen aufgehört und schooon sind sie da! Egal zu welcher Uhrzeit, überall lauern diese lästigen Viecher und warten darauf unsere Pferde zu ärgern und oder stechen. Die Rede ist natürlich von den Bremsen, Fliegen und Mücken.

Doch was lockt die Plagegeister eigentlich an?
Die Fliegen und Mücken werden vor allem vom Geruch der Pferde angezogen, welcher sich natürlich aufgrund der Hitze oder während des Trainings mit verstärktem Schwitzen intensiviert. Bei den Bremsen ist hingegen bekannt, dass sie den Schweissgeruch nur aus der Nähe war nehmen können und deshalb auf die Bewegungen des Pferdes reagieren. Sie können ein Pferd schon aus der Ferne erkennen und werden dann von der Form des Pferdes angezogen.

So helfen sich die Pferde selbst
Natürlich wissen auch die Pferde sich zu schützen. Sie nutzen dazu vor allem ihren Schweif und schlagen mit diesem aus, um die lästigen Viecher loszuwerden. Deshalb sollte dieser auch offen gelassen werden und nicht eingeflochten sein, so kann das Pferd ihn besser nutzen! Auch Schopf und Mähne sind hilfreich, und Pferde schütteln oftmals ihren Kopf, oder teilweise den ganzen Körper zur Abwehr. Manche treten auch gezielt mit ihren Beinen unter den Bauch oder versuchen sich mit den Hinterhufen am Hals oder den Ganaschen zu kratzen. 

Die Folgen der Parasitenplage
Natürlich leiden auch hier nicht alle Pferde gleichermassen an der Plage. Special wird beispielsweise im Sommer regelrecht von den Fliegen um die Augen belästig. Was auf Dauer leider auch gefährlich werden kann, da diese Fliegen die Tränenflüssigkeit aussaugen und dafür oftmals Krankheitserreger hinterlassen. Dies kann wiederum zu ständig tränenden Augen und sogar ernsthaften Entzündungen führen.

Bei Gipsy hingegen ist eher die empfindliche Haut das Problem. Auch wenn ich sie gerne als Koloss bezeichne, haben Pferde eine viel empfindlichere Haut als wir Menschen, weshalb sie schon leichte Berührungen und einen minimalen Druck (sogar von der kleinsten Fliege) spüren. Deshalb würden sie einen Stich einer Mücke oder Biss einer Bremse verständlicherweise nicht als angenehme Sache bezeichnen.
Besonders übel sind die blutsaugenden Bremsen, denn diese stechen nicht, sondern beissen sich richtig ins Fleisch rein, um genügend Blut ab zu bekommen. Diese Bisse verwandeln sich dann gerne in grosse Quaddeln und können sich im schlimmsten Fall entzünden.
Deshalb muss das Pferd vor dem Reiten gründlich kontrolliert werden, nicht dass dann noch eine Schabracke, ein Sattelgurt etc. an einer solchen Quaddel reibt.

 Auch wir Reiter bleiben ja meistens nicht verschont, denn wenn die Pferde gut geschützt sind, suchen sie sich einfach einen anderen Wirt und das sind dann eben wir. Deshalb wissen wir, wie schmerzhaft ein solcher Biss / Stich sein kann.   

Beim Reiten kann die mangelnde Konzentration des Pferdes regelrecht gefährlich werden. Vor allem Gipsy steigert sich gerne in die Bremsenjagd hinein, weshalb sie bei Ausreiten dann oftmals vergisst sich auf den Boden zu konzentrieren. Aber auch Special kratzt sich gerne plötzlich genüsslich (ohne dass er sich in der Balance befindet) und am besten noch steil abwärts. Pferde können aufgrund der starken Schmerzen von den Bremsen- Bissen sogar durchgehen oder anfangen zu buckeln, da sie die Plagegeister loswerden wollen.

Wer jetzt noch keine passende Lösung für sich und sein Pferd gefunden hat, muss jetzt schleunigst die nötige Ausrüstung besorgen. Schliesslich wollen wir die Pferde ja davor bewahren, völlig „verstochen“ zu werden und müssen somit das Bestmögliche tun, um sie vor Parasiten zu schützen.
Dabei wird zwischen äusseren und inneren Parasiten unterschieden: während Würmer bekannter Weise als innere Parasiten zählen, gehören die Fliegen, Mücken, Zecken, Läuse und Co. zu den Äusseren.

Es gibt inzwischen ja Einiges, was man machen kann, um ein Pferd vor diesen nervigen Tieren zu schützen und Schmerzen sowie Entzündungen zu vermeiden: von Fliegen-Masken und -Sprays, über Futter und Zebrastreifen, bis hin zu kleinen Dingen, die zu beachten sind.

Vorerst ein paar kleine Massnahmen die sofort helfen und einfach zu erledigen sind:
– Der Abfalleimer sollte regelmässig geleert werden.
– Aber auch die Futterkammer muss sauber gehalten werden.
– Grössere Wasserbecken bzw. feuchte Gebiete sollten beseitigt oder drainiert werden.
– Also sollte ein Pferd auch nicht auf eine Weide gestellt werden, die sich in der Nähe von Gewässern oder am Waldrand befinden
– An heissen und feuchten Tagen sollte das Pferd lieber im Stall bleiben, denn Stechmücken lieben solche Tage!
– Ein Beutel mit Lavendel im Stall aufgehängt, hält Bremsen und Co. erstmal ab.
– Das Pferd regelmässig mit kaltem Wasser abspritzen, damit juckende Stellen gekühlt werden und gleichzeitig wird der Schweiss entfernt.

Für alle diejenigen, welche ihrer Vorgangsweise noch unschlüssig sein sollten, zeige ich in diesem Bericht gerne ein paar Möglichkeiten auf.

Fliegenmaske und Fliegendecke
Es gibt diverse Fliegenmasken für den Kopf des Pferdes. Diese bestehen meistens aus einem sehr fein gewebten Netz, das die Fliegen abhält und dem Pferd dennoch die Möglichkeit gibt, zu sehen.
Diese Masken werden mit einem Klettverschluss verschlossen und sollten körpereng am Kopf liegen. Bei Kandidaten, welche sich die Maske beim Wälzen gerne mal auch gleich abziehen, ist es hilfreich, wenn die Klettverschlüsse genung lang sind, um sie am Halfer zu befestigen. So bleiben empfindlichen Augen, und auch die Ohren des Pferdes vor den Viechern geschützt.
Beim Reiten haben sich Ganzkörper- Fliegendecken und Fliegenfransen schon oft bewährt.

Einsatz von Knoblauch im Pferdestall:

Meine Pferde fressen beispielsweise auch Knoblauch (jeweils als Kur).
Knoblauch verfüttern:
– zum Schutz vor Parasiten und Fliegen
– zum Schutz vor allergischen Reaktionen, die sich durch Husten oder Bronchitis zeigen
– zur Entzündungshemmung: hierfür den Knoblauch in einen Verband wickeln und um die und um die Wunde binden
– zur Vorbeugung von Ekzemen und Hufrehe

Jedoch gibt es hier immer wieder viel Diskussionsstoff ob Knoblauch im Futter hilft oder nicht, bzw. ob es dem Pferd sogar schaden kann.
Ich bin der Meinung, dass dies (wie so oft) aufs einzelne Pferd darauf an kommt. Wichtig ist jedoch, dass die vorgegebene max. Dosis unbedingt eingehalten wird. Beim frischen Knoblauch wäre dies zum Beispiel 0,2 g pro Kilogramm Körpergewicht. Denn Knoblauch wirkt Blut verdünnend und im schlimmsten Fall kann eine übermässige Knoblauchfütterung zur Anämie führen. Ausserdem ist es nichts, dass dauerhaft angewendet werden sollte, da dies ja auch dem Magen schaden kann.

Im letzten Jahr habe ich ja bereits noch die Möglichkeit von den „Zebrastreifen“ vorgestellt.
Meine Boxnachbarin schwört also immer noch auf diese These.

Zu guter Letzt und nicht ganz unwichtig gibt es noch Fliegensprays, die durch ihren Geruch Insekten abhalten sollen und ohne welche es meiner Meinung nach einfach nicht gehen würde. Natürlich gibt es auch hier grosse Unterschiede von Fliegensprays, die auf Basis ätherischer Öle hergestellt werden, bis hin zu wahren Chemiebomben.

Viele Sprays helfen tatsächlich sehr gut, und sind deshalb auch nicht gerade günstig. Davon abgesehen, wie schnell diese sich doch immer auf unbekannte Weise schnell leeren.
Dabei kann man ganz schnell mit ein paar Inhaltstoffen, einer Sprühflasche und einen Behälter oder Kanister (um das Spray zu mischen), selber einen Insektenschutz herstellen.
Die meisten Rezepte von natürlichen Fliegensprays basieren auf Essig, Wasser und ein paar ätherischen Ölen. Achtung beim Essig sollte auf Apfelessig verzichtet werden, da dieser Bienen und Wespen anlockt! 

Folgende Gerüche mögen die Insekten nämlich gar nicht:
– Zitronenmelisse
– Citronella
– Lavendel
– Ringelblume
– Pfefferminz
– Nelken
– Eukalyptus
– Lavendel
– Teebaumöl
– Knoblauchöl

Rezept für selbst gemachtes Fliegenspray
– 1 Liter Essig
– 1 Teelöffel Lavendelöl
– 1 Teelöffel Citronellaöl
– 1 Teelöffel Teebaumöl
– 1 Teelöffel Nelkenöl
– Wasser zum Auffüllen

Dies ist nur ein Vorschlag für eines von vielen erfolgreichen Insektenschutzmittel.

Als kleiner „Geheimtipp“ mische ich immer noch etwas Kokosöl rein, dies hält nicht nur lästige Kriebelmücken und Zecken fern, sondern pflegt gleichzeitig noch das Fell.
Nach dem Mischen sollte das Fliegenspray am besten ein paar Tage ziehen. Vor jeder Verwendung sollte es zudem gut geschüttelt werden, damit sich der Essig mit den Ölen mischen kann.

Meine selber gemachten Mischungen sind nicht nur bei den Pferden angemessen, nein sie eignen sich auch noch für besondere Geschenke ;-)

Übrigens: ab dem 29.06.2015 erwarten dich tolle Aktionen bei reitsport.ch rund zum Thema Fliegenschutz, also schau unbedingt vorbei!

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