Fitness für Anfänger

Einer meiner Vorsätze im Neujahresblog war ja, dass ich dieses Jahr etwas abnehmen möchte. Das war ein kluger Schachzug meinerseits, da diese mutige Behauptung ja jetzt auffindbar und unwiderruflich im World Wide Web steht. Und da ich sogar schon darauf angesprochen wurde, ob ich denn schon abgenommen hätte und ich das dann beschämt verneinen musste, sehe ich mich jetzt dazu gezwungen, mich dieser Aufgabe so schnell wie möglich anzunehmen. Im Nachhinein betrachtet war mein Vorsatz vielleicht etwas falsch formuliert. Ich will eigentlich nicht unbedingt abnehmen, sondern einfach meinen Körper in Form bringen. Und ich kann mir vorstellen, dass einige von Euch, die zum Beispiel gerade mitten in den Vorbereitungen für die Turniersaison stecken, meinen Vorsatz teilen. 

 

Ja, wie wird man denn eigentlich körperlich fitter? Die gängigsten Mittel dazu wären bekanntermassen eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Eine Ernährungsumstellung bedeutet, auf nüchterne Art und Weise übersetzt, dass man von jenen Dingen, die meinen Geschmack besonders treffen (sprich: Nussschokolade, Pizza, Burger, Pommes...), weniger bis gar nichts essen soll. Wer mich kennt weiss, dass ich damit ein grosses Problem hätte. Essen ist etwas, das mich sehr glücklich macht, deshalb kann ich es mir selbst nur schwer verwehren. Wie oft habe ich mich schon predigen hören: „Ab morgen esse ich weniger!“ oder „Ab morgen mache ich Diät!“... Bisher habe ich mich kein einziges Mal länger als eine Woche daran gehalten und ehrlich gesagt nehme ich solche Floskeln gar nicht mehr ernst. Ausserdem rede ich mir während dem Sündigen immer ein, dass ich mich durch das Reiten und die Arbeit im Stall nun wirklich genug bewege und deshalb auch mehr essen MUSS, als alle anderen - womit wir beim nächsten Punkt wären: 

 

Nicht-Reiter mögen das Folgende vielleicht belächeln, aber wer Reiten als Sport betreibt, der lässt sich nicht einfach nur von seinem Pferd durch die Gegend tragen. Aber das muss ich Euch ja nicht erzählen. Trotzdem muss auch gesagt werden, dass der Anteil des Pferdes an der Leistung, die man als Paar im Parcours, Gelände oder Viereck erbringt, sehr hoch ist. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass wir Reiter deshalb dazu neigen, vor allem unseren Pferden die bestmöglichsten Voraussetzungen zu schaffen und uns selber vernachlässigen. Nur ein paar Beispiele: Mein Cornet wurde seit seiner Ankunft vor bald fünf Monaten schon chiropraktisch behandelt und akupunktiert, brütet regelmässig unter dem Solarium, hat spezielle Sohlen unter den Eisen und bekommt jetzt auch einen angepassten Sattel. Ich selber dagegen weigere mich seit Monaten wegen meiner starken Rückenschmerzen einen Arzt aufzusuchen und vergesse ständig die Eisentabletten. So ein Ungleichgewicht geht gar nicht. Es ist an der Zeit, etwas für sich selbst zu tun!  

 

In der Euphorie, die dieser Feststellung folgte, habe ich mich gleich durch einige Fitnesspläne gegraben und ein paar Anfängertipps herausgesucht, die mir noch aushaltbar masochistisch scheinen und mich hoffentlich nicht zum hysterischen Leerkauf der Pizzaabteilung treiben werden. Aber schaut selbst:

 

Mehr Wasser Trinken. Unser Körper besteht zum grössten Teil aus Wasser und muss immer wieder Flüssigkeit zugeführt bekommen, um alle seine Funktionen zu erfüllen und gesund zu bleiben. Idealerweise sollte man zwei Liter täglich trinken. Ich weiss, dass Wasser überhaupt nicht nach Spass klingt und da ich nur Wasser auch nicht besonders mag, weiche ich oft auf Tee aus, um die zwei Liter zu erreichen. Gerade jetzt gönne ich mir eine Tasse DETOX- Tee. Detox-Tees sollen den Körper – wie die englische Bezeichnung schon sagt - entgiften. Netter Nebeneffekt: Es hilft auch beim Abnehmen.

  

Nicht verzichten. Wie schon gesagt: Essen macht mich glücklich und ich kann einfach nicht aufs Sündigen verzichten. Da bin ich ehrlich zu mir selbst. Ich würde zum griesgrämigen, ständig meckernden Monster mutieren und mich selber hassen. Deshalb versuche ich jetzt meinen eigenen Futterplan etwas auszubauen und zum Beispiel zum Burger noch einen Salat zu bestellen oder zum Dessert ein paar Apfelschnitze beizufügen. Denn: An apple a day keeps the doctor away! 

Zum Nicht-Verzichten zähle ich auch, dass ich mir selbst etwas gönne. Ich spreche nicht von Kleidern, Schabracken oder Schuhen, sondern davon, dass auch wir Reiter zur Abwechslung einen Termin beim Chiro vereinbaren oder zum Beispiel mal zur Sportmassage gehen könnten (Vorsicht! Sportmassagen sind nicht immer wohltuend, sondern eher „effektiv“).  

 

Kraft und Ausdauertraining Da Cornet noch nicht jeden Tag geritten werden muss, gehen wir an reitfreien Tagen regelmässig zusammen joggen. Das macht viel mehr Spass als alleine und festigt das Vertrauen. Manchmal ist von aussen betrachtet zwar noch nicht ganz ersichtlich wer gerade mit wem durch den Wald trabt, aber da bin ich guter Dinge.

Ich liess mir auch von einem unterwegs angetroffenen Ohne-Pferd-Jogger (der mir netterweise verriet, dass ich schneller wäre, wenn ich auf Cornet draufsitzen würde) erzählen, dass Joggen auch die Atemtechnik verbessert, da dabei die Rippenmuskulatur gestärkt wird. Und natürlich erhöht sich die Ausdauer! Zusätzlich habe ich mich wieder zum Krafttraining angemeldet, welches mir vor langer Zeit mal dank eines Muskelrisses verschrieben wurde. 

Ausserdem werde ich in der nächsten Zeit darauf verzichten auf die Waage zu stehen. Denn dank meiner Recherchen weiss ich jetzt, dass Muskelmasse schwerer wiegt als Fett und ich will meine Motivation so lange wie möglich behalten. Soweit der Plan.  

 

Gibt es vielleicht Fitnessexpertinnen oder sogar -experten unter meiner Leserschaft? Was macht ihr, um (speziell fürs Reiten) fit zu werden oder zu bleiben?

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