Fellwechsel - Herausforderung für Pferd & Reiter

Zweimal im Jahr stellt sich das Pferd einer besonderen Herausforderung – dem Fellwechsel.

Im Herbst wächst zum Schutz vor der kalten Jahreszeit das Winterfell und im Frühjahr wird dies durch das feinereSommerfell ersetzt.

Dass dies eine enorme Belastung für das Pferd bedeutet, merkt jeder Reiter durch unterschiedliche Anzeichen. Denn jedes Pferd reagiert, je nach Alter, Rasse oder Haltung ganz anders auf diesen Prozess.

Der Auslöser für den Fellwechsel ist nicht etwa die Aussentemperatur (wie viele denken), sondern die Tageslänge. Sobald die Tage wieder länger werden, fällt der Winterpelz. Die steigenden oder sinkenden Temperaturen

spielen daher eher eine Nebenrolle.

Obwohl ich das in einzelnen Fällen auch schon bei meinen Pferden beobachtet habe.

Natürlich spielt auch die Haltung eine grosse Rolle im Fellwechsel, da Pferde in warmen Ställen viel weniger Fell wächst, als Pferden in Offenstall-Haltung.

Interessanterweise besitzen Ponys oft ein dickeres Fell als grosse Warmblüter.

 

Häufig reagieren die Pferde zu Beginn des Fellwechsels mit Arbeitsunlust oder allgemeiner Trägheit. Der Reiter sollte dies akzeptieren und sein Pferd wenn möglich schonend arbeiten.

Auch werden sie zu dieser Zeit gerne (noch mehr als sonst) verwöhnt…

Beispielsweise mit einer wohltuenden Massage,

wofür sich der Massagestriegel

gut eignet. Dies schätzen sie nicht nur sehr,

sondern wird durch die Massage auch noch die Durchblutung der Haut verbessert und

führt damit zu einer besseren Versorgung der Haut mit Nährstoffen.

   

Da das Immunsystem von der Gesamtbelastung geschwächt sein kann, darf es auch mal eine Extraportion an Vitaminen in Form von Saftfutter (Äpfel, Karotten etc.) sein.

 Auch geschwollene Beine

(vor allem bei älteren Pferden) oder Durchfall kann der Fellwechsel mit sich bringen.

Deshalb ist eine gesunde Ernährung mit ausreichender Versorgung an Spurenelementen und Mineralien, besonders wichtig.

   

Wenn es nach den Pferden geht, wollen sie das alte Fell schleunigst loswerden, da die abgestorbenen Haare jucken. Daher geniessen sie zu dieser Zeit ausgiebige Putz- und Striegelaktionen sehr.

Auch auf der Weide oder in der Box kratzen und wälzen sie sich gerne, um den lästigen Pelz loszuwerden.

  

Vor allem bei älteren Pferden kann sich der Fellwechsel so lang hinauszögern, dass er sich auf den Kreislauf auswirken kann. Denn sie leiden schnell unter der Frühsommerhitze und können sich unter dem dicken Pelz auch nicht mehr richtig bewegen. Dort lohnt es sich, das Pferd im Frühjahr zu scheren.

   

Falls ein Pferd kein Winterfell verliert, muss  der Verdacht auf das Equine Cushing Syndrom (ECS), geprüft werden. Welches eine tumorbedingte Stoffwechselkrankheit ist, bei der die Pferde einen gestörten Fellwechsel haben, stetig Muskelmasse verlieren und an regelmässiger Hufrehe leiden.

ECS ist bislang nicht heilbar, aber  mit Medikamenten therapierbar. Je früher eine solche Therapie eingeleitet wird, desto eher bilden sich die Symptome zurück.

   

Doch wie können wir den anstrengenden Fellwechsel unseren Lieblingen sonst noch erleichtern?

  

Gerne tausche ich meine bisherigen Erfahrungen mit euch aus:

Meine Pferde werden beispielsweise täglich mit Leinsamen gefüttert, da der erhöhte Bedarf an Aminosäuren und essentiellen Fettsäuren damit befriedigt werden kann.

Ebenso wirken sie sich positiv auf den Magen / Darm aus. Nicht zu vergessen führen sie zu einem schön glänzenden Fell. Alternativ eignet sich dafür natürlich auch kaltgepresstes Leinöl.

Für geschwollene Beine, sowie zur Unterstützung des Immunsystems bekommen die Pferde regelmässig Echinacea bzw. Echinaforce.

  

Die Verwendung von Futterzusätzen sollte jedoch mit dem Tierarzt oder einem Futterexperten besprochen werden, da eine Überversorgung ebenfalls schädlich für den Organismus ist.

Gesunde Pferde können nämlich solche Versorgungslücken selbstständig überbrücken.

  

Da es während dem Fellwechsel schnell zu kleineren Scheuerstellen oder Hautirritationen kommen kann, werden diese mit Hilfe von Melkfett mit Ringelblume  oder  BepanthenPlus gepflegt und beruhigt.

In meinem Bürsten- bzw. Putzsortiment hat sich der Gummihandschuh ebenfalls besonders bewährt. Die Haare bleiben hierbei einfach hängen und fliegen nicht lose durch die Luft, somit kann man sie anschliessend allesamt gut entfernen.

Mit einem guten Spray

bringt man zudem schnell wieder Glanz und Volumen in die Winterverstaubte Mähne und Schweif. Zudem erleichtert er die Kämmbarkeit.

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