Faule Pferde aktivieren - Tipps und Tricks

Einen schlurfenden Schritt, der Trab auch nicht wirklich aktiv und galoppieren, das ist so oder so viel zu anstrengend. Jede Bewegung des Pferdes wirkt zäh wie Kaugummi, kein Schwung und kein Drang nach vorne. Der Reiter oben drauf ist nass geschwitzt, bevor übers Pferdefell auch nur eine Schweissperle läuft. Die gemütlichen Pferde, die so schnell nichts aus der Ruhe bringt, bringen manch einen Reiter zur Verzweiflung. Die Reiter strengen sich an, machen viel, dass Pferde jedoch reagiert kaum bis gar nicht. Aber wie wirkt man diesem Dilemma denn am besten entgegen?


Das natürliche Verhalten der Pferde

Schauen wir uns das Ganze einmal aus der Sicht der Pferde an. Bereits wenige Stunden nach der Geburt beherrscht das Fohlen sämtliche Gangarten. Fliegende Galoppwechsel sind für das junge Pferd ein Kinderspiel. Wir Reiter müssen dies dem Pferd also nicht beibringen, sondern ihm mit unseren Hilfen klar machen, was wir wann von ihm verlangen.
In der freien Natur gibt es für Pferde fünf Gründe, weshalb es sich fortbewegt: Flucht vor Gefahr, Sexualverhalten, Nahrungsaufnahme, mit der Herde weiterziehen und mit Artgenossen spielen. Wir müssen also unserem Pferd einen Grund geben, welcher seiner Natur entspricht, damit es sich gerne Fortbewegt. Die ersten zwei Gründe möchten wir beim Reiten nicht wirklich als Unterstützung nützen. Wir wollen weder Pferde die durchbrennen, noch solche, die ihrem Sexualtrieb während dem Reiten nachgehen möchten. Die anderen drei Naturinstinkte des Pferdes, wie Nahrungsaufnahme, Spielen und Weiterziehen mit der Herde können wir aber geschickt beim Reiten mit einbeziehen.
Neben der richtigen Motivation spielt aber ganz klar auch die Technik, also das Wie, eine entscheidende Rolle. Geben wir dem Pferd nicht die richtigen Hilfen, wird das Pferd abschalten, da es unsere Forderung nicht versteht. Das Ziel ist ein fleissiger Schritt. Wird nun permanent mit dem Schenkel getrieben, mit dem Becken geschoben und dem Oberkörper hin- und her gewackelt, vielleicht sogar noch gleichzeitig an den Zügeln gezogen, wirkt das sehr kontraproduktiv. 


Faule, motivationslose Pferde korrekt reiten
Augen schliessen beim Reiten: Schliesst einmal eure Augen und fühlt, wann das Pferd unter euch welches Bein bewegt. Spürst du, wie die Bewegungen des Pferdes dein Becken mitnehmen, ohne dass du etwas tust? Und nun stell dir vor, wie du schneller gehen würdest. Übertrag diese Energie, welche sich in deinem Körper aufbaut auf dein Pferd. Viele Pferde, werden schon allein davon fleissiger.
Das Ziel ist es nicht, unsere Pferde ständig mit dem Schenkel zu treiben. Wichtig ist, dass du einen kurzen Impuls gibst, wenn dein Pferd mit dem Hinterbein abfusst. Der Impuls soll von dem Bein kommen, mit welchem das Pferd gerade abfusst. Auf gleichzeitige, treibende Hilfen von beiden Seiten sollte verzichtet werden. Sobald das Pferd auf den Impuls des Beines reagiert hat, liegt der Schenkel wieder normal und ruhig am Pferdekörper. In diesem Stadium darf die Zügelhilfe noch vergessen werden. Denn hier ist wichtig, dass das Pferd einmal die vorwärtstreibende Hilfe versteht.


Pferde natürliche motivieren

Die natürlichen Instinkte des Pferdes als Motivationshilfe nützen, bringt so manches Pferd aus seinem gemütlichen Trott. Reite gemeinsam mit anderen Pferden aus. Lass dein Pferd zum Beispiel einmal „Fangen spielen“. Du fragst dich nun wie? Lass den Abstand zum vorderen Pferd etwas grösser werden und treibe es anschliessend aktiv wieder zurück zu seinem Kollegen. Dieses Spiel kannst du in den verschiedenen Gangarten reiten. Bei vielen Pferden ist bereits nach kurzer Zeit eine aktivere und fleissigere Bewegung ersichtlich.
Ebenfalls gut für faule Pferde ist die Stangenarbeit, da sie die Hinterhand aktiviert.


Aber egal was ihr macht um eure Pferde aus ihrem gemütliche Trott zu wecken: Technik alleine funktioniert nicht! Die Motivation der Pferde ist das A und O, damit du ein aktives und fleissiges Reittier unter dem Sattel hast.

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