Faszination Galopp im Gelände

Wenn die Haare durch den Wind wehen, die Augen leicht
wässrig werden, ein Lächeln über das Gesicht huscht und sich das Gefühl von
Freiheit breit macht, dann galoppiere ich durch unsere schönen Wälder. Im
leichten Sitz, Blick nach vorne gerichtet und die Umgebung zieht an mir vorbei.
Es sind Momente, die sich kaum in Worte fassen lassen und man einfach geniessen
muss.

Der Galopp ist meist die bequemste Gangart. Jedoch kann das Erlernen schwierig
sein und zu Beginn bleiben die Glücksgefühle meist aus. Daher hier ein paar
allgemeine Informationen rund um den Galopp.

Allgemein:
Der Galopp gehört zu den drei Grundgangarten. Beim Arbeits-,
Mittel- und versammelten Galopp handelt es sich um einen Dreitakt. Der Renn-
und Jagdgalopp hingegen ist ein Viertakt. Alle Galoppvarianten haben eine
deutliche Schwebephase. Unterschieden wird zwischen Rechts- und Linksgalopp.
Während es im Gelände auf einer geraden Strecke völlig egal ist, in welchem
Galopp sich das Pferd befindet, ist es für das Tier in einer Kurve viel
einfacher im korrekten Galopp zu sein. Das heisst in einer rechts Volte wählt
man den Rechtsgalopp, das bedeutet, dass das rechte Beinpaar weiter nach vorne
greift. Springt das Pferd im falschen Galopp ein, dem sogenannten Aussengalopp,
fühlt sich dies auch für den Reiter meist etwas holperig an.

Galopphilfen:
Damit das Pferd im korrekten Galopp angaloppiert haben wir mehrere körpereigene
Hilfsmittel. Als erstes wäre das unser Gewicht. Für den
Rechtsgalopp gibt man Gewicht in den inneren Steigbügel und setzt sich
hauptsächlich auf die linke Pobacke. Der linke Schenkel übernimmt die treibende
Hilfe, damit das linke Hinterbein den ersten Galoppsprung macht. Das äussere
Bein darf für diese Hilfengebung zwei Handbreiten nach hinten versetzt werden.
Das innere, also das rechte Bein bleibt in der normalen Position und verübt
kaum bis gar kein Druck. Beim Linksgalopp findet die Hilfengebung genau
umgekehrt statt. Über die Zügel darf vor dem Angaloppieren etwas Kontakt zum
Maul aufgenommen werden. Wichtig ist jedoch, dass beim ersten Sprung das Pferd
nicht im Maul gestört wird. Ebenfalls kann die Stimme als Hilfsmittel zum
Angaloppieren eingesetzt werden. Ein oft verwendetes Stimmkommando für den
Galopp ist das lange schmatzende Küsschen.

Allgemein ist wichtig zu beachten, dass das Pferd nicht aus
einem Renntrab heraus angaloppiert. Warte also bis dein Pferd im Trab ruhig,
gelassen, kontrolliert und gleichmässig läuft und galoppier erst dann an.

Galopp im Gelände:
Für viele Pferd- Reiter – Paare ist die Kontrolle des Tempos in der Gruppe eine
grosse Herausforderung. Ein unkontrolliertes Tier in der Gruppe kann schnell zu
einer Gefahr für alle Beteiligten werden. Daher sollte an einem solchen Problem
unbedingt auf dem Platz oder in der Halle gearbeitet werden. Reite auf der Bahn
in der Gruppe und wechselt ständig die Formation. Jede Runde übernimmt ein
anderes Pferd die Führung. Prescht eines der Tiere nach vorne los wird es
durchpariert und anschliessend erneut angaloppiert. Diese Übung wird auf dem Platz so lange
durchgeführt, bis alles reibungslos klappt.

Ebenfalls ein Problem, welches viele Reiter aus dem Gelände
kennen ist, dass die Pferde genau wissen, an welchen Stellen getrabt und wo
galoppiert wird. Daher sollte bei schwer kontrollierbaren Pferden unbedingt
darauf geachtet werden, dass nicht immer dieselben Stellen in der gleichen
Gangart geritten werden. Trab auch auf euren Galoppstrecken! Wenn euer Pferd
hecktisch wird lenkt es mit Volten oder Schlangenlinien ab.

Zum Schluss noch interessant zu wissen: Das Reiten auf Wiesen und Feldern zu Zeiten, wo keine Beschädigung statt finden kann, das heisst nach dem Mähen/ Ernten oder im Winter bei gefrohrenem Boden, darf nicht verboten werden.

 Und nun allen viel Spass und viele unglaubliche Momente beim Galoppieren im Gelände.

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