Erste Hilfe „leicht“ gemacht: Was gehört in eine Pferdeapotheke?

Während den letzten beiden Schulwochenenden haben wir uns intensiv mit der Ersten Hilfe bzw. Notfällen beschäftigt.

Jeder von uns reagiert bei einem Notfall anders und leider können wir dies nicht voraussehen (ausser man war schon mal in dieser Lage), doch wie es der Name schon verrät, ist ein schnelles, durchdachtes Handeln nötig.


Damit wir für den Ernstfall gewappnet sind, möchte ich euch deshalb nahelegen, eine ordentliche Stallapotheke (falls nicht sowieso schon vorhanden) zuzulegen.


Doch was darf auf keinen Fall fehlen?

Folgende Utensilien solltet ihr immer sauber, trocken und sicher in der Nähe eurer Pferde aufbewahren:


Instrumente und Geräte
- Rostfreie Pinzette
- Gebogene rostfreie Verbands- und Wundschere
- Normale Schere
- Taschenlampe / Kopfleuchte
- Digitales Thermometer
- Handbürsten zur Wundreinigung
- Zeckenzange
- Taschenmesser
- Einwegspritzen (z.B. 5 ml / 10 ml)
- Einweghandschuhe
- Je nach dem zur eigenen Sicherheit: Nasenbremse

Verbandsmaterial
- Sterile Verbandswatte
- Polsterwatterollen unbeschichtet
- Sterile Mullkompressen / Wundabdeckung gross & klein
- Elastische selbstklebende Binden
- Gazekompressen -tupfer
- Teerband / Klebeband
- Kühl- Wärmelemente (auch für den Reiter einsetztbar!), (Cool & Hotpacks)


Desinfektionsmittel
- Octenidin (farblos & schmerzfreie Anwendung)
- Betadine Lösung (500 ml)
- Betadine Seife (500 ml)
- Betadine Salbe (100 g)
- Andere Wund- und Heilsalben (Bepanthen, Ringelblumensalbe etc.)


Behälter
- Kunststoffschale mit Deckel
- Kunststoffschale
- Schüttbecher

Ebenfalls nützlich
- Hufmesser 
- Hufraspel 
- Stethoskop
- Saubere Handtücher
- Maulkorb
- Notizblock & Stift
- Telefonliste mit den wichtigsten Nummern (Tierärzte, Hufschmied, Kliniken etc.)

Fürs Turnier, den Urlaub oder längere Wanderritte, eignen sich auch erste Hilfe-Sets zum Mitnehmen.

Übrigens: Wer sein Wissen über das Anlegen eines Hufverbandes auffrischen möchte, kann hier lesen, wie der perfekte Hufverband zustande kommt. 

Im Frühling nächsten Jahres absolviere ich den Pferdenothilfe-Kurs, sodass ich euch dann sicherlich noch viel Interessantes rund ums Thema „Notfall“ liefern kann.


Bitte beachten:
Zum Schluss möchte ich euch noch einige Tipps mit auf den Weg geben:

Medikamenten-Sicherung… 
Denkt bitte immer daran, dass die Medikamente nie ungeschützt im Stall herumstehen sollten. Denn sie verlieren mit der Zeit ihre Wirksamkeit, können aufgrund von Zersetzungsprozessen sogar schädlich werden und stellen dann somit eine mögliche Gefahrenquelle dar (für Menschen und Tiere!).

… und Kontrolle
Regelmässig solltet ihr folgendes kontrollieren: 
- Verfallsdatum der Medikamente
- ob Tuben und Flaschen fest verschlossen sind
- ob alle Medikamente vor Dreck und Feuchtigkeit geschützt sind

Notfall = Bedarf von durchdachtem Handeln - aber auch so schnell wie möglich!
Da die Stallapotheke bei einem Notfall schnell zugänglich sein muss, sollte sie nicht abgeschlossen sein und an exponierter Stelle angebracht werden! 
Ausserdem wäre es sinnvoll eine Inventarliste zu führen, damit man einen guten Überblick vom Inhalt behält. Dies ist nämlich oft auch mein Problem, da ich nicht immer genau weiss, welche Watte bzw. welche Verbandsmöglichkeiten wir in der Stallapotheke haben und was zu Hause im Vorratsschrank ist. ;-)

Option auf gemeinnützliche Stallapotheke 
In einer kleinen Stallgemeinschaft oder einer Stallgasse, bietet sich den Pferdehaltern auch die Option, eine Stallapotheke zu teilen.


Dadurch können die Kosten auf die Gruppe verteilt werden. Damit jedoch kein Chaos entsteht, sollte bei einer gemeinsamen Verwendung einer Stallapotheke eine Liste aushängt werden, auf der jede Verwendung mit Entnahmedatum, Menge und Verwendungszweck eingetragen wird.

Ausserdem sollten im Vorfeld klare Regeln festgelegt werden. Wie beispielsweise: Wer etwas leer macht, muss umgehend für Nachschub sorgen. Oder es wird ein Stallapotheken-Dienst eingeführt: Jedes Gruppenmitglied muss – nach einem festen Plan – die Stallapotheke auf „Missstände“ kontrollieren und dann entsprechend auffüllen!
Ansonsten heisst es nämlich dann im Notfall plötzlich: „OH- Verbandsmull ist gerade aus!“

Ebenfalls macht es sinn, nicht alltägliche Utensilien untereinander zu teilen.
Wir haben beispielsweise einen Maulkorb für unsere Pferde (nach Zahnarztbesuch oder Kolik) und das wissen unsere Stallgspändli auch, so dass sie diesen ebenfalls mitbenützten dürfen und nicht alle 50 Pferde ihren eigenen Korb brauchen müssen.


Hoffentlich konnte ich euch damit eine Anregung geben, um allfällig fehlende Utensilien noch dazuzukaufen.
Ich weiss jedoch auch, dass wir als Pferdebesitzer nicht Unmassen an Platz verfügen, aber das Wichtigste sollte schon dabei sein. Nicht doppelt und dreifach, aber genügend und den Rest kann man ja dann (wie ich) zu Hause lagern.

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