Erhaltung der Freibergerrasse

Der Freiberger gilt als
einzige einheimische Pferderasse und wird aufgrund dessen finanziell vom Bund
unterstützt. Nach Auskunft von Fabian Riesen vom Eidgenössischen Finanzdepartement zahlt der Bund jährlich rund 1,9 Millionen Franken auf verschiedenen Wegen an bäuerliche Freibergerzüchter aus. Zusätzlich kassiert der
Züchter eine Zuchtprämie von 500 Franken pro Fohlen, die ihm vom
Freibergerischen Zuchtverband ausbezahlt wird. Was in der Bevölkerung jedoch auf
grosses Unverständnis stösst ist, dass die Bauern auch Bundesgelder zur Erhaltung der Freibergerrasse für bereits geschlachtete Fohlen erhalten.

Trotzdem dürfen die
Beiträge zur Erhaltung der Freibergerrasse in den Augen der Züchter nicht
abgeschaffen werden, da ohne diese die Freibergerzucht in der Schweiz nicht
mehr auf demselben Niveau stattfinden könnte.

Diskussion:
Im Tagesanzeiger zitierte Maise (2012): „Die Freiberger gelten als einzige
einheimische Pferderasse.“ Aufgrund
dessen ist der Bund an seiner Erhaltung sehr interessiert und unterstützt die
Züchterinnen und Züchtern dieser Schweizer Rasse mit Direktzahlungen. Im Allgemeinen
sind Direktzahlungen ein zentrales Steuerungselement der Agrarpolitik. Es
handelt sich dabei um direkte Geldzahlungen des Staates an die Landwirte mit
dem Ziel, deren Einkommen zu erhöhen. Direktzahlungen sind produktgebundene
Subventionen. Im Fall der Freibergerzucht handelt es sich um Subventionen zur
Erhaltung der Freibergerrasse. Pro Stute mit Fohlen erzielten die Züchter bis im Jahr 2012 je nach Standort und Art der Haltung zwischen 690Fr. und 2430Fr. an Direktzahlungen (Maise 2012). Zusätzlich kassieren die Züchter vom Schweizerischen Freibergerzuchtverband eine Zuchtprämie von 400 Franken pro
Fohlen (ebd.). Auf das Jahr 2013 wurden die Beiträge zur Erhaltung der Freibergerrasse für eine Stute mit Fohlen von 400 Franken auf 500 Franken erhöht (Renz 2012). Die beschlossene Beitragserhöhung wurde mit der
bedrohlichen demografischen Entwicklung der Geburtenzahlen in den letzten
Jahren begründet (ebd.).
Das Bundesgeld erhalten
die Bauern auch für bereits geschlachtete Fohlen (Maise 2012). Schätzungen nach
werden jährlich rund 25 -50 % der Fohlen vor ihrem ersten vollendeten Lebensjahr geschlachtet (ebd.). Diese Tatsache stösst beim Schweizer Tierschutz STS auf grosse Empörung. Daher fordert der STS das Bundesamt für Landwirtschaft
auf, im Rahmen der AP 2014-17 die Subventionspraxis der Schweizer Pferdezucht zu überarbeiten. Für Sabrina Gurtner (2012), Projektleiterin beim
Tierschutzbund, gibt es nur eine Alternative: „ Wenn der Bund weiterhin einen Beitrag zur Erhaltung der Rasse leisten möchte, dann sollte die Subventionen erst nach drei Jahren für dann noch lebende Jungpferde und nur bei Nachweis
einer pferdefreundlichen Haltung vor allem punkto Stallgrösse und Weidefläche
ausbezahlt werden. Das aktuelle Fördermodell hat zur Folge, dass Bauern, die ihre Fohlen mit minimalstem Arbeitsaufwand gleich dem Metzger geben, finanziell
besser fahren als Züchter, die ihren Pferdenachwuchs oft zu kaum kostendeckenden Preisen an Privatpersonen verkaufen, um sie vor der Schlachtbank zu bewahren.“
Für den erfolgreichen
Freibergerzüchter Marcel Böller aus Wölflinswil AG wäre eine solche Anpassung
kein Problem. Eine Verlagerung der Beiträge wäre in seinen Augen für ihn und andere ambitionierte Züchter der Rasse sogar einen Vorteil. Denn würde man für
geschlachtete Fohlen keine Subventionen mehr erhalten, würden sich viele Bauern
überlegen, ob sie überhaupt noch ein Fohlen haben möchten. Diese Überlegung würde mehre Vorteile mit sich bringen.
Zum einen würden sich die Bauern genauer überlegen mit was für einem Hengst sie ihre Stute belegen möchten um ein möglichst gutes Produkt erzeugen zu können,
welches bei Käufern auf Interesse stossen könnte und eine bessere Qualität auf den Absatzmarkt bringen würde. Ebenfalls würde es eine Reduktion der Fohlenanzahl geben, was sich positiv auf den Markt auswirken würde. Auch die
Mitleidskaufe von Schlachtfohlen, welche für den ambitionierten Züchter sehr marktzerstörend wirken würden zurück gehen. Jedoch ist für Marcel Böller klar,
dass die Unterstützung von Seiten des Bundes zur Erhaltung der Freibergerrasse notwendig ist. Ohne Direktzahlungen wäre die Freibergerzucht nicht rentabel und
müsste somit von unzähligen Züchtern eingestellt werden. Dadurch würde sich die
Zucht des Schweizer Freiberger vermehrt ins Ausland verlagern was für den Markt
im Inland negative Folgen hätte, da zum heutigen Zeitpunkt der Export von Fohlen und ausgewachsene Freibergern in nahegelegene Ausland sehr hoch ist.


Zusammenfassung:
Zusammenfassend kann
gesagt werden, dass die Züchter zur Erhaltung der Freibergerrasse auf die Unterstützung des Bundes angewiesen sind, damit die Freibergerzucht überhaupt
rentiert. Jedoch sollte wie vom Tierschutz gefordert über eine Verlagerung der Beiträge nachgedacht werden. Der Bund muss versuchen die Züchtung von
Schlachtfohlen nicht weiter zu fördern, sondern er sollte die qualitativ hochwertige Freibergerzucht unterstützen und somit auch die Erhaltung der
einheimischen Rasse sichern.

Zum Schluss: Importproblematik
Die einzige einheimische Pferderasse, das Freiberger Pferd, ist heute vom Aussterben
bedroht. Mit einer jährlichen Geburtenzahl von 2200 Fohlen ist die kritische Schwelle erreicht.

Die Anzahl Pferde, egal welcher Rasse, hat in den letzten fünfzehn Jahren in der Schweiz
um 39 Prozent zugenommen. Die Zahl der Geburten beim Freiberger nahm jedoch in
dieser Zeit um 40 Prozent ab. Noch stärkere Abnahmen der Geburtenzahl
verzeichnen die Schweizer Warmblut Pferde. Bei ihnen nahm die Zahl an Geburten
um rund die Hälfte ab. Fakt ist also, dass die Zunahme des Pferdebestandes in
der Schweiz nur mit den Importen zusammen hängt.


Es ist somit ganz klar, dass es eine Massnahme
zur Erhaltung des Freiberger Pferdes benötigt. Denn das Aussterben unserer
Schweizer Pferderasse hätte Auswirkung auf die Biodiversitäät. Daher hat sich
die Schweiz im Rahmen der Rio- Konvention verpflichtet die Pferderasse zu
schützen. Und klar ist, dass irgendeine Massnahme für das Importproblem, zum
Schutz der einheimischen Zucht, gefunden werden muss.

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