Entgiftung fürs Pferd - guter Start in den Frühling

Nicht nur für alte Pferde ist der Fellwechsel regelrecht eine Herausforderung. 

Auch meine Stute Gipsy leidet in dieser Zeit gleichermassen! Vor allem der Wechsel im Frühling macht ihr zu schaffen, was sich schnell mit einem geschwächtem Immunsystem oder einer Minderung ihrer Leistungsbereitschaft bemerkbar macht.

 

Aber auch folgende Probleme können beim Fellwechsel auftreten:
- Juckreiz
- Kolikanfälligkeit
- Stoffwechselprobleme
- Vitalstoffmangel

 

In diesem Bericht möchte ich mich jedoch vorerst mit der Entgiftung befassen, welchem einem gesunden Pferd einen optimalen Start in den Frühling ermöglicht.

 

Die Leber als entgiftendes Organ
Denn die Leber sowie die galleabführenden Wege und damit auch der Darm, werden durch Stress, verunreinigtes Futter, Medikamente oder gar Giftpflanzen stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Folgen davon können Leistungsdepressionen, Verspannungen aber auch Störungen des Immunsystems sein.
Solche Störungen können durch das Blutbild festgestellt werden. Jedoch ist dies meistens zu spät, da die Leber als hochregeneratives Organ Schäden leider erst sehr spät anzeigt.

 

Bei Gipsy zeigt sich die überforderte Leber wie oben erwähnt durch Leistungsdepression, Müdigkeit und Störungen des gesamten Immunsystems.

 

Aber gemäss meiner Recherche können auch hormonelle Disbalancen und schlechte Laune, ebenso Aggression und unwilliges Verhalten dem Leberproblem zugeschrieben werden.

Die Leber ist nicht nur ein entgiftendes Organ, sie ist zudem auch das Speicherorgan für Nährstoffe (Vitamine, Spurenelemente etc.).

Wurde die Leber stark strapaziert, benötigt sie viele Bitterstoffe. Doch nicht nur bei Leberproblemen ist die Fütterung von Bitterstoffen wichtig.
Denn eine regelmässige Beigabe von bitteren Kräutern fördert die Sekretion von Galle und erhält dadurch im Darm das nötige basische Milieu.
Die Bitterstoffe werden in der Ernährung eine Art Prophylaxe gegenüber Hufrehe und Koliken. Sie fördern nämlich die Verdauung, haben eine reinigende und regenerierende Wirkung auf die Leber und heben den Appetit, was vor allem Pferden mit Magenproblemen entgegenkommt. Bisher wurden Bitterstoffe in der Pferdeernährung komplett unterschätzt, dabei sind sie besonders wichtig für die Gesundheit.

 

Mindestens zweimal im Jahr sollte man seinem Pferd zudem eine Entgiftungs- Entschlackungs-Kur gönnen.

 

Denn eine Entgiftung bei Pferden ist gerade im Frühjahr und Herbst sinnvoll und bietet ausserdem folgende Vorteile:
- sie fördert die Gesundheit des Tieres
- sie entlastet die Leber, Niere, Haut und den Darmes
- durch die Entgiftung kann die Zuführung von Mineralien reduziert werden
- sie wirkt unterstützend bei Diätmassnahmen
- sie hat eine ergänzende Wirkung bei tierärztlichen Therapien
- sie kann einfach dem normalen Pferdefutter beigemischt werden

 

Eine Ausleitung und Entschlackung des Pferdes kann beispielsweise durch eine Beimischung von Kräutern und Blättern erreicht werden.
In meinem Tierheilpraktiker-Studium befassen wir uns natürlich auch intensiv mit der Phytotherapie, weshalb ich froh bin, dass ich meinen Pferden nun damit den Fellwechsel etwas erleichtern kann.

 

Die Frühjahrskur zur Entschlackung / Entgiftung
Pferd und Reiter können gemeinsam eine Frühjahrskur durchführen, denn als Team fällt es einem ja sowieso immer leichter ;-)
Dazu sollte man einen blutreinigenden, ausschwemmenden Tee zusammenstellen, welcher dem Pferd einmal täglich übers Futter gegeben werden kann.

Dabei eignen sich folgende Heilpflanzen:

- Ackerschachtelhalm (wichtig für ein intaktes Immunsystem, hilft bei Stauungen, Ödemen u.v.m. denn dieses „Unkraut“ bringt innerlich, wie äusserlich viel in Bewegung)

 

- Algen (entgiftende und körperreinigende Wirkung, für mehr Leistungsstärke und Ausdauer)

 

- Birkenblätter (zur Blutreinigung, gegen Wasseransammlungen im Körper, gegen Hautunreinheiten)

 

- Brennnessel (reinigt das Blut, stärkt die Leber, hilft bei Hufrehe, Rheuma und Sommerekzem)
Falls sich Quaddeln bilden sollten, jedoch SOFROT absetzen, da dies auf eine Allergie hindeutet.

 

- Klebekraut (wirkt positiv auf Blutkreislauf und Lymphsystem, hilft bei dicken Beinen)

 

- Löwenzahn (wirksam bei Hufrehe, hilft bei Rheuma, wirkt blutreinigend und hilft bei Haut- und Fellproblemen)

 

- Mariendistel (bei Leberleiden, da gallentreibend und schützender Wirkung auf die Leber)

u. v. m.

 

Dies sind nur einige Beispiele der zahlreichen Heilpflanzen, welche bei Pferden (und Reitern) eingesetzt werden können.

 

Aber auch Apfelessig gehört zu der Frühjahrskur dazu. Er hält nicht nur lästige Fliegen fern, sondern liefert für den Körper wichtige Nährstoffe, denn Vitamine (A, B, C und E), Mineralstoffe, sowie Spurenelemente sind in ihm enthalten.

 

Natürliches Vitamin C
Im Fellwechsel wird das Immunsystem regelrecht gefordert, weshalb es einen erhöhten Bedarf an Vitamin C hat.
Hagebutten unterstützen die Therapie bei einem Vitamin C-Mangel, Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit und anderen Infekten. Dadurch dass sie die Leber stärken, können sie gut zur Entgiftung mit anderen „Leberkräuter“ gemischt werden.
Nebenbei erwähnt lieben meine Pferde Hagebutten ;-)

 

Aber auch ein Himbeerblätter-Tee bringt den Vitamin C-Gehalt wieder in Schwung und reinigt gleichzeitig das Blut.
Diese Blätter helfen trächtigen Stuten zudem beim Abfohlen (also vorsichtig bzw. nicht ohne Kenntnisse bzw. Experten anwenden!)

 

Öl

Spezielle, hochwertige Öle liefern den Pferden essenzielle (lebensnotwichtige) mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Zu ihren Stärken gehören beispielsweise die Stabilität von Haut und Horn, die Fliessfähigkeit des Blutes, sowie die Erhaltung der Fruchtbarkeit.
Leinöl unterstützt das Pferd beispielsweise im Fellwechsel.

 

Die Dosis macht das Gift

Wie euch sicherlich aufgefallen ist, habe ich jeweils keine Dosis angegeben, da ich es euch wirklich ans Herz legen möchte, falls ihr eine Entgiftung durchführen wollt, euch an einen Experten zu wenden und nichts auf „eigene Faust“ ansetzt.
Denn auch eine sogenannte Heilpflanze kann schlimme Folgen haben (Hufrehe, Vergiftung oder Allergischer- Schock auslösen). Und im Gegensatz zur Homöopathie, gibt es hier kein Antidot, weshalb eine gegebene Pflanze zuerst durch den ganzen Organismus muss, bis sie schlussendlich ihren Weg nach draussen findet.

 

Hoffentlich konnte ich euch trotzdem einen kleinen Einblick ins Thema
„Entgiftung / Entschlackung“ von Pferden geben und natürlich stehe ich euch bei Fragen jederzeit zur Verfügung.

 

Demnächst werde ich euch dann noch von einer Haaranalyse bzw. eines Vital- / Mineralstoffmangels berichten.

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