Einstieg in den Distanzreitsport- Erfahrungsbericht

Während einem Ausritt, vor ungefähr zwei Jahren, kam mir plötzlich die Idee, an einem Distanzritt zu starten. Denn mein Pferd, ein polnisches Halbblut, liebt lange und intensive Ausritte. Am Ende einer stündigen Tour, während die anderen Pferde gemütlich nach Hause trotten, wird er erst richtig wach. Kurz gesagt, er ist ein kleines Energiebündel. Zum Zeitpunkt als mir die Idee kam, wusste ich noch genau was Distanzreiten überhaupt bedeutet. Mir war klar, dass man eine längere Strecke auf Zeit absolvieren muss, mehr jedoch auch nicht. Am gleichen Abend begann ich im Internet zu recherchieren und hielt Ausschau nach nahegelegenen Veranstaltungen. Trotz allem gelesenen konnte ich mir noch immer kein genaues Bild von diesem Sport machen. Für mich stand aber fest, dass ich unbedingt an einem solchen Wettkampf starten möchte. Ich informierte eine Kollegin und fragte sie, ob sie auch mitmachen würde. Denn bekanntlich macht das meiste zu zweit noch viel mehr Spass als alleine. Gemeinsam nannten wir auf eine „Endurance-Light“ Veranstaltung.

„Endurance-Light“ Veranstaltungen dienen Neueinsteigern unbesorgt Distanzreitluft zu schnuppern. Dieses Programm wurde vom Distanzreitverein Endurance 2011 lanciert. Eine wirklich tolle Sache, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Wir gingen an unseren ersten Distanzritt ziemlich unvorbereitet und wussten nicht was uns genau erwartet. Wir packten die normale Reitausrüstung ins Auto und fuhren los. In Turbenthal angekommen, blieb uns zuerst einmal der Atem weg. Die Pferd- Reiterpaare aus der Kategorie vor uns, kamen quer durchs Bachbett ins Ziel. Für uns war klar, dass durchqueren des Baches wird mit unseren Herren eine grosse Herausforderung. Als wir den Routenplan von unserer Strecke erhielten, dann die grosse Erleichterung. Unser Weg führte am Bach vorbei, die normale Strasse entlang. Beim Abholen der Startnummer, wurden wir über den genauen Ablauf informiert. Es war für uns als Einsteiger sehr angenehm, dass man sich so gut um uns kümmerte und alles ganz genau erklärt wurde. Wir erhielten einen CHECK- PASS, welchen wir anschliessend den Tierärzten beim Vorzeichen unserer Pferde vorweisen mussten. In diesem Pass werden sämtliche Gesundheitsdaten, welche von den Tierätzen gemessen und untersucht werden, festgehalten. Die Daten werden vor dem Start im Ruhezustand aufgenommen und anschliessend an den Ritt in der Nachkontrolle. Zum Start zugelassen sind nur Pferde, die korrekt geimpft sind und keine gesundheitlichen Probleme haben. Unsere Pferde haben die tierärztliche Kontrolle ohne Problem überstanden und wir durften sie für den Ritt fertig machen. Zwischen der Kontrolle und dem Start hatten wir gut eine Stunde Zeit. Also genügend Zeit um in Ruhe zu satteln, die Pferde etwas einzulaufen und nervös zu werden. Am Start erhielten wir dann ein kleines Kärtchen, auf welchem unsere genaue Startzeit eingetragen wurde und dann ging das Abenteuer los. Wir gingen die ersten fünf bis zehn Minuten im Schritt, denn wir konnten nicht einschätzen, was uns auf den nächsten 27 Kilometer erwartet. Die Strecke war gut beschildert, so dass die Orientierung kein Problem war. Alle fünf Kilometer stand eine Tafel, die einem über die Maximal- und Minimalzeit informierte. Anhand einer Handystoppuhr konnten wir überprüfen, wie wir in der Zeit waren. Leider hatte das Handy bei Kilometer 20 keinen Akku mehr und wir konnten nicht mehr einschätzen, wie schnell oder langsam wir unterwegs waren. Dieses kleine Missgeschick lehrte uns für den zweiten Distanzritt. Als Stoppuhr eignet sich eine Uhr besser als ein Handy. Zum Einen hat man keine Akku- Probleme und zum Anderen fällt einem der Blick auf die Zeit etwas einfacher. In der Hälfte des Rittes wurden wir durch Grooms betreut. An einer Light- Prüfung werden die Grooms vom Veranstalter zur Verfügung gestellt und müssen nicht selbst mitgebracht werden. Der Zwischenhalt dient dazu die Pferde mit Wasser zu kühlen. Im Ziel angekommen mussten wir unser kleines Kärtchen, auf welchem die Startzeit stand vorweisen. Auf diesem wurde nun die Ankunftszeit eingetragen. Die Ankunftszeit dient sowohl zur Berechnung der Laufzeit, sowie auch als Anhaltspunkt, wann man bei der Nachkontrolle sein muss. Denn nach einer bestimmten Zeit, die vorgegeben wird, muss man zur tierärztlichen Nachkontrolle erscheinen. Nur wenn die Zeit eingehalten wird und die Werte des Pferdes die Höchstwerte nicht überschreiten ist man qualifiziert. In der Zeit zwischen der Ankunft und der Nachkontrolle hat man Zeit sein Pferd zu kühlen und zu tränken. An einem Endurance- Light Ritt steht fachkundiges Hilfspersonal zu Verfügung. Sie helfen einem beim korrekten Kühlen, sowie beim Pulsmessen.

Wir waren beide begeistert vom Distanzreitsport. Es waren alles nette Leute, die einem unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite standen. Durch die tierärztliche Kontrolle lernten wir unsere Pferde und ihre Fitness besser kennen. Ebenfalls fand der Ritt in einem wunderschönen Gelände statt. Die Atmosphäre an einem Distanzritt auf diesem Niveau fühlt sich an wie ein normaler, wunderbarerer Ausritt. Ich kann es euch allen nur empfehlen einmal Distanzreitsportluft zu schnuppern und die Endurance- Light Prüfungen bieten dafür die ideale Chance.

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