Ein Angsthase auf vier Hufen – das grosse Kennenlernen

Auch wenn mein persönlicher Mentalcoach der festen Überzeugung ist, dass ein Mensch nicht ängstlich geboren wird, sondern sich die Angst erst mit der Zeit in unser Gedächtnis drängt, bin ICH mir wiederum sicher, dass ich bereits als Angsthase auf die Welt gekommen bin.
Mein erster Gedanke war wohl: „Wie gefährlich“, oder „Bitte tu mir nichts“. ;-P Deshalb war meine Mutter (verständlicherweise) auch ziemlich erstaunt über meine Aussage: Ich wolle unbedingt anfangen zu reiten.

Dass sich aus dieser speziellen Ausgangslage immer wieder witzige, dramatische aber auch erfolgreiche Geschichten bilden, das könnt ihr euch bestimmt selber denken.  Deshalb lass ich euch gerne in dieser Kolumne, immer wieder an meinem (Angsthasen-)Leben teilhaben. 

Wie ihr schnell merken werdet, nehme ich dieses gerne auch mal auf die Schippe und auch im Dramatisieren bin ich unglaublich gut. ;-)  In dieser „Ausgabe“ stelle ich euch gerne die fünf Hauptdarsteller (oder auch meine kleine Herde genannt) vor:

Der Leithund (Kira): Kira alias Muddli (oder auch gerne mal ein Schmuddli) wurde am 27.09.2008 im Kanton St. Gallen geboren. Meiner Mutter wurde damals gesagt, dass wir die süssen Cocker- Welpen nur anschauen gehen und trotzdem ist sie nun seit dem 18. Dezember 2008 ein festes (nicht mehr wegzudenkendes)  Familienmitglied.
Sie badet für ihr Leben gern in Flüssen oder Bächen, (denn die Wellen im See sind ja gefährlich) und für mich ist sie natürlich der süsseste und liebste Hund auf Erden. Aber sind wir mal ehrlich, wer kann DIESEN Ohren schon  wiederstehen?!

Was Kira mag: Tennisbälle (dafür würde sie mich (und alles andere) jederzeit eintauschen), Baden, Schönwetterspaziergänge / Ausritte, alles was sie nicht fressen sollte.
Was Kira nicht mag: Regen, Tierärzte, gewisse Nachbaren und Pöstler ;-)
Was Kira schon alles kann: „Give me 5“ (gelernt in 5 min vom Abgucken eines anderen Spaniels), Rolle, „Gib Laut“ (gelernt nach 5 Jahren Training und dennoch ist das Ausüben des Befehls natürlich nicht gratis), küssen und natürlich die Standart-Tricks. 
Was Kira noch lernen muss:richtiges Trösten (wenn jemand weint, verlässt sie gerne auch mal das Zimmer), „Mach Männchen“, ärgere nicht den alten Stallkater!

Der Senior (Special Envoy III):  Special (alias Monsieur, Herr Spezial!) habt ihr ja bereits schon in älteren Blogs von mir kennengelernt. Leider ist sein genaues Geburtsdatum unbekannt, weshalb wir immer traditionell am 1.1. feiern. Obwohl er mittlerweile schon 27-Jahre alt ist, benimmt er sich gerne noch wie ein Fünfjähriger. Vor allem beim Ausreiten (mit mir), denkt er sich immer wieder neue Sachen aus, um mich zu ärgern bzw. zu verängstigen.
Obwohl ich mir ohne ihn ziemlich viel ersparen könnte (Nerven & Kosten), kann ich mir ein Leben ohne diesen Prachtkerl nicht vorstellen. Denn es war Liebe auf den ersten Blick! Und mir graut es schon (seit mehreren Jahren), vor dem Tag, an dem ich ihn verlieren werde, denn dies wird wohl einer der schlimmsten meines Lebens sein. Doch bis dahin, lass ich mich noch weiter ärgern und geniesse die gemeinsame Zeit, die uns noch bleibt. 

Was Special mag:
Massagen (vor allem an den Beinen), Gipsy, sonnen, Lecksteine und das Hypona-Mash 
Was Special nicht mag: alle lauten Geräusche, Vögel, Ponys, Kutschen, wenn die Nachbarin lauter bettelt als er und natürlich wenn das fremde Betteln dann auch noch mit Erfolg gekrönt wird.  Was Special schon alles kann: Mit Kira an der Leine ausreiten, nur noch jedes zweite Mal angst vor dem Milchlastwagen haben, mit Rahel schmusen 
Was Special noch lernen muss: Steine greifen nicht plötzlich an, der Wald tut uns ebenfalls nichts, mir meinen Raum zu lassen, regelmässiges Trinken ohne dass man es ihm aufzwängen muss.

Das Verlasspferd (Gipsy B):
Gipsy B(est) (alias Tschiiby / Zwibeli) wurde am 22.04.1999 im Belmont House Stud in Irland geboren. Nein, liebe auf den ersten und auch zweiten Blick war es wohl nicht. Denn ich wollte ja eigentlich NIE eine Stute, NIE ein braunes Pferd und schon gar NIE einen Irländer.
Doch mittlerweile bin ich soo dankbar für diesen Glückskauf. Ohne sie hätte ich mein liebstes Hobby, schon längst aufgegeben! In unserer Beziehung bin eindeutig ICH das Fluchttier und SIE die Tapfere. Wenn ich aufgrund eines uns nähernden Traktors anfange zu weinen, stellt sie sich seelenruhig an den Wegrand und würde am liebsten noch grasen, um zu zeigen, dass nichts Gefährliches in Sicht ist.

Was Gipsy mag: Fressen alles was möglich ist, Springen, Ausreiten, den LG-Zaum.
Was Gipsy nicht mag: Fleecedecken, die sich aufladen, Dressurübungen wie „Schulter herein“, wenn ich keine Bömbis bei mir habe, oder sie diese dann noch teilen muss.
Was Gipsy schon alles kann: brav die Augen einfetten lassen, absolut vorsichtig zu sein, wenn ich sie reite, ruhig bleiben, wenn jemand runterfällt und das Pferd wild herumgaloppiert u.v.m.
Was Gipsy noch lernen muss: Nur weil Special sich die Lippen leckt, muss man ihm nicht gleich drohen, weil man denkt, er habe etwas zu fressen bekommen, dass Putzen nichts Schlimmes ist.

Der Angsthase (Ich):
Ich werde im Oktober auch schon ein Vierteljahrhundert alt und übe nicht all zu motiviert (da ich den Tag lieber mit meinen Viechern verbringen würde) einen kaufmännischen Beruf aus.  Seit meinem Spring-Unfall im letzten Jahr, habe ich das Springen vollkommen an den Nagel gehängt und suche immer wieder Beschäftigungstherapien für mich und meine Pferde. 

Was ich mag: Tiere (fast) aller Art, Stangentraining, Kuscheln mit Kira u.v.m. 
Was ich nicht mag: Milchlastwagen, Traktoren, Busse, Motocross-Fahrer, Ausritte in grossen Gruppen, die täglichen Physio-Übungen meiner Pferde
Was ich schon alles kann:
Nichts besonders gut, aber von allem Etwas. ;-P 
Was ich noch lernen muss: nicht nur Gipsy zu vertrauen, sondern auch mir und manchmal sogar Special ;-) 

Der Leittragende (Michel):
Michel alias (Sturkopf,  Besserwisser) ist auch schon 25 Jahre alt und hilft mir, meinen Alltag zu  meistern. Meistens heisst das, mich nach einer Panik-Attacke wieder auf den Boden zu holen. Er muss wirklich viel mit mir durchmachen und noch mehr über sich ergehen lassen. Deshalb bin ich ihm für seine Hilfe auch immer sehr dankbar (auch wenn es nicht immer so rüber kommt). Aber der unkomplizierteste ist er ja schliesslich auch nicht gerade. ;-P <3


So jetzt habt ihr uns ein bisschen kennen gelernt, sodass
demnächst die aktuellen Berichte folgen können.
Wer nicht bis zur nächsten Kolumne warten möchte, kann mich und meine Liebsten gerne hier „besuchen“ kommen. Aber Achtung: die Seite befindet
sich noch im Aufbau…

Bis bald – euer Angsthase!

  

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