Dressurkurs bei Bruno Kalt

Meine Dressurkariere beendete ich ja bereits bevor sie jemals richtig angefangen hatte.
Es bedeutete für mich schlicht zu viel Aufwand, für das dass wir soooo schlecht darin sind…
Natürlich gehen wir trotzdem immer fleissig in die Dressurstunden, dass wir wenigstens das Bisschen, welches wir gelernt haben, nicht auch wieder verlernen ;-)

 

Doch als ich die Ausschreibung für den Dressurkurs bei Bruno Kalt erhalten habe, war für mich sofort klar, dass Gipsy und ich auch in diesem Jahr wieder dabei sein müssen.
Also schnell ein paar weitere Stallgspändli dafür begeistern, schliesslich will man ja nicht alleine einen schlechten Eindruck machen ;-)

 

Ich kann mir gut vorstellen, dass Reiter, die Bruno Kalt nicht bereits kennen einen verängstigten ersten Eindruck von ihm erhalten. Denn er gibt gerne weiter, was er alles aus der Reitlehre kennt, was an sich noch nichts Spezielles für einen Reitlehrer / Dressurrichter wäre, doch die Art und weise WIE er dies herunter rattert, erinnert mich als Frau an „Militärfilme“, wie beispielsweise „Achtung, fertig, Charlie!“. Und die männlichen Reiter haben dazu sicherlich noch einen „vertrauteren“ Bezug. ;-) Doch schnell merkt man, dass Bruno Kalt nicht einfach ein Dressurrichter ist, wie man sich das vorstellt. Bei ihm kommt trotz trockener Dressurtheorie der Humor nie zu kurz! 

Was einem die Materie „Dressur“ deutlich näher bringt und auch etwas sympathischer macht, als sie manchmal scheint.

 

 



 

Aber zurück zum diesjährigen Kurs…
Obwohl meine Vorfreude sehr gross war, war ich am ersten Kurstag natürlich trotzdem extrem nervös.
Weshalb ich mich wieder auf unser gutes Motto „Wer nichts kann, muss wenigstens gut aussehen“ verliess und Gipsy dementsprechend vorbereitete.

Die neue Fellschabracke und meine Lieblings Eskadron- Bandagen kamen da natürlich gerade richtig.

 

Als wir mit einschreiten fertig waren, kam Bruno dann auch schon pünktlich in die Halle. Was ja heutzutage leider auch nicht mehr selbstverständlich ist.
Als er dann noch ein paar Cavaletti bereit legte, freute ich mich als Stangenfan natürlich besonders. Leider war mir nicht bewusst, dass diese ja auch aufgestellt werden können, sodass die Stangen nicht mehr am Boden liegen. Prompt stellte er sie nach einmal gemütlichem Stangentraben hoch, sodass es mir das Blut in den Adern sofort gefror und gleichzeitig hatte ich das Gefühl einen Herzinfarkt zu kriegen. Zuerst versuchte ich mich einfach weiter hinten in der Halle zu verstecken, doch dann bemerkte er, dass ich als einzige noch nicht einmal bei ihm „vorbei kam“. Ich fragte ihn, ob ich denn wirklich müsse und er antwortete kurz und knapp „Ja“. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen, redete Gipsy gut zu und überwand meine Angst. Da dies alles in der ersten Viertelstunde passierte, konnte ich mich auf den Rest gar nicht mehr richtig konzentrieren, da mir auch im Anschluss noch die Beine zitterten. Ich will gar nicht wissen, was Gipsy alles durch den Kopf ging, weil ich mich wieder so blöd anstellte. Schlussendlich war es fast schon traurig, wie fest stolz ich über diesen Erfolg war, doch wer mich kennt, weiss, dass kein anderer dies bei mir geschafft hätte. Alle Andern können hier gerne nachlesen, wie blöd ich mich sonst dabei anstelle.

 






 

Den zweiten Tag vom Kurs verbrachte ich leider in der Schule, doch Michel vertritt mich gerne dabei. Er erzählte irgendwas von kleinen Volten, was sich ziemlich anstrengend anhörte, weshalb ich mich lieber wieder mit meiner Pflanzenkunde befasste.

 

Für den dritten und somit letzten Kurstag, waren unsere Erwartungen natürlich besonders hoch.
Weshalb ich natürlich auch im neuen (leider schon grösstenteils ausverkauften) Eskadron-Outfit „antrat“. Und diese wurden dann prompt auch nicht enttäuscht. ENDLICH konnte ich wieder einmal in einem für Gipsy und mich angemessenen Tempo reiten. Ausserdem forderte er uns nochmals richtig. Als er eine Schlangenlinie auf der Mittellinie verlangte, machten wir zuerst alle grosse Augen, denn so etwas haben die meisten von uns noch nicht einmal vorher gehört, geschweige dann geritten. 

Da wären wir auch schon bei einem Punkt, welcher ich an einer Reitstunde sehr schätze. Wir sollen etwas Neues lernen, also rattert der Reitlehrer nicht nur die nötigen Hilfen runter, sondern erklärt uns das ganze „Drum und Dran“. Von Punkten, die wir als Richtlinien betrachten können, bis hin zum ganzen Ablauf. 

 



 

 

 

Da nächstes Wochenende der Dressurconcours bei uns im Stall stattfindet, (an dem ich natürlich nicht nur NICHT teilnehme, weil ich zufälligerweise gerade in der Schule bin) war natürlich auch das Einreiten auf die Mittellinie und das Anhalten bei X ein grosses Thema.



 

Allgemein hat mir (und hoffentlich auch Gipsy) dieser Kurs viel gebracht und zudem Spass gemacht. 

Besonders geschätzt habe ich auch jeweils die Schlussbesprechung, bei welchen er auf offene Fragen einging, sowie einige Tipps uns mit auf den Weg gab.

 

Schade, dass er nur so kurz war und beim nächsten Mal sind wir sicherlich wieder dabei! 

 

 

 

Aber am allerwichtigsten war, dass Gipsy nicht einmal mit dem Kopf geschlagen hat. Dies ist nämlich momentan das grösste Problem bei ihr, was mich bis zur endgültigen Verzweiflung bringt.
Davon werde ich natürlich auch noch ausgiebig berichten bzw. von den möglichen Ursachen bis hin zu unserem Versuch, dies zu „beseitigen“

 

 

Was ich noch schnell aufklären möchte:
Ich werde oft gefragt, ob ich mit dem Halsring reite. Hier meine Antwort: „Nein, mache ich (noch) nicht“. Momentan dient er mir ausschliesslich für meine Psyche, da ich mich damit einfach sicherer fühle-. ;-) Aber für die Beziehung / Bindung und natürlich, um an meinem Vertrauen gegenüber Gipsy zu arbeiten, ist dies für den Sommer (mit einer stabileren Version) durchaus geplant.

 

Winterspringkurs bei Bruno Kalt
Übrigens gibt Bruno Kalt bereits seit vier Monaten in unserem Stall ein Springtraining. Für alle die sich auch davon ein Bild machen möchte, folgt hier das Video:



Heute Abend heisst es dann ein letztes Mal: „Klasse DAHER!“

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