Dressurarbeit im Gelände, ein Widerspruch? Erster Teil

Wer kennt es nicht, bei dem Frühlings-wetter das zurzeit herrscht locken die Sonne und die milden Temperaturen zu einem schönen Ausritt!
Aber halt, mein Pferd und ich waren doch schon gestern und vorgestern im
Gelände, heute sollten wir mal wieder etwas arbeiten. Dieses elende Pflichtbewusstsein! Also ab in die Halle oder wenigstens auf den Sandplatz. - Das
wäre die eine Möglichkeit, die andere Variante wäre den Ausritt mit der Dressurarbeit zu verbinden. Doch Dressurarbeit im Gelände, ist das nicht ein Widerspruch? Ich denke; Nein! Viele Übungen die wir in der Halle reiten, lassen sich auch ganz einfach auf dem Ausritt umsetzen und noch weitere dazu die das Pferd abwechslungsreich fordern. 

Auf dem Weg
Habt ihr bei euch im Gelände vielleicht auch Feldwege die nicht gerade sind, sondern in der Mitte erhöht? Diese eignen sich wunderbar um ein Pferd das gerade etwas schlurfend läuft aufmerksam zu machen. Schon einfaches im Zickzack reiten erfordert erhöhte Konzentration, weil es ja immer rauf und runter geht und bei jedem Seitenwechsel wieder Stellung und Biegung geändert werden. So kann man sowohl im Schritt als auch in einem ruhigen Arbeitstrab nicht nur die Aufmerksamkeit sondern auch die Losgelassenheit und die Rückentätigkeit fördern.  Als Steigerung der Schwierigkeit kann man auch Schenkelweichen oder Travers reiten, dabei muss das Pferd in der Seitwärtsbewegung die Beine höher anheben durch die Erhöhung in der Mitte des Weges. Natürlich können jegliche Seitengänge auch auf normalen Teer- oder Kiesstrassen geritten werden, sei es von links nach rechts oder dem Rand entlang, möglichst viel Abwechslung hält das Pferd wach und flexibel. 


Auch Übergänge können prima im Gelände geritten werden. Warum nicht mal auf der üblichen Trabstrecke die Tritte verkürzen und verlängern? Oder Haltparaden und Schrittübergänge reiten. Das Selbe im Galopp, anstatt einfach immer im gleichen Tempo zu reiten 5-10 Galoppsprünge verkürzen und danach wieder 5-10 Sprünge verlängern. Die Pferde werden sich wundern, aber diese Übung ist eine gute Übung für den Gehorsam und die Reaktionszeit. 

Bisher ging es bei den beschriebenen Übungen immer mehr oder weniger geradeaus, doch was ist mit der Biegung? Nun, in praktisch jedem Waldgebiet gibt es Kreuzungen an denen vier Wege aufeinander treffen. Diese sind meistens so gross, dass sie uns Platz für eine Volte bieten. Wundert euch nicht, es kann sein, dass euer Pferd das auf dem Platz wunderbare Zirkel laufen kann sich plötzlich kaum biegen lassen will! Es ist sich einfach nicht gewöhnt auf dem Ausritt plötzlich im Kreis zu laufen. Beginnt deshalb im Schritt, wenn genügend Durchmesser vorhanden ist, verkleinert die Volte ein paar mal und trabt erst an, wenn sich das Pferd gut biegen lässt. Das Trabtempo und ob auch galoppiert werden kann hängt natürlich vom Platz und den Bodenverhältnissen ab. 

Durch Feld und Wald... 
Übungen abseits der Wege gibt es dann im zweiten Teil dieser Serie. Und falls ihr schon selber ausprobieren möchtet, bitte reitet nur dann durch den Wald oder über Wiesen, wenn ihr euch sicher seid, dass nichts kaputt geht und es vom Bauer oder Förster erlaubt ist! 

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