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Doppellonge – Tipps und Tricks für das Training

Longieren – ja das kennt jeder. Das machen sehr viele Pferdebesitzer, manche regelmässiger, manche weniger. Für einige zielt das Longieren vorallem darauf ab, das Pferd auszupowern und überschüssige Energie loszuwerden. Andere wollen dem Pferd mit dem Longieren eine Abwechslung zum Reit-Alltag bieten.
Für uns Voltigierer ist das Longieren allerdings Kern-Element des Sports. Damit unsere Pferde ihren Voltigier-Job bestmöglich und langfristig gesund ausüben können, brauchen sie eine solide Ausbildung unter dem Sattel, eine gute Fitness und ein ausgeprägtes Gleichgewicht. Und natürlich müssen sie auch an der Longe ausgebildet werden.

Die Arbeit mit der Doppellonge ist deshalb eine super Möglichkeit im Training unserer Pferde. Doch nicht nur Voltigierpferde können von der Arbeit mit der Doppellonge profitieren – von mir aus gesehen kommen die positiven Aspekte der Doppellongenarbeit allen Pferden in den verschiedensten Pferdesportdisziplinen und auf allen Ausbildungsstufen zugute.
Warum ist das so? Durch die beidseitige Führung durch die Doppellonge ist die Arbeit deutlich effektiver als an der einfachen Longe. Der Longenführer hat mit der äusseren Longe (vergleichbar zum äusseren Zügel) die Möglichkeit das Pferd nach aussen zu begrenzen. So kann mit der Doppellonge an Problemen bzw. Lektionen gearbeitet werden, bei denen der Einsatz der einfachen Longe nicht ausreichen würde. Auch ermöglicht die Doppellonge das Umstellen bzw. den Handwechsel ohne Umschnallen, so dass sogar Lektionen wie Schenkelweichen, Galoppwechsel, etc. erarbeitet werden können.

Da die Handhabung der Doppellonge allerdings nicht ganz einfach ist, haben wir nachfolgend einige Tipps und Tricks für euch zusammengestellt.


1. Die richtige Ausrüstung ist unabdingbar
Ganz klar: Die Doppellonge ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Sie sollte eine Länge von mindestens 16 Metern haben, denn nur so kann das Pferd auf einem genug grossen Zirkel longiert werden. Wir zum Beispiel benützen diese 18m BUSSE Doppellonge mit Umlenkrollen von reitsport.ch. Ebenfalls braucht man eine genug lange Peitsche sowie einen Longiergurt. Beim Longieren empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen, um Verletzungen zu vermeiden.

2. Longieren mit der Doppellonge will gelernt sein
Oft sehe ich, dass Longenführer schon mit der Handhabung einer gewöhnlichen Longe und kurzen Longierpeitsche überfordert sind. Die Führung der Doppellonge ist nochmals viel anspruchsvoller als das Longieren mit der einfachen Longe. Deswegen gillt: Das Pferd und auch der Mensch müssen das Longieren mit der Doppellonge seriös üben und Schritt für Schritt erlernen. Am Besten gelingt dies mit einem geeigneten Trainer und Longierlehrpferd.
Solltet ihr das Longieren mit der Doppellonge selbst ausprobieren wollen empfehle ich, das Pferd zuerst an der einfachen Longe aufzuwärmen und erst anschliessend die Doppellonge zu verschnallen. Auch solltet ihr mit einigen einfachen Übungen im Schritt beginnen, bevor ihr das Tempo steigert. Super wäre es, wenn ihr die Handhabung von Longe und Peitsche zuerst mit einer Hilfsperson «trocken» übt und euch erst danach ans Pferd wagt.

3. Die Verschnallung der Doppellonge ist abhängig vom Ausbildungsstand und Trainingsziel des Pferdes
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Doppellonge zu verschnallen. Die innere Longe wird entweder durch den Gebissring am Longiergurt verschnallt oder via Longiergurt am Gebissring befestigt. Die erste Variante eignet sich für die Erarbeitung der Basics, die zweite ermöglicht Handwechsel ohne Neuverschnallen der Longe. Die äussere Longe wird via Longiergurt am äusseren Gebissring befestigt. Sie kann entweder über den Rücken des
Pferdes oder um die Hinterhand gelegt werden. Bei unerfahrenen Pferden sollte die Longe nie direkt um die Hinterhand gelegt werden, da manche Pferde heftig auf die ungewohnte Situation reagieren können.

4. Die Arbeit mit der Doppellonge ist extrem vielseitig
Alles ist möglich: Handwechsel, Schlangenlinien, Seitengänge, Zirkel verlagern, Kurzkehrt, über Hindernisse longieren und so weiter. Die Möglichkeiten an der Doppellonge sind fast unbegrenzt. Durch die Flexibilität und die Tatsache, dass keine Hilfszügel eingesetzt werden, kann der Longenführer sofort auf die jeweilige Situation des Pferdes reagieren. Er kann das Pferd zuerst locker und lang aufwärmen lassen, einige Handwechsel einbauen und die Longe dann relativ schnell und flexibel verkürzen, sobald das Pferd für schwierigere Aufgaben bereit ist. Überlegt euch vor dem Training mit der Doppellonge welche Lektionen /
Hufschlagfiguren ihr üben möchtet und nehmt euch ggf. Hilfsmittel wie Pylonen oder Stangen zu Hilfe.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Arbeit mit der Doppellonge für Pferd und Reiter eine tolle Trainingsmöglichkeit ist.

Deshalb: Probiert’s doch mal aus!

Barbara Zürcher, Voltigeteam NPZ Bern

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