Die ersten 24 Stunden nach der Geburt

Wir wissen jetzt wie eine Befruchtung läuft und was während der Trächtigkeit einer Stute passiert. Aber was passiert mit einem Fohlen in den ersten 24 Stunden.

 

Die ersten 24 Stunden nach der Geburt:

Das Fohlen atmet normal, ist aufmerksam und neugierig. Die Stute ist nicht aggressiv sondern sorgt sich um ihr Fohlen. Sollte die Stute das Fohlen aber ablehnen oder gar angreifen, was bei einer Erstgeburt vorkommen kann, dann sollte das Fohlen aus der Gefahrenzone gebracht werden, die Stute sich beruhigen und eine neue Zusammenführung gemacht werden. Falls das Fohlen nach drei Stunden noch nicht getrunken hat, muss der Tierarzt gerufen werden! Man sollte auf die Euter achten: Ist es sehr stark gefüllt oder tropft gar Milch ab, so kann dies ein Zeichen sein, dass das Fohlen zu wenig trinkt! Viele Fohlen stehen auf wackligen Beinen und sind „weich gefesselt“. Darüber muss man sich aber keine Sorgen machen, dass legt sich innerhalb der ersten Tage.

Weiter ist es wichtig, dass das Fohlen das Darmpech (erster Kot) in den ersten 24 Stunden absetzten kann. Das einflössen von etwas Paraffinoel ins Maul des Fohlens fördert den Abgang. In der Regel wird dieser aber erst in den ersten fünf Stunden abgegeben und Sie brauchen kein Abführmittel. Wenn das Darmpech nicht oder nur sehr schwer abgesetzt wird, dann wird das Fohlen immer wieder versuchen den Kot abzusetzen. Schafft es dies nicht, so muss sofort der Tierarzt informiert werden.

 

Fohlenlähme:

Fohlenlähme hat nichts mit Lähmung zu tun. Dahinter verbergen sich jene zahlreichen Infektionskrankheiten, die beim jungen, abwehrschwachen Organismus zu schweren Erkrankungen und damit zum Festliegen führen können.

Die Einstreu muss trocken und sauber gehalten werden. Der Nabel muss desinfiziert werden und regelmässig kontrolliert werden. Auf Schwellungen, Eiterungen oder ähnliches muss geachtet werden. Entscheiden für die Fohlenlähmvorbeugung ist die Aufnahme der Kolostralmilch. Das ist die erste Milch, die grosse Mengen an Antikörpern zur Infektionsabwehr enthält, die vom Fohlen während der ersten 24 Stunden über dem Verdauungstrakt ins Blut aufgenommen werden kann. Das Fohlen kommt nämlich ohne Antikörper zur Welt. Die rechtzeitige und ausreichende Aufnahme von Kolostralmilch wirkt wie eine Mauer gegen Viren und Bakterien. Sie schützt das Fohlen solange, bis der junge Organismus selber in der Lage ist, ausreichend Antikörper zu bilden. Innerhalb der ersten 24 Stunden sollten die Stute und das Fohlen vom Tierarzt untersucht werden, das Fohlen kann so auch gleich gegen Fohlenlähme geimpft werden.

Ein normales Fohlen nimmt täglich 20-25% seines Körpergewichts an Milch auf, das sind ca. 12-13l.

Die Stute wird nach ca. 9 Tagen nach der Geburt wieder rossig. Dies führt zu Veränderungen der Muttermilch und so zum Durchfall beim Fohlen. Sollte dieser sehr stark sein oder lange dauern, so hilft die Gabe von Tierkohle oder ähnlichem.

 

Impfen und Entwurmung:

Etwas einen Monat nach der Geburt sollte die Stute und das Fohlen entwurmt werden. Ab dem dritten Monat kann das Fohlen gegen Grippe und Tetanus geimpft werden, wobei allerdings nach neusten Erkenntnissen empfohlen wird, das Fohlen erst mit 6-7. Monaten erstmalig zu impfen.

 

(Bildquelle: Google)

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