Die, die mit den Pferden spricht

Irgendwie war mir der Name Nicole Lebert schon immer ein Begriff. Oft habe ich ihn auf meinem Facebook-Newsfeed entdeckt oder in den Geschichten von Bekannten aufgeschnappt. Dabei fiel der Name Lebert immer mit einer ganz besonderen Sache in Verbindung: der Tierkommunikation. 

Ich persönlich bin allem, was in Richtung Transzendenz gehen könnte, eher skeptisch geneigt. Aber da ich schon so viel Gutes über die Arbeit von Nicole gehört und die Protokolle von einigen, mir sehr gut bekannten Fällen lesen durfte, war ich neugierig und es stellten sich mir ein paar Fragen. Glücklicherweise war Nicole bereit, mir einige davon zu beantworten. Was dabei rausgekommen ist, lest ihr im heutigen Blog. Viel Spass!

1. Liebe Nicole, du bist schon lange als Tierkommunikatorin aktiv. Wie bist Du zu dieser Berufung gekommen?

 Die Tierkommunikation habe ich vor etwas über zehn Jahren erlernt. Beweggrund war für mich hauptsächlich in erster Linie die Wünsche und Bedürfnisse meiner eigenen Tiere besser zu verstehen. Dadurch habe ich vieles gelernt, über mich selber und über die Tiere. Dies möchte ich auch gerne meinen Kunden weitervermitteln. Wieviel wir durch unsere Tiere wahrnehmen und lernen können.

 

2. Wie sprechen die Tiere zu Dir? In Bildern, Worten, Formen oder sogar Stimmen?

 In einem Gespräch erhalte ich die Informationen des Tieres in Gefühlen, Bildern, Worten und auch Gestik des Tieres. Das Tier gibt mir auf diese Weise Antwort, wie ich und vor allem der Besitzer es am besten verstehen. Die Tiere würden seinen Besitzer niemals mit einer Antwort überfordern oder beleidigen. Sie haben eine sehr feinfühlige und oft auch weise Ansicht der Dinge und geben mir dies auch so weiter.

 

3. Wie funktioniert die Kommunikation von deiner Seite her?

 Vor einem Gespräch komme ich zur Ruhe und wähle bewusst einen ruhigen und entspannten Moment für die Kommunikation. Ich gehe vor dem Gespräch in eine kurze Meditation, dann nehme ich via Foto Kontakt zum Tier auf. Meist spüren sie schon, dass jemand „auf dem Weg“ zu ihnen ist. Ich „nähere“ mich dem Tier immer sehr sorgsam und vorsichtig, es gibt auch zurückhaltende oder verängstigte Tiere. Diese sprechen nur, wenn man entsprechend auf sie eingeht. Als erstes frage ich das Tier immer, ob der Zeitpunkt passt und ob es sprechen möchte. In der Regel benutze ich die „gesprochene Sprache“, einfach in Gedanken. Je nach Frage oder Aussage des Besitzers kann ich aber auch Bilder oder Gefühle senden. Zum Beispiel wenn ein Umzug geplant ist, kann ich dem Tier auch Bilder vom neuen Ort senden, damit es sich schon vorstellen kann, wie es dort aussieht. Die Kommunikation funktioniert auf beiden Wegen gleich. Ob von mir zum Tier oder zurück.

 

4. Du baust das Gespräch oft anhand von Fotos auf. Redest Du auch mit Tieren, die du zum Beispiel auf Facebook siehst?

 Das ist korrekt, ich arbeite in der Regel anhand eines Fotos. Das ist für mich der klarste Weg zum Tier. Es ginge auch ohne Foto, aber so weiss ich klar, an welche „Adresse“ ich meine Botschaften und Fragen senden muss. Es sind quasi die Koordinaten für das Gespräch. Aber auch viel persönlicher. Das ist wie wenn wir Menschen miteinander sprechen. Wir möchten unserem Gegenüber auch in die Augen blicken können im Gespräch. Das ist der ehrlichste und direkteste Weg für die Kommunikation.

 Mit Tieren, die ich auf Facebook oder auch woanders antreffe, spreche ich generell nicht ohne die ausdrückliche Erlaubnis des Besitzers. Würde ich das ohne dessen Wissen tun, ist das ein unerlaubtes Eindringen in deren Privatsphäre. Das ist ein ethischer Grundsatz, den jeder seriös arbeitende Tierkommunikator beachten sollte.

 

5. Redest Du auch "live" mit den Tieren? Gibt es einen Unterschied zur Kommunikation über ein Bild?

 Die Kommunikation live am Tier wähle ich eher selten. Das findet vor allem mit den eigenen Tieren statt, oder wenn mich ein Tier ausdrücklich anspricht. Das sind dann aber meist eher Wildtiere, wie Vögel, Fledermäuse oder andere Tiere, denen ich beim Spaziergang begegne. Der wesentliche Unterschied ist bei der „Live-Kommunikation“ zu der Kommunikation via Foto, dass man live von vielen Eindrücken rund herum abgelenkt ist. Akustisch oder visuell. Diese Ablenkung hat meist zur Folge, dass man nicht so tief in ein Gespräch hineingehen kann. Die Antworten sind dann eher kurz und knapp und bleiben oft auch an der Oberfläche. Dazu kommt noch die Tagesform. Nicht an jedem Tag ist man gleich „empfänglich“. Deshalb arbeite ich für Kunden ausschliesslich Zuhause in Ruhe anhand des Fotos. Da erhalte ich die meisten Informationen und auch den grössten Nutzen für den Kunden.

 

6. Was war bisher Dein eindrücklichstes Gespräch? 

 In der Tierkommunikation habe ich schon sehr viel Eindrückliches erlebt und jedes Gespräch hat etwas Besonderes. Es ist immer wieder lehrreich und wunderschön, mit den Tieren sprechen zu dürfen. Ein aktuelles Ereignis, welches mich sehr beeindruckt und berührt hat, war das Gespräch mit einer 22-jährigen Shetland-Pony-Stute. Sie sollte zusammen mit zwei anderen Ponys an ihre jetzige Besitzerin gehen, welche mir den Auftrag für das Gespräch erteilt hatte. Vor dem geplanten Umzug war aber nicht klar, wie ihr effektiver Zustand ist, da sie schon beim Vorbesitzer seit einiger Zeit stark lahm ging. Die Rede war von Einschläfern und Erlösen. Ich durfte die betagte Pony-Dame nach ihrem Zustand befragen und wie sie die ganze Sache sieht. Sie war sehr traurig, denn sie hatte bereits gespürt, dass man sie schon fast aufgegeben hatte. Sie meinte, dass sie wohl das eine oder andere Altersgebrechen habe, sich aber noch nicht bereit fühle zu gehen. Sie würde sich aber in ihr Schicksal fügen, wenn man sie aufgeben würde. Es war sehr bewegend anzusehen, mit wieviel Mut und Grösse die Pony-Stute ihr Schicksal trug. Die neue Besitzerin entschloss sich aufgrund des Gesprächs, ihr nochmals eine Chance zu geben. Das durfte ich ihr dann auch mitteilen. Und die Freude war so riesengross, dass wir alle komplett überwältigt waren. Es war ein unbeschreiblich schöner und glücklicher Moment, ihr das mitteilen zu dürfen, dass ihr Leben noch nicht zu Ende ist. Das Interessante war, dass sie bereits nach dem ersten Gespräch mit ihr nicht mehr so stark lahm ging. Sie musste wohl ihren ganzen Lebensmut zusammen genommen haben, um zu zeigen, dass sie noch kann und will!

 

7. Wie gehst Du damit um, wenn Du spürst, dass es einem Tier nicht gut geht?

 Meine Kunden kommen in der Regel oft zu mir, weil schon bestehende Probleme vorhanden sind. Manchmal auch um einfach zu wissen, wie es ihrem Tier geht. Wenn das Tier im Gespräch sagt, dass es ihm nicht gut geht, versuche ich in erster Linie schon im Gespräch herauszufinden, warum es ihm nicht gut geht und was man tun kann, damit es ihm besser geht. Das kann körperlichen Ursprungs sein, aber auch seelischen Hintergrund haben. Ich sehe mich nicht nur als Kommunikatorin, sondern auch als Therapeutin und biete auch zusätzliche Unterstützung neben der Tierkommunikation an, falls der Kunde dies wünscht. Ich ersetze aber keinen Arzt und in einem Notfall muss auch unbedingt zuerst der Tierarzt beigezogen werden. Ich sehe meine Art der Therapie als Begleitung und Ergänzung zur klassischen Medizin. Grundsätzlich empfinde ich es als das Wichtigste, auf das Wohl des Tieres einzugehen und Lösungen zu suchen, denn davon hängt wiederum das Wohl und die Harmonie zwischen Besitzer und Tier ab. Die Tierkommunikation ist der Einstieg, um überhaupt heraus zu finden, wo das Problem liegt.

 

8. Wo liegt für Dich der Unterschied zwischen der Kommunikation zwischen den Tieren und den Menschen?

 Wir Menschen haben die Sprache als unser zentrales Kommunikations-Medium erhalten. Die anderen Sinne funktionieren jedoch genauso, meist einfach nicht so bewusst wie unsere gesprochene Sprache. Der telepathische Sinn ist uns angeboren, ohne ihn hätte der Urmensch nicht überlebt. Naturvölker, welche noch sehr mit der Natur und der Erde verbunden leben, kommunizieren wesentlich stärker auf diese Art als wir. Unser telepathischer Sinn ist in der Evolution und vor allem durch unsere sich so rasch entwickelnde Technik verschüttet worden. Für mich besteht der wesentliche Unterschied darin, dass wir Menschen den Zugang zur Natur und auch zu uns selber verloren haben. Die Kommunikation ist deshalb auch nicht mehr so direkt, so offen und so frei wie die Kommunikation der Tiere. Die Tiere kommunizieren untereinander viel stärker über ihre Instinkte und Gefühle als wir dies tun. Die Kommunikation der Tiere ist viel schneller, viel direkter, viel ehrlicher.

 

9. Du bietest Tierkommunikations-Lehrgänge an. Kann das jeder lernen? Wie kann man sich so einen Kurs vorstellen? 

 Wie bereits erwähnt, ist der telepathische Sinn dem Menschen angeboren. Er ist jedem eigen. Wie stark dieser ausgeprägt ist, hängt von der Offenheit und der Sensibilität der Person ab. Jedoch kann jeder diese Art der Kommunikation erlernen und auch vertiefen. Die Voraussetzung ist nur eine Offenheit dem Thema gegenüber. Zweifel am Thema und an sich selber sind die häufigsten Gründe, weshalb es bei einzelnen Personen nicht funktioniert. In einem Kurs helfe ich den Teilnehmern zuerst den Zugang zu sich selber und den eigenen Sinnen wieder zu finden. Ich zeige Techniken, wie man sich selber auf ein Gespräch vorbereitet, wie man zu mehr innerer Ruhe findet und sich auf eigenen Wahrnehmungen konzentriert. Schritt für Schritt kommen die Teilnehmer dem Thema telepathisches Denken näher und kommunizieren zum Schluss des Kurses mit den eigenen Tieren, welche sie anhand der Fotos mitgebracht haben.

 

Ich danke Nicole herzlich für Ihre Zeit und die ausführlichen Antworten. Bald wird sie auch mit Cornet sprechen und ich bin schon echt sehr gespannt, was der Bub so über mich zu sagen hat. Wer mehr über die Arbeit von Nicole erfahren möchte, kann sich auf der Homepage schlau machen: http://www.equi-ki.ch/tierkommunikation/

(Quelle: Nicole Lebert, equi-ki.ch)

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(1) Kommentare

  • Toll o

    Ein super spannendes Interview welches das Thema auf den Punkt bringt! Ich war überwältigt von der Geschichte der Pony Stute!! Ich selbst kenne eine Freiberger Stute 27Jahre alt die auch so toll mit ihrem Alter umgeht und auch gerne Kommuniziert :)
    Vielen Dank Redaktion

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