Aquatraining für Pferde im See

Fast jeder Reiter hat schon einmal etwas vom Aquatraining gehört. Es gilt als das Wundermittel bei verschieden Verletzungen, Rückenproblemen und zum Muskelaufbau sein. Doch bevor ich zu der Wirkung und dem Training im See komme, eine kurze Erklärung. Bei dem klassischen Aquatraining läuft das Pferd auf einem Laufband. Bei diesem kann die Geschwindigkeit und optimaler Weise auch die Steigung eingestellt werden. Zusätzlich zum herkömmlichen Laufband kommt jetzt das Wasser dazu. Die Wasserhöhe kann beliebig eingestellt werden. Das Training im Wasser ist sehr schonend. Gelenke, Sehnen und Bänder werden entlastet. Der Bewegungsstau von verletzten Pferden wird kontrolliert abgebaut, die Kondition und Muskeln gleichzeitig aufgebaut. Doch warum ist das Training so effektiv? Wenn wir durchs Wasser gehen, merken wir bereits, dass es anstrengender ist. Dies ist auch beim Pferd so. Durch den Wasserwiederstand und die dadurch sehr ausgeprägte Beinaktion werden die Muskeln effizient trainiert.

Ein grosser Nachteil sind allerdings die Kosten. Bei dem meisten Anbieter ist der Preis sehr hoch oder es wird sogar nur in Kombination mit vorübergehendem Einstellen angeboten. Eine Kostengünstigere Variante ist ein See oder Fluss. Ich gehe mit meinen Pferden jeweils in den Sempachersee. Das Baden mit Pferd ist aber auch in anderen Seen erlaubt, informiert euch vorher darüber. Ich habe verschieden Ausrüstungsvarianten ausprobiert. Am geeignetsten finde ich ein Knotenhalter und einen langen Strick/Longe. Wenn es einem wohler ist, kann auch ein Zaum angelegt werden. Zuerst ist es wichtig das Pferd langsam ans Wasser zu gewöhnen. Ich laufe jeweils hinein und lasse sie dann einfach mal machen. Natürlich so, dass ich wenn nötig, eingreifen könnte. Nun gibt es verschiede Varianten das Pferd zu trainieren. Man kann mit dem Pferd im Wasser hin und her laufen. Je nach Wassertiefe ist der Trainingseffekt anders. Reicht das Wasser bis zum Fesselträger wird an der Bewegungskorrektur gearbeitet. Bei gesunden Pferden reicht das Wasser idealerweise über das Karpalgelenk. So wird durch die Beinaktivität der grösstmögliche Trainingseffekt erreicht. Reicht das Wasser bis zum Bauch, besteht eine optimale Entlastung für Gelenke, Bänder und Sehnen. Dies wird beim Aufbau nach Verletzungen empfohlen. Bei Verletzungen bitte nur nach Absprache mit dem Tierarzt trainieren. Wenn es der Platz zulässt und andere Badegäste nicht gestört werden, kann das Pferd auch im Schritt longiert werden.

Jetzt kommt natürlich noch das Schwimmen :) Meiner Erfahrung nach schwimmen die Pferde lieber alleine, als wenn jemand auf dem Rücken sitzt. Man kann sich aber vom Pferd ziehen lassen, auch das macht Spass! Ich führe das Pferd ins tiefere Wasser, sobald es  zu Schwimmen beginnt, halte ich mich an der Mähne fest und lasse mich mitziehen. Dabei unbedingt auf die eigenen Beine aufpassen, diese dürfen nicht unter das Pferd kommen. Vorsicht: Viele Pferde erschrecken, wenn sie das erste Mal den Boden unter den Füssen verlieren. Bei unerfahrenen Schwimmern lasse ich sie jeweils selber die Richtung bestimmen. In der Regel machen sie einen kleinen Bogen und suchen dann wieder den festen Boden. Ist das Pferd bereits an das Schwimmen gewöhnt kann man es auch gut etwas weiter raus steuern. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass man dem Pferd den Kopf oder den Rücken nicht runterdrückt!

Das Laufen im Wasser sowie das Schwimmen ist extrem anstrengend für die Pferde, das darf nicht unterschätzt werden.

Nun wünsche ich euch viel Spass beim Wassertraining! Meinen Pferden hat es sehr geholfen. Ein kleiner Extratipp: Nimmt eine Fliegendecke und Fliegenspray mit. Nach dem Baden am See kommen die Bremsen besonders gerne.

Evaoberlina im Sempachersee

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