DER RICHTIGE STALL Pensionsstall vs. Selbstversorger

Einmal mehr entstand vor einigen Tagen mit einer meiner Freundinnen das Gespräch betreffend «Pensionsstall – was für Anforderungen hat man als Pensionär und welche sind gerechtfertigt» vs. «Selbstversorger».

 

Meines Erachtens kann ich die Situation ziemlich gut einschätzen, da ich lange Zeit mein Pferd in einem Pensionsstall hatte und weil ich seit über 10 Jahren meinen Grossen selbst versorge und dazu einen kleinen Pensionsstall habe.

 

 

DER RICHTIGE STALL


Pensionsstall:

Den richtigen Stall für sein Pferd und sich selbst zu finden ist nicht immer sehr einfach. Nicht nur die Infrastruktur, sondern auch der Service der geboten wird ist unheimlich wichtig bei der Stallwahl. Die Anforderungen an den Stallbesitzer gehen seit langem weit über das Füttern und misten des Pferdes. Ein Stallbesitzer kümmert sich in der Regel um die Haltung und Gesundheit Deines Pferdes. Er muss im Notfall den Tierarzt oder Hufschmied kontaktieren oder Dich auf allfällige Auffälligkeiten oder Änderungen jeglicher Art Deines Pferdes hinweisen. Der Stallbesitzer muss also ein gutes Auge auf seine Pensionäre haben und sofort erkennen, wenn etwas mit einem Pferd nicht stimmt – und auch dementsprechend handeln. Denn in der Regel kommst Du als Pensionär, wenn überhaupt jeden Tag ca. 2h in den Stall und manchmal bist Du einige Tag unterwegs oder gar für längere Zeit im Urlaub. Oder Dein Pferd benötig Spezialfutter oder Medikamente gefüttert oder gar gespritzt bekommen muss oder dass eine Verletzung gereinigt, eingesalbt und neu bandagiert werden muss: in einem solchen Fall musst Du dich doch einfach auf die Unterstützung des Stallbesitzers verlassen können, oder?

 

Ganz klar musst Du, wenn Du beispielsweise den Stall wechselst, dies mit dem neuen Stallchef besprechen, wie weit er bereit ist zu helfen oder was Du allenfalls selbst organisieren musst. Welche «Dienste» in der monatlichen Stallmiete inklusive sind und welche nicht. Pferd um decken? Bei mir im Stall kein Thema: das gehört dazu, aber ich habe auch nur einen kleinen Pensionsstall! In einem Stall in dem z.B. 30 Pferde oder mehr stehen, kann es gut sein, dass dies, wenn überhaupt nur gegen ein gewisses Entgelt geschieht. Dasselbe gilt fürs auf die Weide lassen und wieder reinholen. Bist Du 100% berufstätig sehe ich kaum eine Möglichkeit wie Du dies selbst machen könntest.

 

Selbstversorger:

Das Pferd bei sich zuhause zuhaben, ist der Traum vieler Pferdebesitzer – man sitzt am Frühstück und kann seinen Lieblingen beim Weiden zusehen etc. Gedanken die wirklich verlocken sind. Doch sei Dir bewusst, dass alles ist immer mit Arbeit verbunden und vor allem mit Verantwortung. Nicht nur das Misten muss erledigt werden oder das Füttern, auch das Stroh, Heu und allgemein das Futter muss organisiert werden. Der Mist muss abgeführt werden. Ich selbst schätze es sehr, am Abend vor dem zu Bett gehen noch kurz durch den Stall zu laufen. Zu wissen, alles ist ok.

Ich möchte es selbst nicht mehr anders haben als so. Für mich ist das die einzige Variante die ich haben möchte. Ich habe aber auch das Glück bei mir zu Hause einen Aussenplatz zu haben, wo das Pferd mal Longiert oder Bodenarbeit gemacht werden kann. Ich kann meinen Grossen verladen und fahre 10 min und bin auf dem vollausgestatteten Reitplatz unseres Vereines, habe in tolles Reitgebiet und (fast) das wichtigste: ich betreue den Stall und die Pferde mit meiner Mutter zusammen.

Unser Stall und die Haltung sind so wie ich es mir wünsche. Natürlich habe ich mich auch schon nach einer Halle gesehnt, jedoch steht mir da nicht nur die Bauerlaubnis, sondern auch das finanzielle im Weg =) Lotto spielen hat bis jetzt leider nicht geholfen.

 

 

Die Infrastruktur

 

Wenn Du Dein Pferd in einem Pensionsstall hast, kannst Du Dir den Stall natürlich betreffend Infrastruktur aussuchen (sofern es ins Budget passt):

 

Die Reithalle:

Ja das ist natürlich ein Luxus der nicht jeder Stall bieten kann. Natürlich ist es im Winter oder bei schlechtem Wetter sehr praktisch am Trockenen reiten zu können und auch bei gutem Wetter die Möglichkeit zu haben das Pferd zu arbeiten. Natürlich kann man sein Pferd auch draussen trainieren – aber ihr wisst was ich meine.

Ich rate Euch jedoch klar zu schauen, wie der Besetzungsplan der Reithalle aussieht! Viele Hallenbesitzer sind nämlich auf den Geschmack der Fremdvermietung als zusätzliche Einnahmequelle gekommen und machen ihren Pensionären somit einen Strich durch die Rechnung. Natürlich ist es verständlich, dass man dies macht, jedoch sollte dies in einem Vertretbaren Rahmen sein. Das heisst, dass man als Pensionär auch wirklich die Möglichkeit hat, die Halle zu nutzen. Stelle sicher, dass die Halle zu Deinen Reitzeiten auch wirklich zur Verfügung steht und nicht voll ist! Die meisten Reitställe die eine Halle besitzen, haben einen Belegungsplan: Schau dir diesen gut an!

Wichtig ist auch: Reithalle ist nicht gleich Reithalle! Kontrolliere ob der Boden auch eben und gerade ist, ob er staubfrei ist, ob die Hallenbande die richtige Neigung hat, damit Du Dir je nach Situation nicht die Beine einquetschst. Auch sind grosse Spiegel von Vorteil: somit kannst Du Dich beim Reiten selbst kontrollieren und Deine Haltung und jene des Pferdes korrigieren. Zudem ist auch bei einer Halle eine gute Beleuchtung wichtig!

www-fu-berlin-de

 

Der Reitplatz:

Eine tolle alternative zur Halle ist ja jeweils ein Reitplatz. Hier solltet Ihr das Augenmerk vor allem auf den Boden legen. Wie verhält sich der Boden bei Regen? Wird er schnell matschig und entstehen grosse Pfützen? Zudem ist es von Vorteil, wenn der Reitplatz eingezäunt ist und eine Beleuchtung vorhanden ist. So kannst Du den Reitplatz auch ohne weiteres auch mal am Abend (besonders im Winter) brauchen.

Der Longierzirkel:
Nebst einer Halle und einem Reitplatz ist ein Longierzirkel eine super Ausweichmöglichkeit um Bodenarbeit zu machen. Denn wenn Du in der Halle oder auf dem Reitplatz longierst und zur selben Zeit auch noch Reiter die Halle oder den Platz in Anspruch nehmen, kann man sich schnell in die Quere kommen, was für die Reiter sowie die «Longierer» mühsam wird.

Achte hierbei gut auf die Grösse des Zirkels, ein zu kleiner Zirkel kann zur Schäden an den Sehnen und Gelenken des Pferdes führen. Ebenfalls ist die eine Umzäunung wichtig die hoch genug ist, so dass Dein Pferd auch bei der freien Arbeit nicht auf die Idee kommt reiss aus zu nehmen.

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Ihr seht es gibt so viele Sachen die Beachtet werden müssen oder können und natürlich muss man eben manchmal auch gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen. Sei das jetzt dem Reitgebiet, der Halle den Vorzug zu geben oder der Halle, der Nähe zum Stall den Vorzug zu geben. Das muss schlussendlich jeder für sich entscheiden.

 

Mich würde es interessieren, welche Punkte für Dich wichtig sind bei der Stallwahl? Was würdest Du gerne ändern in Deinem Stall? Egal ob als Selbstversorger oder Pensionär? Schreibt mir Eure Antworten in die Kommentare! Ich bin schon sehr gespannt darauf!!

 

 

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(1) Kommentare

  • Toller Bericht

    Hallo, ich habe die Liebe zu den Pferden nie verloren, obwohl ich in den letzten 30 Jahre leider keine Zeit dafür als Städtler gefunden habe, suche und lese ich viel über die Pferde. Leider bin ich ein IV Rentner mit einer Lungen Copd (Langsam mit wenig Kraft) und erst 53j. Nun habe ich Zeit und Geld, aber mir fehlt ein Platz wo ich alles über die Pferde lernen kann, wohnen und arbeiten so gut ich kann, natürlich ohne Entgelt da es ein Hobby ist für mich. Komme aus der Schweiz, kann jedoch überall leben, da der Staat für mich die Rente bezahlen muss. Kennst du jemanden der einem netten Kerl ein Studio vermieten würde? Freundliche Grüsse, Daniel

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